Theatertreffen an der Neiße erreicht mehr als 3.000 Zuschauer

Görlitz | Zittau. Beim 7. Sächsische Theatertreffen in Görlitz uind Zittau passten Location und Fokus: Am Gerhart-Hauptmann-Theater Görlitz/Zittau (GHT) standen eben jener Gerhart Hauptmann und das soziale Drama im Mittelpunkt. 3.020 Zuschauer hatten in 28 kartenpflichten Veranstaltungen Anteil am Theatertreffen, zu dem elf sächsische und drei polnische Theater auf Einladung des Landesverbandes Sachsen im Deutschen Bühnenverein an acht Tagen an den beiden Theaterhäusern in Görlitz und Zittau gastierten. Ermöglicht wurde das auch mit Hilfe der Kulturstiftung des Freistaates Sachsen. Besonders viele Besucher hatte das abschließende "Sonnenkonzert" der Neuen Elbland Philharmonie erreicht, zu dem 287 Zuhörern in die Zittauer Spielstätte kamen, Hauptmanns "Einsame Menschen" mit dem Dresdner Staatsschauspiel hatte im Görlitzer Haus 256 Besucher.

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Dr. Dittrich: "Bekenntnis der Städte zu ihren Einrichtungen weiter nachhaltig kräftigen"

Thema: Theater Görlitz-Zittau

Theater Görlitz-Zittau

Die Gerhart Hauptmann-Theater Görlitz-Zittau GmbH (GHT) verfügt über feste Häuser in Görlitz und Zittau und bespielt die Waldbühne Jonsdorf. Als Vierspartenhaus vereint das GHT Musiktheater (Oper, Operette, Musical), Tanz, Schauspiel und die Konzerte der Neuen Lausitzer Philharmonie. Es ist ein wichtiger Teil Kulturraums Oberlausitz-Niederschlesien. Beliebt sind auch die Aufführungen an besonderen Spielstätten. Das Theater engagiert sich in der Theaterpädagogik für Kinder und Jugendliche sowie im interkulturellen Austausch mit Polen und Tschechien.

Der Eröffnungssonntag lockte 495 Besucher, zum Abschluss am Sonntag, dem 13. Mai 2012, kamen 442 Theaterfreunde.

Zur Aufführung gelangten während des Treffens jeweils elf eigene GHT-Produktionen sowie elf Veranstaltungen der kleineren Form. Zehnmal ging es dabei um die Huldigung des fast 150-jährigen Namenspatrons, der vor hundert Jahren den Literaturnobelpreis erhalten hatte, darunter immerhin fünf große Repertoireproduktionen von den Bühnen aus Bautzen, Dresden, Hiurschberg (Jelenia Góra), Radebeul und natürlich Zittau.

Wirkungsvoll und schön

Entsprechend resümieren Veranstalter und Gastgeber ausgesprochen positiv. Dr. Christoph Dittrich, Vorsitzender des Landesverbandes Sachsen des Deutschen Bühnenvereins, gerät ins Schwärmen: "Ich bin mir sicher, dass das 7. Sächsische Theatertreffen als eines der schönsten und wirkungsvollsten in Erinnerung bleiben wird. Zittau und Görlitz waren wunderbare Gastgeber. Das Publikum hat die besondere Atmosphäre gespürt, weitergetragen und auch "seinen" Hauptmann gefeiert." Sein Wunsch ist es, dass diese sachsenweite Anerkennung auch das Bekenntnis der Städte zu ihren Einrichtungen weiter nachhaltig kräftigt.

Klaus Arauner, als Generalintendant des Gerhart Hauptmann-Theaters Görlitz-Zittau Chefgastgeber, sieht das ebenfalls so: "Es war eine eindrucksvolle Leistungsschau der wichtigsten sächsischen Theater. Die Reaktionen des Publikums waren geprägt von großer Neugier, der Lust an kritischer Auseinandersetzung und einer grundsätzlichen Freude an Theater." Dies werde für alle beteiligten Theaterschaffenden zu einer ergiebigen Inspirationsquelle für deren weitere Arbeit taugen.

Caspar Sawade, kaufmännischer Geschäftsführer des GHT, freut sich über die lebhafte Teilhabe: "Die Resonanz liegt über unseren Erwartungen und wir waren gerne Gastgeber. Es war beglückend, die gesamte sächsische Theatervielfalt in unserer Region zu erleben - diese Vielfalt hält Sachsen lebendig!"

Dank an die Theater-Mitarbeiter

Sein Schauspielintendant Carsten Knödler dankt - neben den Zittauer Theaterbesuchern, die in der kleinsten Stadttheaterstadt Deutschlands so etwas wie Festivalfieber aufkommen ließen - vor allem den Mitarbeitern: "Sie haben mit ihrer kleinen Personalstärke Unglaubliches geleistet haben. Nur so konnte jeden Tag ein Theater oder Orchester aus einem anderen Ort Sachsens oder Polens empfangen werden. Möge das Theatertreffen nachhallen und die Bedeutung unserer Theater nachhaltig hervorheben."

Entsteht eine neue Theaterbesuchs-Kuiltur?

Vor allem an den Wochentagen und dank der Studenten zeigte sich eine neue und eigenwillige Dynamik: Viel mehr junge Besucher als gewohnt entscheiden sich ganz spontan für den Theaterbesuch - Ursache der gelegentlichen (für die Veranstalter nicht unangenehmen) Abendkassenschlangen, die bis ins Freie reichten.
Fast alle Publikumsgespräche nach den Aufführungen gerieten zu ausgiebigen Diskussionen. Meist war der Regisseur dabei, oft auch die Intendanten der gastierenden Häuser.

Fazit: Das Theater lebt!

Mehr:

Festivalimpressionen auf dem GHT-Theater-Blog
http://g-h-t.posterous.com


Kleines Bild:
Sachsens Kunstministerin Sabine von Schorlemmer war in Zittau dabei, als ein unbekanntes Hauptmann-Relief seinen neuen Wirkungsort fand - zur Freude von Steinmetz Roland Friebolin (li.) und Geschäftsführer Caspar Sawade.
Foto: Andreas Herrmann

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  • Quelle: red | Foto: Andreas Herrmann
  • Erstellt am 15.05.2012 - 08:35Uhr | Zuletzt geändert am 16.05.2012 - 11:21Uhr
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