Kalender 2011 des Görlitzer Ratsarchivs Görlitz erschienen

Görlitz-Zgorzelec. In der Natur einer Stadt liegen permanente, oft auch rasante architektonische Veränderungen, die ihren Ursprung in wirtschaftlichen, sozialen, kulturellen und politischen Wandlungen haben. Der aus Bunzlau stammende Görlitzer Fotograf Robert Scholz (1843-1926) beobachtete sie mit wachem Blick und hielt sie für die Nachwelt fest. Sein Nachlass gehört auch deshalb zu den wichtigsten stadtgeschichtlichen Quellen des späten 19. und frühen 20. Jahrhunderts. Für den Kalender 2011 des Görlitzer Ratsarchivs wurden zwölf schwarz-weiß Motive ausgewählt, welche diesen zeitbedingten baulichen Wandel dokumentieren.

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„Das Wilhelminische Görlitz - eine Stadt im Wandel“

Das architektonische Gesicht der Stadt Görlitz veränderte sich im „Wilhelminischen Zeitalter“ wesentlich. Die Stadt prosperierte, zahlreiche Fabriken und Unternehmen entstanden. Görlitz entwickelte sich zu einer modernen großen preußischen Provinzstadt mit über 90.000 Einwohnern. Dabei warf sie ihr mittelalterliches Kleid durchaus nicht in den historischen Lumpensack, auch wenn neue Stadtteile entstanden, Altes verschwand oder sich völlig wandelte.

Reichtum, politischer Weitblick, Sinn für das Schöne gepaart mit inniger Heimatliebe der Görlitzer Bürger sorgten dafür, dass trotz aller Veränderungen das Alte sich mit dem Neuen verband und eine bis heute liebens- und lebenswerte Stadt entstand. Dennoch verschwand manches Bauwerk in jener Zeit und den Folgejahren für immer.

Architektonischer Wandel wird auch die Zukunft von Görlitz prägen. „Die heute oft sehr heftig geführten, aber notwendigen Kontroversen über das zukünftige Stadtbild sollten uns trotz aller Probleme Mut machen. Denn sie zeugen letztlich vom Verantwortungsbewusstsein für die kluge Bewahrung des Erbes der Väter, doch ebenso von einem optimistischen Blick auf die Zukunft und damit verbundenen Innovationen - auch und nicht zuletzt in der Architektur unserer Stadt. Eben ganz im Sinne der Worte Heraklits, dass die Dinge immer im Flusse bleiben werden“, erklärt der Görlitzer Ratsarchivar Siegfried Hoche in Anspielung auf Heraklits "Panta rhei".

Das Kalenderprojekt ist in Zusammenarbeit mit dem Görlitzer Unternehmen Maxroi Graphics GmbH realisiert worden. Die Auflage wurde auf vorerst 500 Stück limitiert.


Kaufen!
Der Kalender ist ab sofort zum Preis von zehn Euro während der Dienstzeiten des Rathauses im Ratsarchiv erhältlich.

Abbildung:
Das Kalenderblatt für den Januar zeigt eine Ansicht des Görlitzer Neißeufers mit Blick u.a. auf die Peterskirche mit dem ehemaligen Turmbauwerk



Kommentar

Neben den stadthistorisch hochinteressanten Ansichten muss unbedingt hervorgehoben werden, dass mit der Herausgabe des Kalenders auch der bedeutende Fotograf Robert Scholz gewürdigt wird.

Er gehörte zu den ersten bedeutsamen Landschafts- und Architekturfotografen überhaupt.

Danke, Ratsarchiv und Maxroi!

Fritz R. Stänker

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  • Quelle: red | Repro: Stadtverwaltung Görlitz
  • Erstellt am 30.08.2010 - 22:17Uhr | Zuletzt geändert am 30.08.2010 - 22:28Uhr
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