Immer mehr Schüler lernen Polnisch

Sachsen. Trotz insgesamt rückläufiger Schülerzahlen wächst kontinuierlich die Anzahl von Schülern, die Polnisch als Fremdsprache im Unterricht oder in einer schulischen Arbeitsgemeinschaft lernen. Die Zahl hat sich innerhalb der letzten sieben Jahre verdreifacht. So waren es im Schuljahr 2008/2009 insgesamt 1.434 Schüler. Noch im Schuljahr 2001/2002 waren es nur 442 Schüler. Das entspricht einem Anstieg von rund 70 Prozent.

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Augustum-Annen-Gymnasium in Görlitz mit bilingualem-binationalem Zweig

Der sächsiche Kultusminister Roland Wöller freute sich über das Interesse der Schüler an Polnisch: "Die wirtschaftlichen Beziehungen zu unseren osteuropäischen Nachbarn werden immer wichtiger. So haben die Schüler, die neben Englisch auch Polnisch in der Schule lernen, in Zukunft einen Vorteil. Mit dem Beherrschen der polnischen Sprache belegen die Schüler eine Nische, die bei der späteren Jobsuche Gold wert sein kann."

Derzeit wird an 27 Schulen (2001/2002 waren es sechs Schulen) Polnisch unterrichtet. Darunter befindet sich das Augustum-Annen-Gymnasium in Görlitz mit bilingualem-binationalem Zweig. Neben dem regulären Fremdsprachenunterricht existieren an 22 Schulen auch polnische Arbeitsgemeinschaften, die von insgesamt 255 Schülern - bei zunehmender Tendenz - besucht werden.

Um den Bedarf an Lehrern für diese Sprache zu decken, gab es an der Universität Leipzig eine berufsbegleitende Weiterbildung. Seit Wintersemester 2006/07 können in den Lehramtsstudiengängen an der Universität Leipzig die Fächer Polnisch bzw. Tschechisch gewählt werden. Um die Anzahl der Polnischlehrkräfte gezielt zu erhöhen, erwarben im Rahmen der berufsbegleitenden Weiterbildung 30 Lehrkräfte die Fähigkeit, Polnisch als Nachbarsprache zu unterrichten bzw. als Arbeitsgemeinschaft anzubieten.

Um die Schüler noch mehr für die Nachbarsprache zu interessieren, werden Fremdsprachenassistenten (in der Regel polnische Lehramtsstudenten) an sächsischen Schulen eingesetzt. Außerdem unterstützt das Kultusministerium grenzübergreifende INTERREG-Projekte mit polnischen Partnern. Das sind in der Regel Netzwerke zwischen Wirtschaftsvertretern, Schulen und wissenschaftlichen Einrichtungen. Die Schüler gewinnen so Einblicke in die wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Strukturen der Nachbarländer und pflegen persönliche Kontakte. Die 87 sächsisch-polnischen Schulpartnerschaften nehmen Rang 2 in der internationalen Zusammenarbeit sächsischer Schulen ein, Rang 1 haben die 109 sächsisch.tschechischen Schulpartnerschaften inne, Rang 3 stellen die 56 sächsisch-französische Partnerschaften.

Neben dem verbindlichen Fremdsprachenunterricht in Englisch ab Klassenstufe 3 für alle Kinder in Sachsen wird an ausgewählten Grundschulstandorten bereits ab Klassenstufe 1 "Intensives Sprachenlernen" angeboten. Im grenznahen Raum gibt es derzeit neun Grundschulen mit dem Angebot Polnisch.

Ergebnis: Was ist die zweitwichtigste Fremdsprache?

Englisch (19.2%)
 
Französisch (8.2%)
 
Polnisch (9.6%)
 
Russisch (8.2%)
 
Spanisch (12.3%)
 
Tschechisch (2.7%)
 
Hochdeutsch (38.4%)
 
andere (1.4%)
 
Nichtrepräsentative Umfrage
Umfrage seit dem 15.04.2009
Teilnahme: 73 Stimmen
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  • Quelle: /red
  • Erstellt am 15.04.2009 - 10:57Uhr | Zuletzt geändert am 15.04.2009 - 10:57Uhr
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