Das FOLKLORUM tanzt!

Das FOLKLORUM tanzt!Turisede bei Görlitz, 18. August 2020. Im Bestreben, stets mit den neuesten Informationen zu dienen, hat der Görlitzer Anzeiger nachgeschaut, ob vielleicht zum bevorstehenden FOLKLORUM, dem Festival der Turisedischen Festspiele, das vom 4. bis zum 6. September 2020 stattfindet, noch einige Informationen durchsickern. Die journalistische Methode dafür ist schnell erklärt, erfordert aber ein wenig körperlichen Einsatz. Eines der Ergebnisse: Entgegen anderer Meldungen darf auf dem FOKLORUM getanzt werden.

"Rübermachen" in den polnischen Teil der Geheimen Welt von Turisede kann man über den Schwimmsteg

Foto: © BeierMedia.de

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Erster Spatensich für FOLKLORUM-Informationen bringt Hygienekonzept ans Licht

Erster Spatensich für FOLKLORUM-Informationen bringt Hygienekonzept ans Licht

Am Schwimmsteg fest vertäut schwimmt das Neiße-Café, der vermutlich entspannteste Ort der Welt, mitten im Fluss

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Thema: Turisede

Turisede

Die frühere Kulturinsel Einsiedel ist inzwischen aufgegangen in der Geheimen Welt von Turisede, dem wenige Kilometer nördlich von Görlitz gelegenen Ferienresort für Abenteuer und Kultur für Kinder und Erwachsene. Hier gibt es viele Übernachtungsmöglichkeiten, vom 1. Deutschen Baumhaus-Hotel bis zum Vögelbaumbett und zum Campingplatz. Einige der Angebote: Das KRÖNUM ("Theater zum Essen"), Spiellandschaften, Turisede-Museum, Zauberschloss, Geheimgänge, Schatzsucherspiel, Piratenschiff, Feuerschenke, Galeriecafé, Erlebnisdorf Bielawa Dolna mit Seh-Café und geheimem VERSTECKUM, Baumhausgalerie u.v.a.m. Thematische Höhepunkte sind das Auenlandorakel und die Feuerlohen der Wünsche zur Sommensonnenwende, das FUNKELORUM zur Walpurgisnacht, das FOLKLORUM – Festival der Turisedischen Festspiele, das HÖLLOWUM und das SPIELUM.

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Lass dir raten – greif zum Spaten!

Wie in jeden vernünftig ausgestattenen Kraftfahrzeug befindet sich im Trabant-Redaktionswagen des Görlitzer Anzeigers ein Klappspaten, ein wichtiges journalistisches Arbeitsmittel. Wer von der schreibenden Zunft also mehr erfahren möchte zum Stand der Vorbereitungen auf das in diesem Jahr größte deutsche Folk Festival, der oder die begebe sich zur Geheimen Welt von Turisede. Dort, unmittelbar am Neißeufer, um besten in Sichtweite des Neiße-Cafés, grabe man ein ausreichend tiefes Loch, schaue hinein und warte darauf, was da durchsickert. Auf diese Weise gelangte der Görlitzer Anzeiger gestern in den Besitz des Hygienekonzeptes für das FOKLORUM Festival.

Es handelt sich um ein derartig ausgefeiltes Dokument, dass Feilenhersteller für dieses Fahr ausgesorgt haben dürften. Detailliert ist durchdacht, wie man das FOLKLORUM ausgelassen feiern und dabei dennoch verhindern kann, dass es zu Infektionen mit dem Corona-Virus kommt. "Wir haben das allergrößte Interesse daran, dass dieses Virus weder die Besucher noch die Festivalstimmung beeinträchtigt. Auch für unsere Firma Künstlerische Holzgestaltung wären die Folgen auch nur einer einzigen Ansteckung dramatisch", sagt Jürgen Bergmann, Künstlerischer Leiter der Geheimen Welt von Turisede, in einer eilig eingeholten Stellungnahme zum durchgesickerten Konzept.

Tanzen erlaubt!

Aber wie ist das nun mit dem Tanzen? Wer auch nur eines der 26 zurückliegenden FOLKLORA – das ist der exakte lateinische Plural von FOLKLORUM und klingt auch besser als FOLKLORUMs – erlebt hat, hat sie gesehen, die spingenden, hüpfenden und mit ekstatischem Blick rhythmisch zuckenden Menschenkinder vor den Bühnen. "Aber das geht doch nicht!", werden nun die geneigte Turisede-Freundin und der anspruchsvolle Turisede-Freund rufen, "Tanzt du hin oder her, so muss doch die Abstandsregel eingehalten werden!" Ja, das wird sie – aber doch beispielsweise nicht bei Pärchen und Familien, die eh zusammen leben.

"Aber wie will man das kontrollieren?", was nun eine Frage ist, wie sie nur ein Turisede-Fan aus Deutschland stellen kann. Doch auch ihm sei geantwortet: Dafür haben sich die turisedischen Festival-Organisatoren etwas einfallen lassen, was den Umgang mit Familien, aber auch Freundeskreisen so vereinfacht, dass es schon wieder lustig ist. Dort, wo es zu eng werden könnte, gilt natürlich auch auf dem FOLKLORUM die Maskenpflicht. Die speziellen Masken haben aber zwei Freiflächen, auf der einen können Familien, auf der anderen Freundeskreise, die vielleicht schon auf der Anreise eng beeinander waren, selbstgewählte Symbole aufmalen und so zeigen: "Wir gehören zusammen!"

Für Erleuchtung sorgen

Nun soll noch nicht zu viel verraten werden, aber wer als Tanzwütiger bzw. als wenigstens Tanzwilliger die turisedische Nacht-Tanz-Disko schätzt, wird auch bei der 27. FOLKLORUM-Ausgabe auf seine Kosten kommen. Dafür gibt es die die "Mystische Musiknacht" auf einem eigens in der Parkwildnis angelegten Areal. Inmitten der dichten, urwaldähnlichen Vegetation können sich Familien und Gruppen ihre eigene Nische suchen und so fast unbemerkt den nötigen Abstand zu anderen einhalten.

Tipp: Erleuchtet wird sein, wer eine Kerze oder eine Laterne oder einen anderen möglichst romantischen Lichtspender mitbringt. Extra-Tipp: Wer nicht möchte, dass beim innigen Tanz zugeguckt wird, pustet 's Lichtlein einfach aus...

Alles anders – oder was?

Das durchgesickerte Hygienekonzept ist so etwas wie die Hintergrundmusik für das FOLKLORUM mit seinen einzigartigen Turisedischen Festspielen. Es ist omnipräsent, doch nicht aufdringlich. Und es wirkt, bringt es doch das FOLKLORUM zu einer ganz neuen Qualität, an der viele Gefallen finden werden: Das Festival wird dezentraler, mit mindestens 30 Auftrittsorten gibt es so viele wie noch nie. Neben den Haupt-Acts mit bekannten Bands wie DOTA (Deutschlandfunk: "deutsche Joni Mitchell") treten so viele Musikerinnen und Musiker auf wie noch nie.

Für die Turisedischen Festspiele und anderes mehr sind die Neißewiesen links und rechts des Flusses auserkoren. Wie die berühmte Abschluss-Demo zum Festival coronagerecht umgesetzt wird, dürfte bei den Teilnehmern für Lachkrämpfe sorgen.

Die Sache mit dem Ticket-Vorverkauf

Eine Familie stand an der Bahnsteigkante, fest entschlossen, auf große Reise zu gehen. Doch die Eltern waren weise und sagten sich leise: Die Zeiten sind unsicher, Fahrkarten kaufen wir erst, wenn der Zug auch wirklich losfährt... Plötzlich ertönte ein Pfiff und Sekunden später sah man eine Familie am Bahnsteig stehen, die mit offenen Mündern und großen Augen den Schlusslichtern des Zuges hinterherstarrte. Die Moral von der Geschicht': Die Reise war futsch und die Bahn konnte beim nächsten Mal nur noch einen viel kürzeren Zug bereitstellen.

Auch das FOLKLORUM will finanziert sein, vor allem müssen die Mitwirkenden und jede Menge Dienstleister bezahlt werden. Genau dazu werden Tickets verkauft. Formal braucht man die, um reingelassen zu werden, aber eigentlich ermöglicht erst der Ticketvorverkauf, ein anspruchsvolles Festival zu organisieren. Deshalb sollte man sein Ticket schon jetzt im Vorverkauf erwerben (Dauerkarte ab 21 Euro, Tagestickets zwischen ab 10 und 15 Euro), unterschiedlichste Übernachtungsmöglichkeiten sind buchbar. Spricht etwas dagegen? Es könnte ja regnen! Ach was, dank neuer Hallen wird es auf dem FOLKLORUM des Jahres 2020 noch mehr überdachte und gut belüftete Freiflächen geben.
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Spendenaufruf!
Die Vorsichtsmaßnahmen gegen eine explodierende Corona-Pandemie sorgen dafür, dass überall Kultur ausfällt und wo doch etwas stattfindet, dürfen oft nur viel weniger Besucher teilnehmen; in vielen Fällen sinkt die Auslastung auf 70 Prozent. Das bedeutet aber, dass der Fixkostenanteil pro Besucher steigt. "Wir stricken für euch mit aller Kraft und gegen alle Hindernisse ein geiles Kulturevent", schreiben die Turiseder auf ihrer Webseite. Allerdings sagen sie auch: "Eine Auslastung von lediglich 70 Prozent wäre dabei für uns eine finanzielle Katastrophe. Helft uns, das Ganze finanziell zu überleben und kauft Karten oder spendet uns einen kleinen Obulus!"

Kultur-zu-Schlag:
Folk Version mit der Bergknappenkapelle: Ich hätt' getanzt heut' Nacht

#Kartenspende #Festivalretter

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  • Quelle: red | Fotos: © BeierMedia.de
  • Erstellt am 18.08.2020 - 02:15Uhr | Zuletzt geändert am 18.08.2020 - 05:02Uhr
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