Telemedizinische Beratungen voll im Trend

Telemedizinische Beratungen voll im TrendGörlitz, 19. September 2021. Berufstätige gehen oft während ihrer Arbeitszeit zum Arzt. Grund dafür sind die beschränkten Öffnungszeiten. Auch Tierärzte haben oft nur an ein oder zwei Wochentagen bis vielleicht 17.30 Uhr geöffnet. Sollte ein Arztbesuch für Mensch oder Tier notwendig sein, dann will so ein Termin organisiert sein. Unter Umständen besteht eine lange Wartezeit und man ist froh, überhaupt einen Termin zu bekommen. Wer nicht selbst mobil ist, für den kann bereits die Anreise aufwendig werden. Mit der Einzug haltenden Telemedizin ändert sich nun vieles.

Ferndiagnose und Fernbehandlung per Telemedizin können Kosten deutlich reduzieren, sowohl im Gesundheitssystem als auch beim Patienten

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Wie funktioniert der neue Trend der "Telemedizin"?

Wie funktioniert der neue Trend der "Telemedizin"?

Nicht alles lässt sich telemedizinisch abklären, weder in der Human- noch in der Veterinärmedizin

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Thema: Ratgeber

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Bei der Telemedizin führen Ärzte Diagnosen und Beratungen mit Hilfe von Videokonferenzen, an denen mindestens sie selbst und der Patient teilnehmen, durch. Die Ergänzung des gesprochenen Wortes durch Videobilder in Echtzeit erlaubt es, vor allem an den Arzt deutlich mehr Informationen zu übermitteln. Dafür wird oft der Messenger-Dienst WhatsApp oder eine eigens entwickelte App verwendet.

In der Humanmedizin stehen Erkrankungen im Mittelpunkt, die relativ einfache Syptome zeigen und im ersten Schritt – in Abhängigkeit vom Gesamtbild – oft standardmäßig oder sogar mit Hausmitteln behandelt werden, so etwa Erkältungen, Durchfall, Fieber, Migräne sowie Hals- oder Bauchschmerzen. Auch Fragen zur Verhütung lassen sich fast immer telemedizinisch beantworten.

Im Tierbereich, der Veterinärmedizin, stehen neben klassischen Symptomen wie etwa Durchfall, Fieber oder Zittern auch Beratungen zum Thema Zeckenmittel und Wurmkuren auf der täglichen Agenda. Gerade Mittel gegen Zecken gewinnen an Bedeutung, denn die blutsaugenden Milbentiere, die ernsthafte Erkrankungen verbreiten können, breiten sich in einigen Regionen immer stärker aus und sind in milden Wintern mittlerweile ganzjährig aktiv.

Wie eine telemedizinische Beratung abläuft

Je nach Arztpraxis oder Medizinischem Versorgungszentrum gelangen unterschiedliche Möglichkeiten zur Anwendung. Typisch ist etwa, sich in einem ersten Schritt zu registrieren. Dann folgt oft das Ausfüllen eines medizinischen Fragebogens. Hier wird das Ziel des Online Arztbesuchs abgefragt, etwa, ob man ein Rezept, eine Krankschreibung oder vielleicht ein Gutachten benötigt. Wird mit einer spezifischen Software gearbeitet, folgt im nächsten Schritt das Herunterladen einer App.

Jetzt kann mit dem Arzt ein Termin vereinbart werden. Das ist bei Gesundheitsdienstleistern, die stark auf Telemedizin setzen, oft kurzfristig möglich. Der zuständige Arzt meldet sich dann zum vereinbarten Termin per Videotelefonie. Ist die Verbindung hergestellt, kann der Patient sein Problem schildern, eventuell mit der Handykamera oder der des Tablet-PCs Symptome zeigen und, wenn die Informationen ausreichend sind, der Arzt seine Diagnosen stellen. Rezepte und Krankschreibungen kann der Arzt im Anschluss an das Gespräch sofort ausfertigen. Diese können ganz einfach mit der App heruntergeladen werden.

Wer übernimmt die Kosten der Telemedizin?

In aller Regel übernehmen in der Humanmedizin die Krankenkassen die Kosten der Konsultationen bei Online Ärzten. Im Tierbereich ist dies jedoch anders: Hier wird meist zwischen einer einmaligen und einer laufenden Beratung unterschieden. Laufende Beratungen werden oft in einer Flatrate angeboten und per Abomodell abgerechnet. So eine Flatrate kostet bei den Anbietern rund in vielen Fällen rund zehn Euro im Monat. Einzelberatungen werden je nach Anbieter meist mit 15 Euro bis ungefähr 40 Euro in Rechnung gestellt.

Für wen sich dieser Service eignet

Eine Online Sprechstunde eignet sich am besten für leichte Krankheitsverläufe, die kaum Komplikationen erwarten lassen, sei es nun ein Schnupfen, Übelkeit oder ähnliches – im Vordergrund steht beim ärztlichen Online Service neben der Diagnose nämlich die Beratung sowie gegebenenfalls die Krankschreibung und die Ausstellung von Rezepten. Auch wenn der Patient schlecht transportfähig ist, kann eine Online Arztkonsultation zweckmäßig sein. Außerdem kann die Online Vorstellung beim Arzt die Hemmschwelle vor dem Arztbesuch senken, wodurch die Erstdiagnose vielleicht ernsthafterer Erkrankungen früher gestellt werden kann. So ein Fall sind etwa andauernde oder immer wieder auftretende Kopfschmerzen, die man zwar mit Schmerzmitteln überspielen kann, die jedoch unbedingt ärztlich abgeklärt werden sollten.

Wer viel unterwegs ist oder immer wieder unter Termindruck steht, der wird neben dem Vorteil der Zeitersparnis vor allem schätzen, dass der virtuelle Arztbesuch überall dort möglich ist, wo das Internet anliegt. Der Arztbesuch wird terminiert und kann ohne großen Aufwand online stattfinden. Anfahrts- und Wartezeiten entfallen und binnen einer Viertelstunde ist meist alles erledigt. Dies erfreut natürlich nicht nur den Patienten, sondern diese Arbeitsweise ist auch für Ärzte praktischer, einfacher und kostengünstiger zugleich. Übrigens kann es auf Reisen, etwa im Auslandsurlaub, von großem Vorteil sein, seinen Hausarzt, der einen kennt, online und ohne Verständigungsprobleme konsultieren zu können.

Ganz sicher wird es auch künftig nicht ohne den Arztbesuch im Sprechzimmer gehen. Besteht aber ein gutes Vertrauensverhältnis, können bestimmte Arztbesuche ins Internet verlagert werden. Wer etwa nur ein Folgerezept benötigt, braucht in den wohl meisten Fällen nicht persönlich zu erscheinen und kann sein Anliegen online erledigen.

Eignet sich der Online Service auch für Notfälle?

In der Humanmedizin wäre für bestimmte Notfälle ein Sofortservice denkbar, der bis zum Eintreffen eines Notarztes Rat gibt; allerdings wird ein solcher Service wohl noch nicht geboten. Für viele Erkrankungen und Verletzungen ist die Online Vorstellung beim Arzt zudem generell nicht geeignet, bei Dauerpatienten allenfalls für Kontrolltermine. Ein ganzheitliches Bild vom Patienten kann sich ein Arzt nun einmal nur bei persönlicher Präsenz machen, die zudem weitergehende Untersuchungen erlaubt.

Anders im Veterinärbereich: Hier ist bei einem Notfall eine tierärztliche Beratung beziehungsweise Erstberatung oft sehr hilfreich. Oft weiß ein Tierbesitzer nämlich nicht, wie er in bestimmten Situation mit Hund, Katze oder anderen Haustieren handeln sollte. Gerade bei neu angeschafften Tieren fehlt die Erfahrung. Zum Beispiel ist für einen neuen Tierbesitzer nicht sofort erkennbar, wann der Hund einen Hitzschlag oder ähnliches erleidet. Die notwendigen Maßnahmen können bestimmten Fällen vom Tierarzt sogar einfach per Telefon angewiesen werden.

Fazit

Telemedizinische Beratungen – sprich Ferndiagnose und Fernbehandlung – sind nun auch auf dem deutschen Gesundheitsmarkt angekommen. In den letzten Jahren haben sich hierzu vermehrt Startups etabliert, die den Service der ärztliche Beratungen offerieren. Zusammen mit eigens entwickelten Apps wird die Servicequalität laufend verbessert und dem Patienten, der generell immer mehr zum Kunden wird, ein angenehmes Nutzererlebnis geboten. Wer den Online Service einmal genutzt hat, wird ihn mit hoher Wahrscheinlichkeit auch weiterhin nutzen, denn die Vorteile überwiegen ganz klar. Wenn die Krankenkasse die Kosten übernimmt, kann man diesen Service getrost ausprobieren.

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  • Quelle: red | Foto mit Laptop: Tumisu, Pixabay License; Foto mit Hund: mirkosajkov / Mirko Sajkov, Pixabay License
  • Erstellt am 19.09.2021 - 10:11Uhr | Zuletzt geändert am 19.09.2021 - 12:17Uhr
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