Vom Trödelmarkt in Kemnitz O/L

Vom Trödelmarkt in Kemnitz O/LKemnitz O/L. Kemnitz gehört zu Bernstadt auf dem Eigen, und Kemnitz hat einen rührigen Kulturverein. Ob Trödelwochenende, Himmelfahrt, Oberlausitzer Oktoberfest oder das Rahmenprogramm zum Traktortreffen - so wünscht man sich ein lebendiges Dorf.

Unverkäuflicher brauner Trödel - Kolumne von Fritz R. Stänker

Unverkäuflicher brauner Trödel - Kolumne von Fritz R. Stänker

Über den Markt bummeln oder einfach nur zugucken - der Kemnitzer Trödelmarkt hat Flair.

Der Trödelmarkt vom 20. bis 22. Mai 2011 mit 80er-Jahre-Disco war bei perfektem Wetter das Ziel nicht nur der Einheimischen, sondern auch von Ausflüglern aus dem umliegenden Orten, sogar Görlitzer wurden gesichtet. Wer sich auf den Weg gemacht hatte wurde belohnt von einem breiten Trödel-Angebot, das kaum Wünsche offen ließ.

Die Frauen und Männer des Kulturvereins sowie private Anbieter hatten die Bewirtung perfekt im Griff, das Speisenangebot reichte von der Fischsemmel über die beeindruckende Riesenbratwurst und das Schnitzelbrötchen bis zur Gulaschsuppe. Für die Kinder war die Schaukelanlage in Betrieb.

Entspannte Atmosphäre also, wäre am Sonntag nicht ein hässlicher brauner Fleck im friedlichen Bild aufgefallen: Eine Handvoll Jugendliche, die über ihre T-Shirts keinen Zweifel an ihrer Nazi-Gesinnung aufkommen ließen. Da wurde klargemacht, wem "Ruhm und Ehre" gebührt, es wurden unverblümt die rassistischen "14 Worte" zitiert, ein T-Shirt-Aufdruck zeigte das altgermanische Sonnenrad, aus dem sich das Hakenkreuz ableitet, davor einen Speerträger, der auf einen Menschen zielt.

Selbst als alter Trödel ist diese zur Schau getragene Gesinnung nicht marktfähig. Die Kemnitzer und die Organisatoren des Marktes müssen sich fragen lassen, ob sie solche Auftritte in Zukunft noch tolerieren wollen.

Ein Plakat am Einlass "Nazis nicht willkommen!" wäre ein Zeichen dafür, dass das Nachdenken begonnen hat,

denkt Ihr Fritz R. Stänker

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Kommentare Lesermeinungen (2)
Lesermeinungen geben nicht unbedingt die Auffassung der Redaktion, sondern die persönliche Auffassung der Verfasser wieder. Die Redaktion behält sich das Recht zu sinnwahrender Kürzung vor.

Schild am Eingang?

Von Nicht. wie. ihr am 12.05.2018 - 10:22Uhr
Wie dämlich muss man nur sein, wen interessiert es wer willkommen ist oder nicht, seit wann kann Gesinnung kontrolliert werden?
Es gibt kein höheres Ideal als national und zu gleich sozial zu sein!

Nazis in der Öffentlichkeit

Von Ernst am 23.05.2011 - 11:53Uhr
Leider gehören erkennbar Rechtsgesinnte heute schon zum "normalen" Straßenbild, nicht nur bei Volksfesten.

Ein Hinweisschild "Nazis nicht willkommen" halte ich für eine gute Idee!

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  • Quelle: Text und Fotos: Fritz Rudolph Stänker
  • Zuletzt geändert am 22.05.2011 - 21:31 Uhr
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