Try it again, Sam!
Görlitz, 28. Oktober 2010. Der Technische Ausschuss des Görlitzer Stadtrates ist dem zuvor in einer Abstimmung ermittelten Vorschlag „Webwiesen“ zur Namensgebung für die neue Ufer-Parkanlage auf dem Gelände der ehemaligen Volltuchfabrik, dem späteren Massa-Gelände, nicht gefolgt. Vor einer Beschlussfassung im Technischen Ausschuss und Stadtrat sollen deshalb nun erneut drei Namensvorschläge öffentlich zur Abstimmung gebracht werden.
Fritz R. Stänker kommentiert die Paarung von kein Verstand und kein Mut
Die Stadtverwaltung hat sich bei den ähnlich klingenden Namen, welche die mehr als hundertjährige Nutzung der Fläche für einen Websaal und die Tuchfabrik aufnehmen, auf die kürzeste Bezeichnung konzentriert, die gleichzeitig auch Wortschöpfung des Wettbewerbssiegers und Planverfassers Büro Rehwaldt ist: Tuchpark.
Zur Wahl stehen nun:
- Webwiesen – Eine Namenskombination, die den ursprünglichen Charakter der Flusslandschaft mit der späteren, gewerblichen Nutzung auf doppelsinnige Weise verbindet.
- Tuchpark – Die kürzeste Variante eines Namens, der hundertjährige Tuchmacherei und künftigen Charakter der Fläche vereint und so den Uferabschnitt gut lokalisiert. Ähnliche namen waren Tuchweber Park, Tuchgärten, Tuchmacher Park bzw. Ufer.
- Uferpark – Eine offene, allgemeine Bezeichnung, die die Ausdehnung auf den gesamten gegenwärtig als "Brückenpark" geführten Park entlang des Neißeufers nahelegt.
Stadtplaner Friedemann Dreßler hofft nun, dass sich nochmals viele Bürger beteiligen und ihr Votum abgeben.
Abstimmen!
Bis zum 25. November 2010 kann der Vorschlag per eMail an f.dressler@goerlitz.de
bzw. per Post an Stadtverwaltung Görlitz,
Stadtplanungs- und Bauordnungsamt, Stichwort: Name Ufergelände,
Untermarkt 6-8, 02826 Görlitz
gesendet werden oder auch in den Bürgerbüros der Stadt abgegeben werden.
Kommentar
Wo sich kein Marketingverstand mit kein Mut paart, kommen halt nur Belanglosigkeit und Austauschbarkeit heraus. Wer aus Ungenügendem auswählen lässt, wird nur Ungenügendes erhalten.
Man lege einer Auswahl von unter Dreißigjährigen (bei Älteren würde es sicher auch klappen) das Wort "Webwiesen" zum Lesen vor: Wie werden sie es wohl aussprechen – wie "Web" von "Weben" oder wie "Web" von "World Wide Web"? Ich garantiere: Mit Weben haben die einfach nix am Hut. Ein webtechnisches Missverständnis ist also vorprogrammiert, glatter Webfehler.
Bei Tuchpark wird sich wohl mancher die Frage stellen, was die ähnlich klingende Pilsmarke am Neißestrand zu suchen hat – der ist doch biermäßig schon besetzt?
Sorry, und "Uferpark" ist austauschbar wie "Central Park" – aber der liegt eben in N.Y. und nicht in Görlitz.
Die Würze liegt also nicht immer in der Kürze.
Wie schön atmet doch – nur als Beispiel – der Name "Tuchmacher Park", er verweist auf Geschichte, lässt die Arbeit von Menschen in vergangenen Tagen erahnen, klingt zugleich romantisch, die Phantasie springt an und Fragen entstehen. Wer waren diese Tuchmacher? Wann? Welche Tuche? Wie? ... Ein Effekt, der mit "Tuchpark" nicht erreichbar ist. Im Gegenteil, böse gesehen klingt das etwas wie Park+Ride, bestenfalls wie der Ort, wo man auf Tuchfühlung geht. Aber vielleicht gibt es bei "Tuchmacher Park" ja Befindlichkeiten wegen eines gleichnamigen Hotels?
Bürgerbeteiligung ist schön und gut und wichtig, die letzte Auswahl aber bitte durch Experten, die etwas von der Interpretation von Bezeichnungen im Hirn verstehen und von deren Wirkung – und durch Experten, denen auch ein Technischer(!) Ausschuss nicht zu widersprechen wagt.
Mein Vorschlag wäre übrigens "Ruhepark", warum, kann sich jeder selbst überlegen.
Aber diesen Vorschlag mache ich nur, weil er sich sowieso nicht durchsetzt,
bekennt Ihr Fritz R. Stänker
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- Quelle: red | Fritz Rudolph Stänker
- Erstellt am 28.10.2010 - 20:50Uhr | Zuletzt geändert am 05.10.2021 - 12:33Uhr
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