Halbstarke nicht angezeigt
Görlitz-Zgorzelec. Eine Tageszeitung berichtete am 10. Juli 2009, dass zwei deutsche Kinder in einem Zgorzelecer Schwimmbad von polnischen Halbstarken drangsaliert und "verdroschen" worden seien. Weder der Polizei noch den Behörden beiderseits der Grenze ist etwas davon bekannt.
Zgorzelec und Görlitz wollen Aufklärung
Der Görlitzer Oberbürgermeister Joachim Paulick hat unverzüglich zu dem in der Zeitung dargestellten Übergriff mit der Stadtverwaltung Zgorzelec Kontakt aufgenommen. Doch auch dort wusste man von nichts. „Zunächst haben wir die Stadtverwaltung informiert, von dem dargestellten Sachverhalt war dort bislang nichts bekannt“, erklärte der Görlitzer Oberbürgermeister.
Am Nachmittag hatte Paulick dann Gelegenheit zu einem persönlichen Gespräch mit dem stellvertretenden Zgorzelecer Bürgermeister Radoslaw Baranowski. Dessen Recherche hat bisher noch keine Aufklärung bringen können, ob, wann bzw. wie sich der Vorfall ereignet hat. Bislang sind kaum Details bekannt. Eine zeitliche Eingrenzung sei aufgrund der Schließzeit des Görlitzer Neißebades und des Bades in Zgorzelec jedoch auf zwei Tage möglich. Der Geschäftsführer der städtischen Gesellschaft, zu der auch das Bad in Zgorzelec gehört, wird die im Schichtdienst tätigen Mitarbeiter befragen.
„Wenn sich dieser Überfall so zugetragen haben sollte, bedauern wir das sehr und bitten um Entschuldigung. Gleichzeitig hoffen wir, dass es sich um einen Einzelfall handelt und auch dabei bleibt. Wir sind nicht ermittelnde Behörden, haben aber großes Interesse daran, zur Aufklärung beizutragen, um das deutsch-polnische Verhältnis nicht zu belasten,“ sagten Radoslaw Baranowski, stellvertretender Bürgermeister der Stadt Zgorzelec, und Joachim Paulick, Oberbürgermeister der Stadt Görlitz, einstimmig.
Darüber hinaus sprachen sie die Empfehlung aus, bei derartigen Fällen sofort Anzeige bei der Polizei zu erstatten. Da dies offensichtlich nicht geschehen ist, hatte die Stadt Zgorzelec keine Kenntnis von diesem Vorkommnis. Der stellvertretende Zgorzelecer Bürgermeister will den Sachverhalt nachträglich klären lassen. „Ungewöhnlich ist für uns, dass die Familie sich damit nicht an die Polizei, sondern die Presse wendet und den Kontakt nicht zur Stadt Görlitz oder zu uns gesucht hat“, wundert sich Baranowski.
Kommentar
Was und wie es sich zugetragen hat, wird hoffentlich ermittelt werden. Aber eins steht schon jetzt fest: Wer in die Pauschalkiste langt und ein vorschnelles Urteil fällt, hat unrecht.
Randalierende Halbstarke sind in Polen wie in Deutschland Bestandteil der Gesellschaft. Dass solche Typen für ihre Aggressionen ständig einen Anlass suchen - sei es Nationalität, Fußballmannschaft, Wohnort oder Aussehen - ist bekannt.
Erste heute war am Nachmittag auf dem Marktkauf-Parkplatz folgende Szene zu erleben: Ein polnischer Autofahrer hält kurz an, um sich auf der Suche nach einer Parklücke zu orientieren. Einem Deutschen, der mit vollem Einkaufswagen zu seinem Auto will, steht er damit im Weg und wird sofort angebrüllt: "Willst Du nicht endlich weiterfahren!" Was mit der Unfreundlichkeit anfängt, äußert sich in bestimmten Kreisen dann brutaler.
Das eigentlich Peinliche an solchen Vorfällen ist, dass weggeschaut wird - ganz gleich, ob es gegen Kinder oder Erwachsene geht.
Bissel Arsch in der Hose wäre ganz gut,
empfiehlt Ihr Fritz R. Stänker
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- Quelle: /FRS | Erstveröffentlichung am 10.07.2009 - 17:04
- Erstellt am 10.07.2009 - 16:42Uhr | Zuletzt geändert am 10.07.2009 - 19:33Uhr
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