PISA-Test 2006
Sachsen. Ab heute stellen sich an 73 sächsischen Schulen alle 15jährigen Schüler den Aufgaben von PISA 2006. Darunter sind 46 Mittelschulen, 24 Gymnasien, zwei Berufsschulzentren und eine Förderschule.
Sachsens Schüler verteidigen Spitzenplätze
Die Auswahl der Schulen erfolgte nach dem Zufallsprinzip. Bis Ende Mai sollen die Tests abgeschlossen sein. Schwerpunkt diesmal ist der Bereich Naturwissenschaften. Die Hälfte der Aufgaben erfassen deshalb wichtige Themenkomplexe aus Physik, Chemie, Biologie und den Geowissenschaften. Die Schüler sollen zeigen, dass sie ihr bisher erworbenes Wissen auch situationsgerecht anwenden können. Jeweils ein Viertel der Aufgaben stammt außerdem aus den Bereichen Mathematik und Lesen. Die Tests werden an einem, maximal an zwei Tagen, durchgeführt. Die Bearbeitungszeit liegt bei rund drei Schulstunden pro Fachgebiet.
Beim letzten PISA - Test 2003 belegten die sächsischen Gymnasiasten in Naturwissenschaften national Platz 1. Insgesamt erreichten Sachsens Schüler in den Bereichen Naturwissenschaften und Mathematik nach Bayern den zweiten Platz.
2006 ist Deutschland insgesamt mit 230 Schulen und rund 5750 Schülern dabei. Weltweit beteiligen sich 57 Länder. Die nationale Ergänzungsstudie sammelt zusätzlich Daten von bundesweit 1500 Schulen und rund 57.000 Schülern. Die internationalen Vergleichsergebnisse sollen im Dezember 2007 vorliegen. Die Ergebnisse der nationalen Studie im Herbst 2008.
Kommentar:
Der sprichwörtliche "schlaue Sachse" hat weit zurück reichende Wurzeln: Schon zu Kaisers Zeiten brauchte die sächsische Industrie gut ausgebildete Arbeiter und Ingenieure, während woanders einfaches Rechnen und Schreiben ausreichend waren. Entsprechend enstanden Schulen und höhere Lehranstalten. Sächsiche Erfindungen veränderten die Welt: Kaffeefiltertüte, Postpaket und Zahnpasta stammen genauso aus Sachsen wie die erste deutsche Lokomotive oder die experimentelle Psychologie.
Heute braucht es neben einem leistungsfähigen Schulsystem, das die Leistungsschwächeren nicht vorzeitig "selektiert" und aufs Abstellgleis schiebt, vor allem gut ausgebildete und engagierte Lehrer. Wer sich als Erwachsener an seine Schulzeit erinnert, dem fallen gewöhlich zuerst die vielleicht etwas skurrilen Typen ein, die ihren Beruf mit Hingabe ausübten - von deren vermittelten Wissen hat man sich auch was gemerkt, nicht von den "Lehrplanabarbeitern".
Am wichtigsten ist aber eine klare Motivation für die Schüler selbst: Eine Gesellschaft und vor allem eine Wirtschaft, die sagt "Wir warten auf Euch!"
Bildung ist ein hoher Wert, und die Investition muss sich für Schüler und Studenten wieder lohnen. Die Erfahrungen der gegenwärtigen "Generation Praktikum" sprechen eher dagegen und es wäre fatal, wenn sich diese auf die nächsten Schülergenerationen übertragen würden.
/Thomas Beier
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- Quelle: /SMK
- Erstellt am 24.04.2006 - 08:44Uhr | Zuletzt geändert am 24.04.2006 - 09:05Uhr
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