Schenken und die Welt ein wenig besser machen

Schenken und die Welt ein wenig besser machenGörlitz, 13. Oktober 2020. Die Weihnachtszeit, nein, angekommen ist sie – abgesehen von den Discountern, bei denen das Weihnachtssortiment bereits Einzug hält – in Görlitz noch nicht, aber sie steht vor der Tür. Die Wochen vor Weihnachten sind für viele die Zeit, in der die Geschenke für die Familie und die Freunde besorgt werden müssen. Zugleich wandern die Gedanken zu jenen, die es nicht so einfach im Leben haben, aber auch eine schöne Weihnacht erleben sollen.

Abb.: Schnell kommt die Adventszeit näher: Der Schlesische Christkindelmarkt zu Görlitz zählt zu den schönsten überhaupt und öffnet vom 4. bis zum 20. Dezember 2020 seine Tore, wenn auch sicherlich Coronaauflagen zu erwarten sind

Archivbild: © Görlitzer Anzeiger

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Beim Einkauf an Fairness und Nachhaltigkeit denken

Wenn man helfen möchte, gibt es grundsätzlich zwei Möglichkeiten: Eine einmalige Hilfe wie etwa eine Spende oder eine regelmäßige Zuwendung an eine Organisation oder Person, die man für unterstützenswert hält. Beides setzt eine deutliche Portion Altruismus – Uneigennützigkeit – voraus und bei so manchem sind die Grenzen dafür schnell erreicht.

Einen für viele einfacheren Weg bietet der Alterozentrismus: Eigennutz und Gutes tun miteinander verbinden. Das mag sich zunächst ein wenig seltsam anhören, lässt sich aber leicht erklären. Angenommen, jemandem geht es richtig gut und er verschenkt deshalb ständig und großzügig sein Hab und Gut. Die logische Folge wäre: Irgendwann geht es ihm selbst nicht mehr gut und er kann niemandem mehr helfen. Das alterozentristische Prinzip hingegen läuft darauf hinaus, das Gute mit dem Nützlichen zu verbinden, in letzter Konsequenz: Tue Gutes, damit es dir selbst gut geht oder, noch deutlicher: Lass es dir gut gehen, damit es anderen besser geht, so wie etwa wie zur "17 Tage ! 17 Essen ! 17 Uhr"-Aktion auf dem Schlesischen Christkindelmarkt zu Görlitz.

Welthungerhilfe und fairer Handel

So weit die Theorie. Praktisch aber braucht manchmal gar keinen Mehraufwand zu treiben, beispielsweise wenn man seine Weihnachtsgeschenke bei einem Anbieter kauft, der seine Lieferanten fair bezahlt. Bei DW Shop etwa profitieren Lieferanten in der Dritten Welt. DW Shop steht für die Dritte Welt-Shop Ges. für Entwicklungsförderung mbH, gegründet im Jahr 1976 auf Initiative der Welthungerhilfe.

So, wie die Welthungerhilfe für "Hilfe zur Selbsthilfe" steht, ist die Idee von DW Shop "Helfen durch Handeln": Auch kleinere Produzenten erhalten dadurch einen Zugang zum Markt und werden fair bezahlt. Zugleich wird dadurch ein “Lernen durch Machen” (learning by doing) möglich,etwa, um Herstellungsmethoden umweltfreundllicher zu gestalten – Einfluss darauf hat man ja nur, wenn man ein willkommener Abnehmer ist, auf den Hersteller nicht verzichten möchten.

Um bei Geschenken zu bleiben: Nahezu zwangsläufig sind die DW Shop-Produkte weitestgehend handgefertigt und dadurch fern jeder Massenware recht individuell. Wer etwas verschenkt will schließlich nicht, das der Beschenkte sein Geschenk zwei Tage später in irgendeinem Laden wiedersieht. Außerdem legen immer mehr Menschen Wert auf Nachhaltigkeit und wollen zudem, dass nicht Zwischenhändler den großen Reibach machen, sondern die Produzenten vernünftig bezahlt werden. So etwa bei den angebotenen Strickwaren aus hochwertiger Alpakawolle, die in Handarbeit in Peru und Bolivien hergestellt werden. Das sind Produkte, die schon wegen ihrer Natürlichkeit und Langlebigkeit den Nachhaltigkeitsgedanken fördern. Zur Nachhaltigkeit gehört übrigens auch das zeitlose Design: Was über Jahre hinweg genutzt werden soll, darf schließlich nicht außer Mode kommen.

Nachhaltigkeit lässt sich auf vielen weiteren Gebieten leben: Plastik nur dort, wo nötig, gebrauchte Dinge weiternutzen, Verzicht auf kurzlebiges elektronisches Spielzeug, Bevorzugung von Produkten aus nachhaltiger Landwirtschaft.

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  • Quelle: red | Foto: © Görlitzer Anzeiger
  • Erstellt am 13.10.2020 - 09:51Uhr | Zuletzt geändert am 13.10.2020 - 10:29Uhr
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