Sven Thieme: »Corona benachteiligt Frauen!«

Sven Thieme: »Corona benachteiligt Frauen!«Görlitz, 5. Juni 2020. Die Corona-Krise hat das Ausgabe- und Vorsorgeverhalten in der Bevölkerung signifikant verändert. 50 Prozent aller Teilnehmer einer aktuellen Umfrage von Fidelity International gaben an deutlich weniger auszugeben als vor dem Lock Down der Wirtschaft. Besonders stark betroffen sind Frauen. Laut einer Fidelity-Umfrage sparen Frauen seit Ausbruch der Corona-Krise deutlich mehr als Männer: 40 Prozent aller befragten Frauen gaben an weniger auszugeben als vorher, während nur 25 Prozent aller befragten Männer ihre Kosten reduziert haben. Größere Anschaffungen werden von 26 Prozent aller Frauen und 15 Prozent aller Männer aufgeschoben.

Sven Thieme ist Geschäftsführer der Competent Investment Management GmbH aus Coswig

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Altersvorsorge der Frauen leidet besonders

Und auch bei der Altersvorsorge legen mit 14 Prozent deutlich mehr Frauen den Sparstift an als Männer, die nur in 4 Prozent der Fälle Zahlungen für die Altersvorsorge kürzen oder ganz aussetzen. "Wir sehen einen klaren Trend, dass Frauen durch die Corona-Krise höhere Abstriche bei der Altersvorsorge machen als Männer. Das wird sich langfristig bei den Ansprüchen im Alter bemerkbar machen", sagt dazu Sven Thieme, Geschäftsführer der Competent Investment Management GmbH aus Coswig.

Dauerhaft planen zwar nur 3 Prozent aller Befragten an der Altersvorsorge sparen zu wollen, dennoch verschärft die aktuelle Krise einige negative Entwicklungen. Tendenziell sinkt die gesetzliche Rente seit Jahren kontinuierlich. Derzeit schreibt das vom Bundestag verabschiedete Rentenpaket eine Standardrente nach 45 Beitragsjahren von gerade einmal 48 Prozent fest. Verbraucherschützer und Finanzberater empfehlen als Faustformel ein Niveau von 80 Prozent, um den Lebensstandard im Alter zu halten.

Frauen droht vermehrt Altersarmut

Bis 2035 droht laut Forschern der Bertelsmann Stiftung, des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) und des Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) die Armutsquote im Alter von 16 auf 20 Prozent zu steigen. Auch die Anzahl der Empfänger von Grundsicherung soll den Forschern zufolge von 5,5 auf 7 Prozent steigen.

Aufgrund des Gender Pay Gaps sind Frauen überproportional durch Altersarmut gefährdet. Im Durchschnitt verdienen Frauen im EU-Raum rund 16 Prozent weniger als Männer, was sich entsprechend auf die Höhe der gesetzlichen Rentenansprüche auswirkt. "Frauen müssen im Schnitt eine höhere Sparleistung erbringen, um auf dasselbe Einkommensniveau im Alter zu kommen", kommentiert Sven Thieme, Geschäftsführer der Competent Investment Management GmbH.

Wunsch nach stärkerem Staat

Jeder zweite Deutsche hat aufgrund der Corona-Krise seine Meinung zum Thema Altersvorsorge geändert. Laut der Fidelity-Umfrage wünschen sich 34 Prozent aller Frauen, dass sich der Staat stärker um die Altersvorsorge kümmern soll. 40 Prozent aller Befragten gaben zudem an, dass mehr Unterstützung und Informationen durch den Staat bereitgestellt werden sollten. Vor allem junge Menschen zeigten mit 67 Prozent einen sehr hohen Bedarf an digitalen Informationsangeboten.

Claudia Barghoorn, Leiterin Privatkundengeschäft und digitale Vermögensverwaltung von Fidelity International, warnt allerdings davor, sich bei der Altersvorsorge auf den Staat zu verlassen: "Gerade Frauen sollten sich beim Thema Altersvorsorge nicht allein auf den Staat verlassen – weder bei der gesetzlichen Rente noch bei den Informationsangeboten."

Viel Hoffnung auf eine höhere gesetzliche Rente sollte sich in Deutschland auch niemand machen. In den nächsten zehn Jahren wird sich die Situation für Rentner eher verschärfen, weil die Generation der Babyboomer in den Ruhestand geht, meint Competent Investment Chef Sven Thieme. Bereits 2027 werden 100 Arbeitnehmer die Altersbezüge von 47 Rentnern finanzieren müssen. Zum Vergleich: 2017 lag das Verhältnis bei 100 Arbeitnehmern auf 36 Rentner.

An einer privaten Altersvorsorge führt kein Weg vorbei

Das gilt vor allem für Frauen, die im Schnitt ein niedrigeres Rentenniveau erwartet. "Um nicht im Gender-Pension-Gap zu landen, müssen vor allem Frauen jetzt handeln. Webinare, Videokonferenzen, Livechats – es gibt so viele Möglichkeiten, sich das nötige Wissen anzueignen", so der Tipp von Claudia Barghoorn, Leiterin Privatkundengeschäft und digitale Vermögensverwaltung von Fidelity International. Die aktuelle Situation sei ein Weckruf an alle, die schon viel zu lange die Planung ihres Ruhestands aufgeschoben haben.

Die meisten Experten raten bei der Planung der Altersvorsorge zur Nutzung des 3-Säulen-Modells. Die gesetzliche Rente wird dabei durch staatlich geförderte Produkte wie die Riesterrente ergänzt. Die dritte Säule bilden Aktien und Kapitalmarktprodukte, aber auch Edelmetalle, Immobilien und andere Sachwerte können zum Aufbau von Vermögen genutzt werden.

"Jede der Produktkategorien hat spezifische Vor- und Nachteile", erläutert Sven Thieme, Geschäftsführer der Competent Investment Management GmbH, "Aktien sind beispielsweise dem Auf- und Ab der Börsen ausgesetzt. Edelmetalle gelten hingegen als wertstabil, aber werfen auch keine Zinsen ab. Immobilien, insbesondere zur Eigennutzung, gelten als attraktives Investment, dafür aber sehr langfristiges Investment, das ein konstantes Einkommen voraussetzt." Sven Thieme, Chef der Competent Investment Management resümiert: "Letztendlich setzt die Planung der Altersvorsorge ein individuelles, auf die Bedürfnisse des Einzelnen abgestimmtes Konzept, voraus."

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  • Quelle: red | Foto: PR
  • Erstellt am 05.06.2020 - 06:11Uhr | Zuletzt geändert am 05.06.2020 - 07:04Uhr
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