Görlitz im Zeichen der Digitalisierung

Görlitz im Zeichen der DigitalisierungGörlitz, 6. Mai 2020. Die Stadt Görlitz ist vor allem als touristischer Hotspot bekannt. Sie lockt mit einzigartiger Architektur, kultureller Fülle und Großveranstaltungen vor historischer Kulisse – wenn auch erst dann wieder, wenn die Coronapandemie es zulässt. Welche Rolle spielt dabei die Digitalisierung, die in vielen Bereichen den Alltag umkrempeln soll? Wie ist der Stand, wo gibt es Ansätze? Welche neuen Zielgruppen könnte es für den Görlitz-Tourismus geben?

Vormittags in der Görlitzer Altstadt, die geradezu wie dafür geschaffen ist, zu Fuß erkundet zu werden

Archivbild: © Görlitzer Anzeiger

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Potential Geschäfts- und Kongresstourismus

Potential Geschäfts- und Kongresstourismus

Auf dem Görlitzer Untermarkt und in den angrenzenden Straßen haben sich, Kneipen, Cafés und Restaurants angesiedelt

Archivbild: © Görlitzer Anzeiger

"Görlitzer Stadtführung per Handy möglich", meldete Bild vor neun Jahren im Mai. Wenn man den Suchmachinen des Internets glauben darf, gibt es die App noch immer nur für iOS (3,99 Euro), die seinerzeit angekündigte Android-Variante hat sich, wenn sie denn überhaupt existiert, im Web verdammt gut versteckt. Dem Geschäft der Görlitzer Stadtführer dürfte es durchaus zuträglich sein, wenn Besucher der Neißestadt anstatt auf eine App auf eine persönlich-analog geführte Sightseeing-Tour zurückgreifen.

Orientierung bieten zudem die im Dezember 2006 in Betrieb genommenen fünf Infoterminals in Görlitz, die zum Touristischen Informationssystem gehören. Doch der Tourist, der sich Görlitz mit seinen Sehenswürdigkeiten und Veranstaltungen vielleicht an einem langen Wochenende erschließen will, ist gut beraten, sich über alles aus der Görlitzer Kategorie "must have seen" vorab zu informieren. Infoquellen im Web existieren dazu reichlich, nicht zuletzt gibt der Webauftritt der Stadt Görlitz auf übersichtliche Weise viele Anregungen.

Die Zahl der historisch oder kulturell interessanten Sehenswürdigkeiten übersteigt für die meisten Görlitz-Touristen in aller Regel die zur Verfügung stehende Zeit. Dabei ist es jedoch Geschmackssache, ob man seinen Aufenthalt in der schönen Stadt perfekt durchplant und sich vielleicht von einem elektronischen Guide begleiten lässt – oder ob man sich nur wenige Highlights wie etwa das Kulturforum Neue Synagoge ausguckt und sich ansonsten treiben lässt und eher auf zufällige Entdeckungen abseits der touristischen Pfade setzt.

Görlitz – immer eine Reise wert, auch im Geschäftstourismus

Zu hoffen ist, dass künftig die Zahl der Geschäftsreisen nach Görlitz steigt. Neue Forschungseinrichtungen und die in Sanierung befindliche Stadthalle können ebenso dazu beitragen wie die in den letzten Jahrzehnten in Görlitz angesiedelten Wirtschaftsunternehmen. Wenn auch das unmittelbar benachbarte Polen die deutsch-polnische Europastadt stärker als Ort für Firmenevents, Messen und vor allem für größere Kongresse entdeckt, kann sich eine solche Entwicklung korrespondierend mit der fortschreitenden Digitalisierung weiter verstärken.

Für Unternehmen und Verbraucher bedeutet Digitalisierung nicht nur Maßnahmen und Nutzung entsprechender Angebote im eigenen Umfeld, sondern auch die Verfügbarkeit entsprechender Dienstleister, vom DSL-Anbieter über das Softwarehaus bis hin zum serviceorientierten Hardwareanbieter. Görlitz ist da in einigen Bereichen richtig gut aufgestellt, selbst bei einfachen Bedarfen, wenn man etwa das neue Windows 10 kaufen möchte, gibt es die Möglichkeit, dieses persönlich auszutesten und mit einem Fachberater über die neuesten Tools zu diskutieren.

Wer geschäftlich nach Görlitz kommt, für den gehört zumindest ein Kurzbesuch der historischen Altstadt zum Pflichtprogramm. Görlitz ist bekannt dafür, die schönsten und abwechslungsreichsten Altstadtviertel zu haben, wenn man die eigentliche Altstadt, die Nikolaivorstadt und die Gründerzeitbebauung getrennt betrachtet. Görlitz vereint Baustile vieler Epochen. Beispiele für solche Sehenswürdigkeiten findet man zum Beispiel in Form des Schönhofes von 1526, der heute Teil des Schlesischen Museums zu Görlitz ist. Auch das Kulturhistorische Museum ist mit dem Barockhaus und dem Kaisertrutz in geschichtsträchtigen Gebäuden untergebracht.

Tipp:
Ein Spaziergang durch die Stadt samst Aufenthalt in einem der vielen Lokale hat schon so manche festgefahrene geschäftliche Verhandlung einer guten Lösung zugeführt. Eine gute persönliche Beziehung kann durch die Digitalisierung halt nicht ersetzt werden.

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  • Quelle: red | Fotos: © Görlitzer Anzeiger
  • Erstellt am 06.05.2020 - 09:33Uhr | Zuletzt geändert am 06.05.2020 - 17:44Uhr
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