Was ist da eigentlich los bei euch im Osten?

Was ist da eigentlich los bei euch im Osten?Görlitz, 31. Oktober 2019. Die Frage, was da eigentlich los ist "bei euch" im Osten, begleitete einen Journalisten, der fünf Jahre lang als Korrespondent der Süddeutschen Zeitung für Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen arbeitete. 2018 ist sein Buch "Randland. Reportagen und Berichte aus dem deutschen Osten." erschienen. Wieder so einer, der in den Ost-ZOO kommt, bewertet, was er wahrnimmt, und das für eine altbundesdeutsche Zielgruppe aufbereitet zur Verbreitung freigibt – wenn Dresden, wo er arbeitete, nicht seine Heimat wäre.

Sich den Spiegel vorhalten: Der Spiegel zeigt das Antlitz, wie es wirklich ist, allerdings seitenverkehrt. Detailansicht des Eingangsportals am Barockhaus Neißstraße 30

Foto: © Görlitzer Anzeiger

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Was ist da eigentlich los bei uns im Osten?

Was ist da eigentlich los bei uns im Osten?

Manchmal bleibt das Eigentliche verborgen, wenn man vergisst, dass die Oberfläche, wenn überhaupt, nicht die ganze Wahrheit ist

Foto: © Görlitzer Anzeiger

Thema: Lesebühnen

Lesebühnen

Lesebühnen sind in Görlitz fester Kulturbestandteil - teils musikalisch unterlegt, teils mit Autoren von vor Ort, teils mit weitgereisten Schreib- und Lesenden.

Der Journalist und Buchautor ist Cornelius Pollmer. Auf seinen Reisen durch Mitteldeutschland Region entstanden viele Texte, die Antworten suchen und die sich in diesem Band zu einem Bild zusammenpuzzeln. Heimatbetrachtung mit innerem Abstand quasi, hätte er doch sonst gefragt, was bei uns los ist. Oder dieses trennende bei euch – bei uns gleich weggelassen.

Das Buch zeigt den Ersatz persönlichen Reichtums und finanzieller Sicherheit durch schöne Landschaften, etwa beim Wandern in der Sächsischen Schweiz, und Gegenwartskunst wie die Senkrecht-Busse in Dresden, die der sich so kunstsinnig gebenden Stadt bei vielen mehr Ablehnung als Nachdenken und Diskussion auslösten. Zu Bild, das das Buch vermittelt, gehören auch der Argwohn, der Hass und die Gewalt, mit denen sich Sachsen einen schwierigen Namen gemacht hat. Das bunte Deutschland steht neben Dunkeldeutschland, Realität in der Region.

Pollmer, geboren 1984 in Dresden, dürfte in den Neunzigern als Kind noch die Nachwehen der Sozialismus in der ostdeutschen Gesellschaft bemerkt haben. Er bliebt zum Studium der Volkswirtschaft in Dresden. In Görlitz fiel er auf, als er er im Februar 2019 die Vorstellung der Oberbürgermeister-Kandidaten im Görlitzer Theater brillant moderierte. Zu Pollmers beruflichen Stationen gehörten die Arbeit als Textchef der Jugendzeitschrift Spiesser und als freier Mitarbeiter bei der Sächsischen Zeitung. Nach der Ausbildung an der Deutschen Journalistenschule in München erhielt er ein Volontariat bei der Süddeutschen Zeitung, für die er ab 2013 aus Mitteldeutschland berichtete.

Cornelius Pollmer kommt nun zu einer Lesung, zu der die Görlitzer Sammlungen einladen, nach Görlitz. Die gehört zur Veranstaltungsreihe "Literaturforum Bibliothek – Autoren aus Sachsen in sächsischen Bibliotheken", einem Projekt, das in Sachsen lebenden Autoren und Übersetzern die Möglichkeit gibt, sich und ihr seit dem Jahr 2000 erschienenes Werk öffentlich vorzustellen. Veranstaltungsorte sind öffentliche und wissenschaftliche Bibliotheken, die damit als Lern- und Kulturorte stärker in die Aufmerksamkeit gelangen.

Prädikat: Unbedingt hingehen!
Donnerstag, 7. November 2019, 18.30 Uhr,
Barockhaus Neißstraße 30, 02826 Görlitz

Der Eintritt ist frei. Und wieder sind Fördermittel im Spiel: Das Projekt wird als Gemeinschaftsarbeit des Landesverbandes Sachsen im Deutschen Bibliotheksverband e.V. mit dem Sächsischen Literaturrat e.V. mit finanzieller Unterstützung des Sächsischen Staatsministeriums für Wissenschaft und Kunst durchgeführt.

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  • Quelle: red
  • Erstellt am 31.10.2019 - 05:58Uhr | Zuletzt geändert am 31.10.2019 - 07:11Uhr
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