Berzdorfer See im Gespräch

Berzdorfer See im GesprächGörlitz | Markersdorf, 6. Mai 2019. Manchmal könnte man den Eindruck gewinnen, zur Entwicklung des Berzdorfer Sees wird mehr diskutiert als getan. Gestern haben sich auf Initiative von Frank Seibel, Leiter des St. Wenzeslaus-Stifts in Jauernick-Buschbach, Bürger aus den Anliegerkommunen Görlitz, Markersdorf und Schönau-Berzdorf getroffen, um sich über ihre Interessen, Sichtweisen und Pläne zum See auszutauschen. Zum "See-Schoppen" am 5. Mai war der Seminarraum im St. Wenzeslaus-Stift bis auf den letzten Platz besetzt, nach einer kurzen Eröffnung setzte sofort ein intensiver Gedankenaustausch ein.

Unterschiedliche Ansätze, gemeinsames Ziel

Unterschiedliche Ansätze, gemeinsames Ziel

Frank Seibel (rechts) ließ ehrenamtlich Engagierte, Segler und unternehmerisch Tätige zu Wort kommen

Thema: Berzdorfer See

Berzdorfer See

Der Berzdorfer See – eine geflutete frühere Braunkohlegrube im Süden der Stadt Görlitz und zweitgrößter See Sachsens – entwickelt sich zu einem Naherholungsgebiet. Weitere Anrainergemeinden sind Markersdorf und Schönau-Berzdorf.

Die rund 50 Teilnehmer des Frühschoppens repräsentierten einen Mix aus Verantwortungsträgern aus Wirtschaft und Kommunen, Vordenkern und Machern sowie Interessierten. Immerhin hat der Berzdorfer See ja Bedeutung über die Anliegergemeinden hinaus. Vor diesem Hintergrund war auch Familie Klepatzki aus dem Schöpstaler Ortsteil Ebersbach gekommen. Die Familie betriebt hier den biologisch bewirtschafteten Schröterhof, auf dem Schafe und Lämmer, Schweine, Ferkel, Hühner und Gänse gehalten werden. Doch auf dem Hof gibt es nicht nur – alles bio – Eier, Wurst, Schinken, Speck und Honig zu kaufen, sondern Appartments, eine Ferienwohnung und einfache Unterkünfte für Wanderer und Rucksacktouristen zu mieten – und für die Feriengäste ist es schon interessant, was sich am Berzdorfer See tut.

Für die Einwohner des landschaftlich schön über dem Berzdorfer See gelegenen Jauernick-Buschbach gibt es bei aller erfreulichen Entwicklung einen Wermutstropfen: Zwar existiert eine eigene Anlegestelle, jedoch kein direkter Zugang dorthin – zumindest offiziell. Ursache ist eine Rutschung, die Rutschung P, deren erste Risse im März 1981 festgestellt wurden. Mit Rutschungen hatten die Bergleute in der Grube Berzdorf immer wieder zu kämpfen, von den mit der Buchstabenfolge des Alphabets benannten Rutschungen waren rund 40 Prozent der Tagebaukante betroffen. Die Rutschung P war die größte, sie ging 400 Meter über die geplante Tagebaukante hinaus.

Obgleich das Ziel, den See neben der Naherholung auch touristisch zu entwickeln, allen gemein war, zeigten sich in der Diskussion unterschiedliche Sichtweisen. Dennoch ist es wohl an der Zeit, bestimmte Fakten als gegeben zu nehmen, so beispielsweise den Namen des Sees und die Größe des Hafens. Anderes, wie die Zahl der Slipanlagen und der Naturschutz, wird weiter diskutiert und hoffentlich gemeinsamen Lösungen zugeführt werden. Allerdings war von den Naturschützern diesmal niemand dabei, der Auskunft über das Vogelparadies und die Schutzinteressen hätte geben können. Vielleicht klappt's ja zum nächsten See-Schoppen, der Anfang Juli stattfinden soll.

Last not least: Zu erwähnen ist unbedingt das Engagement der Segler am Berzdorfer See, die mit ihrem Segelstützpunkt an der Blauen Lagune auch international ausstrahlen und konsequent viersprachig auftreten. Mehrsprachige Unterlagen und Beschilderungen sollten für eine Region, die auf Tourismus setzt, selbstverständlich sein.

Mehr:
Über den See-Schoppen und seine Teilnehmer wird auf der Website von Markersdorf berichtet.




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  • Zuletzt geändert am 06.05.2019 - 09:21 Uhr
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