Digital Signage: Ein Kundenmagnet für den stationären Einzelhandel?

Digital Signage: Ein Kundenmagnet für den stationären Einzelhandel?Görlitz, 18. Januar 2022. Englische Fachbegriffe und Modewörter: Viele tun sich damit schwer. "Digital Signage" gehört zweifelsohne dazu und heißt nicht etwa "digitale Unterschrift", sondern steht für moderne digitale "Aushängeschilde" beziehungsweise Videowände, deren Inhalte über ein Programm eingespeist werden. Es ist jedoch müßig darüber zu diskutieren, ob die vielen kursierenden Anglizismen überhaupt angebracht sind, geschweige denn immer richtig verstanden werden. Die Werbebranche jedenfalls lacht noch immer über das "Come in and find out"-Desaster einer Drogeriekette.

Abb.: Die Prinzipien und Erlebniswelten des Online Shoppings auf den stationären Einzelhandel zu übertragen ist eine Überlegung wert

Bildquelle: Gerd Altmann, Pixabay License

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Digital Signage: Was ist das überhaupt?

Eindeutig klar ist: Digital Signage ist längst im alltäglichen Leben angekommen und quasi omnipräsent. Gerade in mittleren und größeren Städten ist so gut wie keine Geschäftsstraße mehr vorzufinden, in der man nicht mit Digital Signage konfrontiert wird. Grundsätzlich bezeichnet Digital Signage Technologien, die für mehrere Arten digitaler, meist großer Bildschirme genutzt werden, für die programmtechnisch im Einzelfall oder über Netzwerke Inhalte bereitgestellt werden. Was sollte man über Digital Signage wissen? Und weshalb kann es nützlich sein?

Wie eingangs erwähnt, bezeichnet Digital Signage die unterschiedlichsten digitalen Bildschirme und Bereitstellungstechnologien – und zwar für audiovisuelle oder nur visuelle Inhalte. Genau wegen dieser Vielfalt hat sich Digital Signage als Oberbegriff etabliert. Es gibt in jedem Anwendungsfall mindestens eine Bildfläche gibt, die einen bestimmten Inhalt zeigt – die Anlässe und Gründe hierfür können ebenso ausgesprochen vielseitig sein wie die Inhalte selbst.

Literatur zur Verwendung von Digital Signage ist spärlich gesät, genaue und ausführliche Beschreibungen für den Einsatz gibt es kaum, dafür aber viele Anbieter, die eine solche Anlagen gern verkaufen möchten. Der potentielle Anwender versteht daher oftmals gar nicht, wie komplex eine Digital Signage Installation eigentlich ist, geht sie doch über die rein technischen Aspekte weit hinaus.

Digitalisierung für den stationären Handel

Kunden sind beim Einkauf inzwischen die Abläufe und Informationsmöglichkeiten beim Online Shopping gewohnt und übertragen dies instinktiv als Erwartung an den stationären Einzelhandel. Der bleibt natürlich – angesehen von den Kassensystemen – großenteils analog, aber: Gerade für jüngere Zielgruppen ermöglicht Digital Signage dem stationären Einzelhandel, deren von Digitalisierung geprägte Erwartungen und Ansprüche besser zu erfüllen und für diese attraktiver zu werden.

Anders gesagt: Ein nicht besonders modern aussehender Laden kann eine noch so gute Auswahl haben – zunächst zählt der äußere Eindruck, der darüber entscheidet, ob jemand das Geschäft überhaupt betritt. Wenn man sich aber nun vorstellt, dass der Laden topmodern aussieht und vielleicht sogar mit einer Videowand ausgestattet ist, auf der die verschiedensten Produkte ansprechend und faszinierend präsentiert werden, sieht die Sache schon ganz anders aus: Durch die eindrucksvolle Präsentation interessiert sich ein möglicher Kunde eher für diesen Laden und geht mit höherer Wahrscheinlichkeit hinein.

Was sind die Vorteile von Digital Signage?

Grundsätzlich kann man sagen, dass Digital Signage eine gute Möglichkeit ist, um einem Unternehmen ein zeitgemäßes Image zu verleihen. Darüber hinaus hebt man sich von anderen Mitbewerbern ab. Ein weiterer Vorteil ist, dass Ressourcen eingespart werden, da der Betreuungsaufwand etwa für vollautomatisiert bereitgestellte Inhalte deutlich geringer ist als wenn man etwa einen Angestellten oder eine Agentur mit einer Präsentation beauftragen müsste, die dann etwa auf einer Messe ablaufen soll.

Wie kann man den Bedarf ermitteln?

Um den individuellen Bedarf bestimmen zu können, muss man sich überlegen, wie das optimale Ergebnis aussehen würde, wenn man ein ganzes Netzwerk aktiviert. Eine Kernüberlegung dabei ist, wie viele Bildschirme installiert werden sollen oder – besser gesagt – müssen, um den gewünschten Effekt zu erzielen. Eine Rolle spielt zudem die Frage, welches Budget überhaupt zur Verfügung steht, ferner wie der technische Support eines Digital Signage Anbieters aussieht und in welcher Zeitspanne das Projekt realisiert werden soll. Etwas vergessen? Ja, das wohl Wichtigste: Welche Content-Strategie soll überhaupt verfolgt, was also soll gezeigt werden?

Typischer Fehler: überstürztes Handeln

Ein beliebter Fehler, den viele Unternehmen begehen, ist es, die Dinge vorschnell anzugehen. In einem solchen Szenario werden zuerst alle benötigten technischen Komponenten angeschafft und installiert – und erst dann wird darüber nachgedacht, wie man Digital Signage sinnvoll einsetzten will und welche Ziele man damit verbindet. Zu allererst sollte also klar sein, wie das Unternehmen von allen Vorteilen, die der Einsatz der Digital-Signage-Technologie im besten Fall mit sich bringt, profitieren kann. Dann können auch das Budget und die weiteren Entscheidungen besser dargestellt werden.

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  • Quelle: red | Bildquelle: geralt / Gerd Altmann, Pixabay License
  • Erstellt am 18.01.2022 - 13:38Uhr | Zuletzt geändert am 18.01.2022 - 16:55Uhr
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