Kurzfristiger Hype oder lohnenswert? Die Zukunft der Blockchain-Technologie

Kurzfristiger Hype oder lohnenswert? Die Zukunft der Blockchain-TechnologieGörlitz, 3. Juni 2020. Der Technologie- und damit Strukturwandel in der Lausitz ist eine gewaltige Aufgabe und die spannende Frage ist, wohin denn die Reise geht. Die Schlagworte Digitalisierung und Decarbonisierung allein reichen nicht aus, um Handlungs-, sprich Investitionsansätze abzuleiten. Eine der vielbeschworenen Zukunftstechnologien könnte die Blockchain sein. Wer am Ball bleiben will, muss sich jetzt damit befassen.

Die Blockchain-Technologie erlaubt es, weltweit sehr schnell und einfach vertrauensvolle Geschäftsbeziehungen einzugehen, Stichwort dazu sind die Smart Contracts (smarte Verträge)

Grafik: Gerd Altmann, Pixabay License

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Vom Internet der Informationen und Dinge zum Internet der Werte

Vom Internet der Informationen und Dinge zum Internet der Werte

Kryptowährungen wie der Bitcoin basieren auf der Blockchain und sind damit unabhängig von Staaten und Banken

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Trifft es letztlich wirklich zu, worin sich Analysten, Wirtschaftswissenschaftler sowie Nerds bereits einig sind, so mag die Blockchain ein Meilenstein mit enormer Auswirkung sein, denn diese disruptive Technologie ermöglicht letztlich ein globales Register, das eine unmissverständliche Zuordnung von Besitzverhältnissen möglich macht. Zudem können mit Hilfe der Blockchain-Technologie innerhalb von Sekunden bestimmte Werte transferiert werden. Des Weiteren ist die Blockchain manipulationssicher – dies deshalb, weil sie auf Millionen von Computern dezentral organisiert ist und ohne Zwischeninstanz auskommt. Das heißt, hier gibt es keine Banken oder Staaten.

Die Blockchain soll neben dem "Internet der Informationen" und dem "Internet der Dinge" (Internet of Things, IoT) das "Internet der Werte" schaffen. Die Folgen für das Finanz-Business wären fundamental: Die Idee, dass es ein dezentrales und nicht mehr veränderbares Datenregister gibt, könnte die gesamte Unternehmenslandschaft revolutionieren.

Eine unmöglich zu manipulierende Datenbank

Betrachtet man die Blockchain aus rein technischer Sicht, so handelt es sich um eine verteilte Transaktionsdatenbank. Die Besonderheit findet sich im Aufbau. Die Blockchain wächst nämlich dadurch, dass stets ein anderer digitaler Block an den vorherigen Block angehängt wird. Somit besitzt jeder einzelne Block einen chronologischen Vorgänger sowie, sobald der nächste hinzukommt, einen Nachfolger. Eine Manipulation ist nicht möglich, da die Verknüpfungen zwischen den vorherigen und nachfolgenden Blocks unmöglich gelöst werden kann. Auf diese Weise entsteht mit dieser digitalen Verkettung eine Liste, die die Werte der Nutzer sowie alle Datensätze, die gespeichert wurden, dokumentiert.

Die Blockchain ist somit ein gewaltiger digitaler Datensatz, der in chronologischer Reihenfolge aktualisiert sowie kryptografisch versiegelt wird. Zudem befindet sich die Blockchain nicht auf einem einzelnen Rechner, sondern ist auf den Rechnern aller Netzwerkteilnehmer zu finden. Das heißt, die Netzwerkteilnehmer besitzen im lokalen Speicher allesamt eine vollständige Kopie der Blockchain

Noch gibt es noch ein paar Herausforderungen

Natürlich mag man noch nicht so weit sein, dass alle Herausforderungen, die in Verbindung mit der breiten Anwendung der Blockchain stehen, gemeistert worden sind oder in naher Zukunft überwunden werden können. Jedoch wird intensiv an den noch offenen Fragen gearbeitet, denn das Ziel ist klar definiert: Die Blockchain-Technologie soll vor allem eine Erleichterung darstellen und viele Prozesse optimieren und in weiterer Folge für Kosteneinsparungen sorgen – es handelt sich tatsächlich um eine Technologie, die (zumindest auf den ersten Blick) keine Schattenseiten mit sich bringt.

Wer jetzt automatisch an Bitcoin und Co. denkt, da die Kryptowährungen auf der Blockchain-Technologie basieren, wird natürlich wissen, dass der Kryptomarkt ausgesprochen volatil und gefährlich ist, da es mit den Preisen ständig nach oben wie nach unten gehen kann. Hat man bereits über Bitcoin Revolution investiert, so kennt man mitunter die Gefahren, die die Spekulation mit sich bringt.

Bei der Spekulation, wie sich der Bitcoin entwickelt, spielt die Blockchain eine wesentliche Rolle. Denn je stärker die Technologie in den Mittelpunkt rückt und akzeptiert wird, desto positiver ist das für die Preisentwicklung der digitalen Währung. Dies deshalb, weil das Interesse steigt – und ein steigendes Interesse wirkt sich eben positiv auf einen Preis aus.

Unternehmer sollten sich unbedingt mit der Blockchain-Technologie befassen

Die Blockchain-Technologie sollte keinesfalls ignoriert werden. Vor allem kleinere Unternehmen sollten hier nicht glauben, sie bräuchten sich nicht mit dieser Technologie zu befassen: Sie sind genau jene Betriebe, die davon abhängig sind, Leistungen immer wieder schnell zu optimieren und Kosten einzusparen. Und hier kann letztlich die Blockchain-Technologie eine nicht zu unterschätzende Hilfe sein.

Dennoch mag es noch ein wenig dauern, bis die Technologie zu 100 Prozent integriert werden kann; noch gibt es die eine oder andere Unsicherheit sowie die Frage, wie die Technologie ganz praktisch gesehen letztlich tatsächlich funktioniert. Das heißt, man braucht einen Profi an seiner Seite, damit die Blockchain vollständig Prozent in den eigenen Betrieb integriert werden kann.

Treffen die Prognosen zu, so wird es sich lohnen, sich bereits jetzt mit dem Thema zu befassen und gegebenenfalls zu investieren – je früher damit begonnen wird, die Blockchain-Technologie in das eigene Unternehmen einfließen zu lassen, desto früher profitiert man von den Vorteilen und bleibt im Wettbewerb vorn.


Kommentar:

Ein gängiges Anwendungsbeispiel für die Blockhain-Technologie ist das Carsharing. Stand der Technik ist, dass zwar ein Auto per App gefunden und gebucht werden kann, für den Betreiber aber Unsicherheiten bleiben. Was ist beispielsweise, wenn dem Fahrer gerade der Führerschein entzogen wurde? Per Blockchain können alle nötigen Informationen fäschungssicher bereitgestellt werden, ohne dass sich der Nutzer vorab registrieren muss. Führerscheinprüfung, Kreditkartenprüfung, Zugang zum Fahrzeug, Laden oder Tanken, Abrechnung und Zahlung erfolgen über die Blockchain. Das spart nicht nur Aufwand, sondern erweitert dank des einfachen Zugangs auch noch den Nutzerkreis.

Schon allein dieser Nutzen – Kosten senken und mehr potenzielle Kunden erreichen – sollte für Unternehmer Anreiz genug sein darüber nachzudenken, wie die Blockchain-Technologie ins Unternehmen integriert werden kann. Schließlich erlaubt es das Smart Contracting, Aufträge zu erhalten bzw. Verträge abzuschließen, ohne aufwendig zu prüfen und ohne jeden Papierkram.

Dass die Blockchain auch ihre Schattenseiten mit sich bringen kann, ist die andere Seite der Medaille. Mit ihr wird es beispielsweise sehr einfach, einzelne Personen von Veranstaltungen, Reisen und anderem mehr automatisiert auszuschließen. Dennoch: Zur Anwendung neuer und nützlicher Technologien gehört es stets, deren Risiken zu beherrschen,

meint Ihr Thomas Beier

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  • Quelle: red / Kommentar: Thomas Beier | Grafiken: geralt / Gerd Altmann, Pixabay License
  • Erstellt am 03.06.2020 - 07:10Uhr | Zuletzt geändert am 03.06.2020 - 08:25Uhr
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