Das umweltfreundliche Büro: praxistaugliche Anregungen für Unternehmer

Das umweltfreundliche Büro: praxistaugliche Anregungen für UnternehmerGörlitz, 24. März 2020. Am Thema Nachhaltigkeit kommt heute kein Betrieb vorbei. Aufgrund erheblich gestiegener Nachfrage nach ökologischen Alternativen müssen Unternehmen umdenken. Schließlich hängt die Wettbewerbsfähigkeit von ihrer Ausrichtung ab.

Durch den Verzicht auf Zeitungspapier und die zugehörigen Transportprozesse gehört der Görlitzer Anzeiger im Grunde zu den Pionieren der Nachhaltigkeit – immerhin wird er in diesem Jahr 15 Jahre alt und gilt damit als ein Methusalem unter den Online Nachrichten Plattformen

Symbolfoto/Archivbild: © Görlitzer Anzeiger

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Nachhaltigkeit stärkt das Image und ist Verkaufsargument

Nachhaltigkeit stärkt das Image und ist Verkaufsargument

So das Virus will, tuckert er ab Mai wieder durch Görlitz, der Reportage-Trabi des Görlitzer Anzeigers. Mit Nachhaltigkeit tut er sich allerdings schwer: Zwar ist die Karosseriebeplankung rostfrei und besteht zu 46 Prozent aus umweltfreundlicher Baumwolle, die jedoch wurde mit Phenolharz bei 240 Grad Celsius und unter 400 Tonnen Druck zur sogenannten "Pappe", die eigentlich ein Duroplast ist und sich kaum recyceln lässt

Archivbild: © Görlitzer Anzeiger

Damit nicht nur Produkte und Dienstleistungen von nachhaltigen Lösungen geprägt sind, sondern die Veränderungen auch intern gelebt werden, gilt es den betrieblichen Bedarf kritisch zu durchleuchten. Ein Arrangement mit Alternativen unterstützt den Prozess.

LED statt Glühbirne

Glühbirnen, Energiesparlampen und Halogenleuchten benötigen eine Menge Strom zur Erzeugung von Licht. LEDs sind die derzeit effizienteste Alternative und damit Grund genug, einen Austausch durchzuführen und alle Lampen mit LED-Leuchtmitteln auszurüsten. Für eine konzentrationsfördernde Atmosphäre sind LEDs mit neutralweißer Lichtfarbe empfehlenswert. 3.500 Kelvin sind dabei ratsam. Das Spektrum für eine als neutral empfundene Farbtemperatur des Lichts liegt zwischen etwa 3.300 und 5.300 Kelvin.

Umschläge ohne Fenster

Briefumschläge sind ein wichtiges Verbrauchsmittel in Büros, um den Schriftverkehr – beispielsweise mit Ämtern und sonstigen Institutionen – zu erledigen. Aber auch für individuelle Weihnachtspost an Stammkunden oder das Direktmarketing ist die klassische Briefpost ein nicht zu unterschätzendes Werkzeug. Durch die Umstellung von Umschlägen mit Fenster auf Alternativen ohne Fenster lässt sich ein wesentlicher Beitrag zum Klimaschutz leisten. Der Grund: Zum korrekten Entsorgen von Briefumschlägen mit Fenster müsste das Sichtfenster aus transparentem Kunststoff vom Papier getrennt werden. Die wenigsten machen das – fensterlose Umschläge sind dahingehend klar im Vorteil.

Für gängiges DIN A4 Papier geeignete DIN lang Umschläge ohne Fenster findet man bei Kuvertwelt, einem der Versandhändler für Kuverts in diversen Formaten. Der Onlineshop hat sich entsprechend spezialisiert und verkauft Modelle mit und ohne Haftklebung. Eine Haftklebung sorgt dafür, dass Briefe nicht durch manuelles Befeuchten geschlossen werden müssen. Büros, die auch das manuell erledigen möchten, finden im Handel praktische Helfer wie in Kunststoffschalen eingelassene Schwämme oder Befeuchter-Stifte.

Aufgrund der zunehmenden Digitalisierung wurde bereits ein Großteil der Kommunikation auf E-Mail umgestellt, sodass die Verwendung von Umschlägen ohne Sichtfenster durchaus eine Überlegung wert ist. Unternehmen, die täglich eine Vielzahl an Briefen versenden und deshalb den Zeitaufwand für das handschriftliche Adressieren nicht aufbringen können, sollten zumindest auf Umschläge aus Recyclingpapier zurückgreifen.

Recyclingpapier statt Frischfaserpapier

Während für die Herstellung von Frischfaserpapier neues Holz geschlagen werden muss, kommt es für Recyclingpapier zur Wiederverwendung von Altpapier, Kartons und Pappe. Es wird also kein zusätzlicher Baum gefällt, sondern entsorgtes Material durch Aufbereitung zurück in den Konsumkreislauf geführt. Eine sinnvolle Kaufentscheidung, die sich positiv auf das Ökosystem auswirkt. "Bei der Herstellung wird nur die Hälfte an Energie und zwischen einem Siebtel bis einem Drittel der Wassermenge von Frischfaserpapier eingesetzt", erklärt das Umweltbundesamt in einem Beitrag über Recyclingpapier.

Bedenken, dass recyceltes Papier weniger haltbar wäre oder optisch minderwertig wirkt, sind unbegründet. Sowohl hinsichtlich Stabilität als auch Weißgrad gibt es inzwischen hervorragendes Papier aus Recyclingmaterial. Generell gilt: Je heller, desto aufwändiger müssen Rohstoffe aufbereitet werden. Wenn Papier also nicht hochweiß sein muss, besser etwas dunklere Sorten wählen, um die Umwelt zu schonen. Das Spektrum reicht von 60er bis 100er Weiße. Hinzu kommt, dass Papier mit 100er Weiße teurer ist als vergleichbare Primärfaserpapiere. "A4-Recyclingpapiere in 70er und 80er Weiße kosten fünf bis zehn Prozent weniger als vergleichbare Primärfaserpapiere", fügt das Umweltbundesamt hinzu. Besonders nachhaltig wird der Umgang mit Papier, wenn jedes Blatt beidseitig bedruckt wird. Einseitig bedruckte Papiere, die nicht mehr benötigt werden, dienen in verantwortungsvollen Büros auf der Rückseite als Notizzettel, bevor sie im Papierkorb landen.

Energieeffiziente Elektrogeräte anschaffen

Ob Drucker, Scanner, Bildschirme oder der Kühlschrank in der Büroküche: In Betrieben kommt eine Menge Elektrogeräte zusammen. Der Gesamtenergieverbrauch ist erheblich. Je nach Alter der Stromfresser kann sich der Austausch durch effiziente Neugeräte lohnen, für die Finanzen und das Klima.

Nach Feierabend sind sämtliche Gerätschaften auszuschalten, um sich auch den Standby-Modus zu sparen. Doch genau das passiert in vielen Büros nicht. Abhilfe schaffen Master-Slave-Steckdosenleisten. Sie gewährleiten eine Trennung vom Stromnetz aller zugeschalteter Geräte, sobald das Mastergerät in den Aus-Zustand versetzt wird. Das Mastergerät wäre im Büroalltag beispielsweise der Computer. Wird er ausgeschaltet, gehen dank Master-Slave-Steckdosenleisten auch Lautsprecher, Bildschirm und Co. vom Netz.

Heizkosten senken, sparsam warmhalten

In den kalten Monaten des Jahres werden die Heizungen in vielen betrieblichen Räumlichkeiten zu stark aufgedreht. Temperaturen über 24 Grad Celsius sind keine Seltenheit. Dabei empfinden dies viele Mitarbeiter als zu warm. Optimal für Büroarbeitsplätze sind 20 bis 22 Grad Celsius. Die Reduzierung der Wärme hat nicht nur den Vorteil, dass das Wohlbefinden steigt: Jedes Grad weniger, senkt den Energieverbrauch um etwa sechs Prozent. Die Tatsache, dass der geringere Energiebedarf mit einer Entlastung des Ökosystems einhergeht und dem Arbeitgeber Kosten spart, die er stattdessen zum Beispiel in die Bürogestaltung investieren könnte, lässt sich bei der Argumentation gegenüber der Belegschaft nutzen.

Neben der Regulierung der Heizwärme trägt regelmäßige Frischluftzufuhr zu einem gesunden Umfeld bei. Fehlt es an frischer Luft, tritt durch Sauerstoffmangel schnell Müdigkeit auf – die Leistungsfähigkeit sinkt. Wie am Arbeitsplatz richtiges Lüften gelingt, erklärt die IKK Südwest auf ihrer Internetpräsenz. Die Krankenkasse rät von längerem Querlüften (Durchzug) ab und empfiehlt stattdessen das Stoßlüften mehrmals täglich.

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  • Quelle: red | Fotos: © Görlitzer Anzeiger
  • Erstellt am 24.03.2020 - 14:00Uhr | Zuletzt geändert am 24.03.2020 - 16:23Uhr
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