Hirschberger Nadelspitzenschulen: Vortrag und Buchvorstellung von Dr. Stefania Żelasko
Görlitz, 4. Februar 2025. Im Schlesischen Museum wird am Donnerstag, den 6. Februar 2025, um 18 Uhr die Geschichte der „Hirschberger Nadelspitzenschulen“ beleuchtet. Dr. Stefania Żelasko stellt ihr neues Buch vor und gibt einen Vortrag über die traditionsreiche Spitzenherstellung im Riesengebirge und Hirschberger Tal.
Foto: Werbepostkarte der Spitzenschule der Fürstin Daisy von Pless, um 1900
SMG Sammlung Dobeneck
Von Preußen gefördert: Die Anfänge der Nadelspitzenschulen
Die Spitzenherstellung wurde 1855 im Riesengebirge eingeführt, gefördert durch die preußische Regierung, die eine eigenständige Spitzenproduktion etablieren wollte. In den eigens eingerichteten Spitzenschulen erlernten vor allem Frauen und Mädchen das Nähen von Spitzen, die später in Heimarbeit gefertigt wurden.
Die Schulen wurden nicht nur als Ausbildungsstätten, sondern auch als wirtschaftliche Stütze der Region angesehen. Anfang des 20. Jahrhunderts übernahm Hedwig Freiin von Dobeneck eine tragende Rolle und gründete in Hirschberg die „Schulen für künstlerische Nadelarbeit“. Daisy Fürstin von Pless, eine bekannte Persönlichkeit des deutschen Adels, führte diese zeitweise weiter.
Höhepunkt und Niedergang der Spitzenkunst
Besonders die Nachfrage aus dem deutschen Kaiserhaus und bei ausländischen Adelskreisen sorgte für den Erfolg der Hirschberger Spitze. Die Wirtschaftskrise der 1920er Jahre und der Wandel in der Mode führten jedoch zu einem raschen Rückgang des Interesses. 1935 mussten die Schulen endgültig schließen.
Dr. Stefania Żelasko widmet sich in ihrem 2024 veröffentlichten Buch der Geschichte dieser Schulen und ihrer kunstvollen Erzeugnisse. Das zweisprachige Werk in Deutsch und Polnisch, erschienen in Jelenia Góra, ist reich bebildert und basiert auf umfangreichen Archivrecherchen. Es gibt Einblicke in die Arbeitsweise, die gesellschaftliche Bedeutung und den Niedergang dieser Handwerkskunst.
Vortrag und Buchverkauf
Die Veranstaltung findet im Schlesischen Museum, Eingang Fischmarkt 5, statt. Dr. Żelasko wird die Ergebnisse ihrer Forschungen präsentieren und ausgewählte Aspekte der Geschichte der Hirschberger Nadelspitzenschulen erläutern. Besucher haben zudem die Möglichkeit, das Buch vor Ort zu erwerben. Der Eintritt ist frei.
Weitere Informationen zum Museum und seinem Programm sind unter www.schlesisches-museum.de verfügbar.
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