Görlitzer Postplatz wird zum Prostplatz

Görlitzer Postplatz wird zum ProstplatzGörlitz, 17. Juni 2020. Ein schlichtes Weinfest mit Wein, Weib und Gesang – so einfach geht das nicht in Görlitz: Da muss es schon ein Wein- und Genussfest sein, noch dazu ein deutsch-polnisches. So steht es, Coolinaria genannt, im Plan für die 950-Jahr-Feier der Neißestadt im kommenden Jahr. Weil's aber niemand so richtig erwarten kann, gibt es am 27. Juni 2020 schon mal einen Probelauf.

Der Postplatz in Görlitz liefert die Kulisse für den Coolinaria-Probelauf

Foto: © BeierMedia.de

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Künftig abwechselnd auf beiden Seiten der Neiße

Wenn sächsische, brandenburgische und schlesische Weingüter ihre besten Tropfen auftischen, flankiert von der Görlitzer Kaffeerösterei und der Görlitzer Craftbeer-Brauerei SUDOST und den Likören der Familie Kremser, dann könnte sich auf dem in alter Pracht wiedererstandenen Postplatz ein Gast einstellen, den man sich in Görlitz gern viel öfter begrüßen würde. Sein Name ist Lebensart, im Gepäck hat er die Leichtigkeit des Seins.

Aber mehr noch: Drei Görlitzer Weinfachhandlungen kredenzen ihre beliebtesten Tropfen, zwei Görlitzer Restaurants und eine Landfleischerei sorgen dafür, dass vom Vegetarier bis zum Wurstfan jeder eine gute Grundlage schaffen kann. Für Veganer gibt es ein Extra-Angebot: Veganes Eis aus einem polnischen Familienbetrieb.

Eröffnet wird die Coolinaria um 11 Uhr von den beiden Stadtoberhäuptern der Europastadt Görlitz-Zgorzelec Rafał Gronicz und Octavian Ursu um 11 Uhr. Vorher holen sie sich ab 10.30 Uhr bei einer Festandacht in der Görlitzer Frauenkirche die notwendige innere Erbauung und Stärke und geben dem Görlitz-Zgorzelecer Bekenntnis zum Wein damit einen religiösen Touch (Lesetipp: "Rebe, Rausch und Religion" von Lothar Becker, Lit Verlag Münster, 1999, ISBN: 9783825845162, 78 Euro). Ein klug gewählter Termin, denn mit den Festandachten nach einem Weinfest ist es ja so eine Sache.

Die Coolinaria soll nach dem Willen der Initiatoren jährlich wechselnd links und rechts der Lausitzer Neiße durchgeführt werden. Wär' doch schön.

Hingehen!
Wein- und Genussfest Coolinaria
Sonnabend, 27. Juni 2020, ab 11 Uhr und hoffentlich bis in den späten Abend,
Postplatz, 02826 Görlitz.



Kommentar:

Was bin ich froh, dass die umtriebigen Veranstalter das Fest nicht "Coronaria" genannt haben! Denn selbstverständlich ist es nicht, so kurz nach der akuten Pandemie-Vorsichts-Phase ein Fest im öffentlichen Raum durchzuführen. Doch wohl alle Beteiligten, von den Besuchern bis zu den Anbietern, haben wohl eine riesige Sehnsucht nach einem Stückchen Normalität im Zusammenleben in der Stadt.

Aber vielleicht können die Görlitzer nebst Görlitzerinnen noch eins draufsetzen. Allerorten werden in den Weinbaugebieten Weinköniginnen gewählt. Schon aus Gründen der Gleichstellung stünde es Görlitz gut zu Gesicht, einen Weinkönig zu wählen, quasi das personifizierte Aushängeschild für Görlitzer Lebensart. Eine Idee hätte ich schon: Der Krüger, Axel wäre wohl ein passender Kandidat, dem Wein und den Freuden des Lebens zugewandt, auf dem Görlitzer Pflaster weltgewandt, um gute Ideen nie verlegen und mit flotter Zunge gesegnet.

By the way: Dass auf der Coolinaria die Vorsichtsregeln eingehalten werden, Vernunft und gegenseitige Achtsamkeit regieren, sollte – eigentlich – inzwischen so selbstverständlich sein, dass man es nicht immer wieder mit erhobenem Zeigefinger betonen muss,

meint Ihr Thomas Beier


Mehr vom Wein: Sächsische Weinhoheiten kommen mit dem Schieler über den Sommer

Der neue Wein der Sächsischen Weinhoheiten kommt im Jahr 2020 wieder aus Meißen. Die Winzergenossenschaft Meißen hat für Weinkönigin Katja Böhme und ihre Weinprinzessinnen Ann-Kathrin Schatzl und Jenny Zumpe aus roten und weißen Trauben eine echte sächsische Spezialität, den Schieler, gekeltert. Das ist ein frisch-fruchtiger Sommerwein mit etwas Restsüße und dem Duft von Himbeeren und Kirschen, gepaart mit einer feinen Frische von Grapefruit und Limette. Insgesamt 2.000 Flaschen wurden von dem 2019er Hoheitenwein abgefüllt.

"Die Tinte unseres Mitgliedsantrags beim Weinbauverband Sachsen ist noch nicht ganz trocken", so Lutz Krüger, Geschäftsführer der Sächsischen Winzergenossenschaft Meissen eG., "daher freuen wir uns umso mehr, den Wein der Sächsischen Weinhoheiten 2019/2020 produzieren und abfüllen zu dürfen." Mal sehen, wie lange die 2.000 Flaschen reichen werden.

Keine neue Weinkönigin

Das gab es noch nie: Für 2020/21 wird keine neue Weinkönigin gewählt wird, sondern per einstimmigem Vorstandsbeschluss wird wie in anderen deutschen Weinbaugebieten auch die Amtszeit der amtierenden Dame um ein Jahr verlängert. Hintergrund: Wegen der Corona-Krise mussten Weinkönigin Böhme und ihre Weinprinzessinnen seit März zu Hause bleiben. Nur ein halbes Jahr konnten sie ihr Amt aktiv ausüben.

"Wie für die sächsischen Winzer auch ist die aktuelle Situation für unsere engagierten Sächsischen Weinhoheiten nicht einfach. Seit März wurden alle Termine abgesagt und auch in den kommenden Wochen ist an eine normale Amtszeit nicht zu denken", erläuterte Michael Thomas, der Vorsitzende des Weinbauverbandes Sachsen. Gemeinsam habe man nach einer Lösung gesucht und diese gefunden: "Wir freuen uns sehr, dass unsere 32. Sächsische Weinkönigin Katja Böhme und die amtierende Weinprinzessin Ann-Kathrin Schatzl sich dazu bereit erklärt haben, ihr Ehrenamt ein weiteres Jahr zu bekleiden. Bei Weinprinzessin Jenny Zumpe, die aus familiären Gründen leider ihr Ehrenamt über September 2020 hinaus nicht verlängern kann, bedanken wir uns ganz herzlich für ihr Engagement und ihre Unterstützung der sächsischen Winzer in den zurückliegenden Monaten."

Den Hoheitenwein gibt es in der Vinothek der Winzergenossenschaft sowie unter www.winzer-meissen.de zum Preis von elf Euro je Dreiviertelliterflasche.

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  • Quelle: red / Kommentar: Thomas Beier | Foto: © BeierMedia.de
  • Erstellt am 17.06.2020 - 07:23Uhr | Zuletzt geändert am 17.06.2020 - 08:53Uhr
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