Auf dem Fahrrad in den Urlaub

Auf dem Fahrrad in den UrlaubGörlitz, 14. Mai 2022. Umweltfreunde und solche, die etwas gegen Bewegungsarmut unternehmen wollen, propagieren das Radfahren. Doch statt sich durch den Stadtverkehr zu schlängeln, kann der Drahtesel für einen besonders aktiven Urlaub sorgen, etwa im Landkreis Görlitz.

Abb.: Radfahrer auf Mallorca

Foto: Frank Nürnberger, Pixabay License

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Erlebnisreicher, gesünder und umweltfreundlicher geht es kaum

Erlebnisreicher, gesünder und umweltfreundlicher geht es kaum

Ein Rennrad zu fahren heißt nicht, ein Radrennen zu fahren – es fährt sich einfach leichter

Foto: EM80, Pixabay License

Auf dem Fahrrad, vielleicht einem Rennrad gar, in den Urlaub strampeln? Da erwacht es, was der Markersdorfer Unternehmensberater Thomas Beier als "kreatives Beharrungsvermögen" bezeichnet: Auf die Idee kommt man zwar nicht, hat aber jemand die Idee, dann fallen einem tausend Argumente ein, die dagegensprechen.

Scheinbare Probleme und die Lösung

Den Test kann jeder selbst machen: Einfach mal im sonst wenig radel-affinen Freundeskreis verkünden, man wolle seinen Urlaub auf dem Fahrrad verbringen. Was werden die anderen nach dem ersten erstaunten "Wie bitte?" dazu sagen? Man könnte glatt wetten, dass solche Reaktionen kommen: "Da hast du doch ständig Muskelkater in den Waden!", "Und wenn es regnet?", "Da kannst Du doch kaum Gepäck mitnehmen!" und so weiter und so fort.

Wo es Probleme gibt, da sind findige Unternehmer nicht weit, die eine Lösung anbieten. Tatsächlich kann man organisierte Rennradreisen buchen, auf denen im Grunde nichts schiefgehen kann: Die Übernachtungen sind geklärt, das Gepäck und – wo nötig – das Rad werden transportiert, es gibt eine Radreiseleitung oder auf schwierigen Touren wie in den Bergen einen eigenen Tourguide, der auf seinem Rennrad mitfährt.

Rennradreisen – gemütlich oder sportlich?

Organisierte Rennradreisen bieten eine Mischung aus Luxus und Abenteuer. Der Luxus beginnt mit der Anreise im Fernreisebus zum Startpunkt der Radreise und setzt sich über die Betreuung und nicht zuletzt die Übernachtungen in ausgesuchten Hotels fort.

Ein gewisser Abenteueraspekt fährt dennoch immer mit, schon weil die Reise viel intensiver erlebt wird, als wenn man mit einem Kraftfahrzeug unterwegs wäre. Wer eine Route aussucht, sollte auf die sportlichen Herausforderungen achten. Tagestouren sind oft zwischen 100 und 150 Kilometer lang und in den Bergen müssen teils enorme Höhenunterschiede überwunden werden. Anspruchsvolle Routen sind also eher etwas für ambitionierte Rad- beziehungsweise Rennradfahrer.

Ob man sich nun für eine gemütliche Radreise oder eine sportliche Rennradreise entscheidet: Angenehm ist es in jedem Falle, sich um organisatorische Details aller Art keinen Kopf machen zu müssen, denn dafür gibt es ja erfahrene Reiseveranstalter.

Zu viel Abenteuer?

Allerdings ist das nicht jedermanns Sache: Reise-Puristen wie die Backpacker, die es auch in der dann Bikepacking genannten Radfahrer-Variante gibt, ziehen lieber los, ohne dass andere für sie die Organisation übernehmen. Hier heißt die Devise: Gut vorbereiten, aber kaum etwas organisieren. Das muss man sich freilich in jeder Hinsicht leisten können und für viele dürfte das angesichts der Ungewissheiten solch einer Reise schon ein Schuss zu viel Abenteuer sein, zumal typische Bikepacker meist nur allein oder zu zweit unterwegs sind.

Gemeinsamkeit zählt

Aber vielleicht ist es ja vor allem das Gemeinschaftserlebnis, das den Wert einer mehrtägigen Radtour ausmacht. Abends wird die Tagesetappe, wenn man Lust dazu hat, bei einem Glas eines beliebten isotonischen Getränks ausgewertet. Ganz nebenbei werden Freundschaften vertieft und es entstehen neue.

Ein legendärer Kommentar sorgt für Heiterkeit

Manchem allerdings ist die Welt der Fahrradfreunde völlig fremd. Fritz R. Stänker, der bis vor einigen Jahren den Görlitzer Anzeiger und dessen Schwesterausgaben mit bissigen Kommentaren begleitet und bereichert hat, machte daraus nie einen Hehl. Legendär ist Stänkers Kommentar zu einer Radtour, in den er im April 2015 all seine Vorurteile hineingepresst hat – Radfahrer sollten das der Kategorie "Verstehen Sie Spaß?" zuordnen, um keinen Schaden am Seelenheil zu nehmen, und darüber herzlich lachen!

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  • Quelle: TEB | Foto gelb gekleideter Radfahrer: franky1st / Frank Nürnberger, Pixabay License; Foto drei Radfahrer: Deutsch / EM80, Pixabay License
  • Erstellt am 14.05.2022 - 09:23Uhr | Zuletzt geändert am 14.05.2022 - 10:36Uhr
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