Lausitzer Seen machen Wassersport attraktiv

Lausitzer Seen machen Wassersport attraktivGörlitz, 30. August 2021. Wann begann die Lausitz – von oben gesehen – ihr Gesicht zu verändern? Gemeint sind die vielen Bergbaufolgeseen, zu denen die stillgelegten Tagebaue, die einst die Braunkohlekraftwerke und Brikettfabriken belieferten, umgewandelt wurden.

Abb.: Es blinkt ein einsam' Segel... auf dem Berzdorfer See

Archivbild: Foto: ©2008 BeierMedia.de

Anzeige

Ober- und Niederlausitz sind zum Lausitzer Seenland geworden

Ober- und Niederlausitz sind zum Lausitzer Seenland geworden

Von Jauernick-Buschbach geht der Blick über den Berzdorfer See bis in die Ausläufer der Sudeten. Segler schätzen den hier häufigen "Böhmischen Wind"

Archivbild: ©2008 BeierMedia.de

Thema: Berzdorfer See

Berzdorfer See

Der Berzdorfer See – eine geflutete Braunkohlegrube im Süden der Stadt Görlitz und zweitgrößter See Sachsens – hat sich zu einem Naherholungsgebiet entwickelt. Weitere Anrainergemeinden sind Markersdorf und Schönau-Berzdorf.

Vorbote dieser Entwicklung, die sich nach 1990 rasant verstärkte, war das Speicherbecken Quitzdorf bei Niesky – keine ehemaliger Tagebau, sondern 1965 angelegt als Brauchwasserreservoir für das Kraftwerk Boxberg/O.L. sowie zur Regulierung des Wasserstands des Schwarzen Schöps. Schon damals gehörte zum Konzept die Nutzung für Erholungszwecke und so wirbt noch heute die Webseite des Ferienparks Stausee Quitzdorf als “Paradies für Surfer, Segler, Ruderbootfahrer”.

Kurz darauf, von 1967 bis 1972, entstand der Senftenberger See, wo einst aus dem Tagebau Niemtsch von 1940 bis 1966 die Braunkohle der Erde entrissen wurde. Auch er entwickelte sich, nicht zuletzt wegen der exzellenten Wasserqualität, schnell zu einem beliebten Freizeit- und Ferienziel.

Allein die Bergbaufolgeseen im Landkreis Görlitz, etwa der Halbendorfer See, der Olbersdorfer See, der Berzdorfer See und der Bärwalder See – mit den beiden letztgenannten sind die größten Seen im Freistaat Sachsen entstanden – lassen kaum Wünsche offen, was das Baden und den Wassersport betrifft.

Die Karte der Lausitzer Seenlandschaft, die sich ausgehend vom Bärwalder See vor allem in nordwestlicher Richtung im Land Brandenburg hinzieht, blendet allerdings die Seen im Landkreis Bautzen, so den Olbasee, und jene im Kreis Görlitz südlich des Bärwalder Sees aus.

Aber egal: Je nach Alter des Sees und der Tatkraft der Planungs- und Zweckverbände sind die einzelnen Seen touristisch gut erschlossen. Manch naturnahem See möcht’ man wünschen, er möge vor weiterer Erschließung verschont bleiben.

Berzdorfer See als Tipp für Görlitz-Besucher

Zuweilen nimmt die Entwicklung an den Seen eine gewisse Eigendynamik, wie am Berzdorfer See zu erkennen ist. Nach Jahren – allerdings nur scheinbarer – Tatenlosigkeit ist die Erschließung hier nun deutlich fortgeschritten: Segelstützpunkt, Segelschule, ein Hafen, in dem gefühlt die Titanic anlegen könnte, samst Hafengebäude, mehrere Strände und anderes mehr erwarten die Gäste am See.

Wer als Spaziergänger an den See kommt, für den gibt es immer was zu gucken, ob nun das Nachtsegeln mit illuminierten Booten oder Sportwettkämpfe und Kulturveranstaltungen, die den See lebendig machen. Die Stadt Görlitz als attraktive Kulturstadt profitiert von der Wechselbeziehung zum See am südlichen Stadtrand – Hochkultur und aktive Erholung schließen einander nicht aus.

Wer als Sportler an den Berzdorfer See kommt, sollte sich vorher schlau machen, was hier geht und was nicht. So ist etwa das Kitesurfen hier nicht genehmigt, vor allem wegen der nahen Hochspannungsleitungen, die Kitesurfern bereits zum Verhängnis wurden. Und mit welchen Booten überhaupt man auf dem auf dem Berzdorfer See herumschippern darf, dazu hat die Sächsische Zeitung im Vor-Corona-Jahr 2019 geschrieben. Eher unkompliziert hingegen kommen Surfer, Segler und StandUp-Paddler am Berzdorfer See auf ihre Kosten.

StandUp Paddling

Surfer und Segler sind für jene, denen der Wassersport vielleicht zu nass und zu windig ist und die nur vom Ufer zuschauen, ein gewohntes Bild, doch Freizeitsportler, die das StandUp Paddling (SUP), betreiben, werden noch immer neugierig beäugt, während im Hinterkopf die Frage steht: Na, wann fällt er oder sie ins Wasser?

Das passiert vor allem Anfängern. Doch mit etwas Übung wird man sicherer. Sollte man dann ein individuelles Board und Paddel kaufen, gewinnt man schnell weitere Sicherheit. Es gibt SUP-Boards zum gemütlichen Cruisen wie für den Sport, sogar für den Gepäcktransport und, neben weiteren Ausführungen, solche für Rettungsschwimmer, sogenannte Rescue Bords!

Gegenüber Surfern und Seglern ist die SUP-Ausrüstung weniger umfangreich und pflegebedürftig, der Trainingseffekt für die Muskel – besonders im Schulter-, Rücken und Rumpfbereich – ist jedoch höher, da man sich aus eigener Kraft fortbewegen muss.

Erfunden haben das StandUp-Paddling die Polynesier, die auf diese Weise zum Fischen hinaus aufs Meer gefahren sind. Ein StandUp-Angler auf dem Berzdorfer See wurde allerdings noch nicht gesichtet.

Tipp:
Einen Eindruck von der aktuellen und kommenden Entwicklung am Berzdorfer See gewährt die von der Europastadt Görlitz/Zgorzelec GmbH zusammengestellte Übersicht über die Projekte am Berzdorfer See.

Kommentare Lesermeinungen (0)
Lesermeinungen geben nicht unbedingt die Auffassung der Redaktion, sondern die persönliche Auffassung der Verfasser wieder. Die Redaktion behält sich das Recht zu sinnwahrender Kürzung vor.

Schreiben Sie Ihre Meinung!

Name:
Email:
Betreff:
Kommentar:
 
Informieren Sie mich über andere Lesermeinungen per E-Mail
 
 
 
Weitere Artikel aus dem Ressort Weitere Artikel
  • Erstellt am 30.08.2021 - 17:16Uhr | Zuletzt geändert am 30.08.2021 - 18:04Uhr
  • drucken Seite drucken
Anzeige