Mit Kapitalanlagen gegen die Inflation

Mit Kapitalanlagen gegen die InflationGörlitz, 17. April 2021. Von Thomas Beier. Noch vor wenigen Monaten wurde unter Anlegern diskutiert, wie sich denn die Corona-Krise auswirken werden: Kommt eine Inflation, eine Deflation oder sind die Selbstheilungskräfte des Marktes stark genug, den Rückgang des Wachstums nicht auf die Preise durchschlagen zu lassen? Wer die Entwicklung abwartet, für den ist der Zug womöglich abgefahren und die roten Lichter resp. Zahlen lassen grüßen.

Abb.: Oder war das mit der Geldanlage doch anders gemeint? Symbolkraft hat das Bild jedenfalls

Foto: © BeierMedia.de

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Eine persönliche Strategie gegen die Inflation entwickeln

Thema: Ratgeber

Ratgeber

Guter Rat muss nicht teuer sein, kann aber teure Erfahrungen ersparen. Ratschläge und Tipps aus Wirtschaft, Finanzen, Heimwerken, Haushalt, Gesundheit und Ernährung, Erziehung und zum Verhalten.

Inzwischen scheint die Katze aus dem Sack: Die Rohstoffpreise explodieren weltweit. Holz- und Stahlpreise gehen steil nach oben, selbst Schaumpolysterol, beliebter Verpackungs- und Dämmstoff, soll bereits um die Hälfte teurer geworden sein.

Sind das die Vorboten einer Inflation? Dafür spricht einiges:


    • Während der Corona-Krise ist ein Kaufstau entstanden. Ist die Pandemie überwunden und es kann wieder konsumiert werden, dann steigt die Nachfrage, worauf der Markt mit steigenden Preisen reagieren dürfte.

    • Manche Staaten verzeichnen ein rasantes Wirtschaftswachstum. Während etwa China in den vergangenen Jahren den Weltmarkt mit Stahl überschwemmt hat, ist es inzwischen selbst zum Importeur geworden. So wie Stahl werden auch andere Rohstoffe knapp, nicht weil die Erzeugung zurückgeht, sondern die Nachfrage steigt.

    • Als Inflationstreiber gilt auch die wachsende Zahl konsumstarker Rentner, die selbst aber aus dem Produktionsprozes ausgeschieden sind.

    • Nicht zuletzt verspricht eine Inflation den leichteren Abbau der coronabedingten Staatsverschuldung.

    • Hohe Lohnforderungen der Gewerkschaften könnten die Lohn-Preis-Spirale weiter vorantreiben – ein Prozess, der – was gern vergessen wird – in einkommensärmeren Schichten Verlierer produziert.

Dem entgegen wirken könnten die Effekte der Digitalisierung, die neben und wegen höherer Produktivität jedoch auch mehr Arbeitslosigkeit mit sich bringen können.

Orientierung bietet der Markt

Für den privaten Sparer und Anleger bedeutet das – ja was eigentlich? Sorgen hat, wer sein erspartes Geld auf dem Nullzins-Abstellgleis eines Kontos liegenlässt. Wer hingegen in Sachwerte oder Aktien investiert hat, schläft momentan ruhiger. besonders süß schlummern dürfte, wer sein Geld in einem Aktienfonds angelegt hat, der in etwa den Verlauf des Deutschen Aktienindex DAX abbildet. "Dax schließt erstmals seit vier Wochen über 10.000 Punkten", jubelte das Handelsblatt am 6. April 2020 – genau ein Jahr später stand er zum Ende des Handelstages bei 15.213 Punkten. Selbst wer im Prozentrechnen schwach ist, erkennt einen Zuwachs von mehr als 50 Prozent. Der guten Ordnung halber: Entwicklungen für die Zukunft kann man daraus nicht ableiten, die Anleger freut’s trotzdem.

Wer sich in Fragen der Kapitalanlage auf ungewohnt glattem Parkett fühlt, sollte den Rat eines soliden Finanzberaters suchen. Die Auswahl ist nicht einfach, doch Empfehlungen, Bodenständigkeit und die Abwesenheit von Vertriebsdruck sind schon einmal gute Indikatoren.

Selbst aktiv werden

Lukrativ und spannend zugleich ist es jedoch, sich selbst mit seinen Geldangelegenheiten zu beschäftigen, den nötigen Überblick vorausgesetzt. Noch im Dezember des vergangenen Jahres hatte sich der Görlitzer Anzeiger mit finanziellen Fragen im Zusammenhang mit dem technologischen Wandel auseinandergesetzt, Tenor dabei: Bei Erzeugnissen, die einem raschen technologischen Fortschritt unterliegen wie etwa Pkw angesichts der Verbesserungen bei der Elektromobilität könnte Miete statt Kauf der bessere Weg sein, um einem zu schnellen Wertverlust vorzubeugen.

Doch was, wenn nun angesichts inflationärer Tendenzen das ersparte Geld selbst dem Wertverlust anheimzufallen droht? Auf jeden Fall ist es wichtig, nicht einem unseriösen Angebot auf den Leim zu gehen, also bitte nicht gleich das erstbeste Angebot nutzen. Für Otto Normalverbraucher und Erika Musterfrau verbietet es sich geradezu, mühsam erspartes Geld in riskante Anlagen zu stecken, bei denen – in vielen Fällen sogar mit hoher Wahrscheinlichkeit – ein Totalverlust droht.

Wer ein wenig recherchiert und dabei auf vertrauenswürdige Anbieter achtet, findet viele Anlagemöglichkeiten, hinter denen Werte stehen wie etwa Edelmetalle oder Immobilien. Jede Anlagestrategie hat ihre eigenen Charakteristika, ihre eigenen Risiken und Chancen. Etliche Anbieter und andere Stellen wie etwa Verbraucherschützer informieren darüber recht ausführlich und man sollte sich die Zeit nehmen, sich ein umfassendes Bild zu verschaffen.

Ganz wichtig ist, dass man wirklich versteht, was man als Privatinvestor – ganz gleich, welchen Geldbetrag man anlegt – unternimmt. Vor allem sollten die Fachbegriffe der Finanzbranche kein Buch mit sieben Siegeln sein, etwa wenn es um die Mezzanine-Finanzierung geht, mit der Investoren arbeiten. Hierbei findet man zahlreiche Informationen zu den Immobilien Investment Strategien, wenn man sich online umschaut.

Das magische Dreieck

Die Zeiten der bequemen Tages- oder Festgeldanlagen sind – zumindest auf Sicht – erst einmal vorbei. Ganz egal, wie man sein Geld anlegenen möchte, um zumindest dem Wertverlust durch die Inflation zu entgehen, immer spannt sich das magische Dreieck zwischen Rendite, Risiko und Liquiditätsbindung auf: Ein Kapitalanlage mit hohem Ertrag, geringem Risiko und jederzeitiger Verfügbarkeit des Geldes ohne Einbußen gibt es wohl nicht.

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  • Quelle: Thomas Beier | Foto: © BeierMedia.de
  • Erstellt am 17.04.2021 - 08:43Uhr | Zuletzt geändert am 17.04.2021 - 09:42Uhr
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