Forschungen rund ums Fremdgehen

Forschungen rund ums FremdgehenGörlitz, 14. September 2019. Die Statistiken sind in ihren Aussagen höchst unterschiedlich und bei weitem ist nicht jede Hieb- und Stichfest: So lässt sich auch die Angabe, dass 44 Prozent aller Frauen und 32 Prozent aller Männer ihren Partner schon einmal betrogen haben, nicht wirklich verifizieren. Außerdem ist die Aussagekraft vieler Statistiken kaum auf ganz Deutschland anwendbar, weil die ausgewählte Stichprobe eine Rolle spielt, schließlich können nicht ausnahmslos alle Bürger befragt werden.

Fremdgehen: Wissenschaftlich belegte Fakten

Fakt ist: Fremdgehen ist einer der häufigsten Scheidungsgründe, die Kinder sind meist die am stärksten Leidtragenden. Bekommt man den Ex zurück, das heißt, beide kommen wieder zusammen, geht eine Beziehung jedoch oftmals gestärkt aus ihrer Krise hervor.

Wirtschaftliche Abhängigkeit

Eine Studie, die im Jahr 2015 im akademischen Fachmagazin American Sociological Review veröffentlich wurde, ergab: Menschen, die wirtschaftlich von ihrem Partner abhängig sind, gehen eher fremd. Hierzu wurden 2.800 Teilnehmer zwischen 18 und 31 Jahren befragt. Insbesondere auf Männer trifft dies zu. 15 Prozent von ihnen gingen fremd, während es bei den finanziell abhängigen Frauen nur fünf Prozent waren. Je mehr Geld der eine Partner im Verhältnis zum anderen verdient (bis etwa 70 Prozent mehr), desto niedriger ist bei ihm die Wahrscheinlichkeit für einen Seitensprung.

Gefühle des betrogenen Partners sind geschlechterabhängig

In der Fachzeitschrift Personal Relationships wurde gleichfalls im Jahr 2015 eine weitere Studie bekanntgegeben. Man legte Männern und Frauen Texte über hypothetische Fremdgeh-Szenarien vor. Danach wurden die Teilnehmer über ihre Gefühle befragt. Sowohl die Damen als auch die Herren sagten aus, dass sie deutlich wütender wären, wenn ihr Partner sie mit dem anderen Geschlecht, also heterosexuell, betrügen würde. Handelt es sich um das gleiche Geschlecht, sind Männer wie Frauen offenbar weniger wütend, wenn sie davon erfahren.

Prognosen in Sachen Fremdgehen

Das Journal of Social and Personal Relationsships hingegen brachte eine Studie zur Veröffentlichung, in dem teilnehmende Studenten die Wahrscheinlichkeit des Betruges einer fiktiven durchschnittlichen Person einschätzten. Das Resultat lag bei 42 Prozent. Ging es um den eigenen Partner, sahen fünf Prozent der Teilnehmer die Möglichkeit, dass ihr Partner sie bereits betrügen würde. Neun Prozent sagten aus, bereits selbst schon einmal fremdgegangen zu sein.

Belastung durch sexuelle oder emotionale Untreue

Auch vom wissenschaftlichen Journal Evolutionary Psychology wurde im Jahr 2013 eine Studie veröffentlicht. Thema war, ob die seelische Belastung des Betrogenen durch sexuelle oder emotionale Untreue größer ist. Die Männer brachten ganz klar zum Ausdruck, dass sie deutlich mehr Probleme damit hätten, wenn ihre Partnerin eine sexuelle Beziehung mit jemand anderem eingeht, auch wenn sie dabei über keine Liebesgefühle verfügt. Frauen ärgern sich dagegen mehr, wenn sich der Partner in eine andere Person verliebt, selbst wenn die beiden keinen Sex miteinander hatten.

Fazit

In der Wissenschaft ist das Thema Fremdgehen umstritten, die Meinungen schwanken zwischen moralisch verwerflich und eine Beziehung stabilisierend. Häufig beachten Paare, die sich trennen wollen und Kinder haben, die Auswirkungen auf die Kinder zu wenig. Mit externer Hilfe kann es gelingen, eine Beziehungskrise zu durchstehen. Dabei kommen klassische Verhandlungstechniken zur Anwendungen, mit denen sich die oft hochemotionalen emotionale Einflüsse zurückdrängen lassen.

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  • Quelle: red | Foto: Catkin, Pixabay, Lizenz CC0 Public Domain
  • Zuletzt geändert am 14.09.2019 - 08:03 Uhr
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