Banken kämpfen um Neukunden

Banken kämpfen um NeukundenGörlitz, 31. August 2019. Die Zeiten, in denen Bankkunden ihr ganzes Leben bei einer einzigen Bank verbrachten, sind endgültig vorbei. Freilich war dieses sogenannte Hausbank-Prinzip für die Kreditinstitute recht bequem, aber das immer größer Angebot an Banken und Finanzdienstleistern hat vor allem Verbrauchern die Möglichkeit gegeben, ihre Bank ganz nach den eigenen Ansprüchen und Bedürfnissen auszuwählen. Zwar sind auch die Zeiten der hohen Zinsen auf Sparguthaben vorüber, ein Wechsel kann sich aber aus unterschiedlichen Gründen dennoch lohnen. Hintergrund: Banken und Sparkassen versuchen teils massiv, Neukunden zu gewinnen.
Abbildung: Zu manchen Konten gibt es kostenlos Plastikgeld, unter Umständen zahlt der Kunde jedoch mit Daten, nämlich Informationen über sein Kaufverhalten

Bankkunden sind weniger treu als früher

Bankkunden sind weniger treu als früher

Was ist zuerst ausgestorben: Das Hausbank-Prinzip oder der Bankberater, in dessen Entscheidung auch persönliches Vertrauen einfließt?

Generell sind Kunden ihrer Bank gegenüber inzwischen weit weniger treu als noch vor ein paar Jahrzehnten. Dies liegt nicht zuletzt auch an den immer schlechter werdenden Konditionen für Bankkunden. Für ein Girokonto werden heutzutage in aller Regel annähernd oder gar keine Zinsen mehr gewährt und kostenlose Kontomodelle befinden sich ebenfalls im Rückgang.

Sparen ist heute nicht mehr lukrativ und so ist es kaum verwunderlich, dass sich Bankkunden ihr Geldhaus wechseln. Neben klassischen Filialbanken und Sparkassen stehen Verbrauchern heute zudem weitere Möglichkeiten offen, ein Konto zu eröffnen, etwa bei Online- oder Direktbanken.

Das Locken mit Prämien und Startguthaben

Der Konkurrenzdruck zwischen den einzelnen Banken und Finanzinstituten ist so groß geworden, dass diese ihre Kunden teilweise aggressiv mit Prämien und Sparguthaben locken. Diese Prämien für Aktiendepot und Girokonto reichen von Startguthaben bis hin zu monatlichen Sonderzahlungen oder attraktiven Sachwerten. Unter folgendem Link gelangt man zu einer Übersicht aller Prämien für den Wechsel des Aktiendepots, soweit sie von dieser Online Plattform erfasst wurden. Wie man sieht, kann sich der regelmäßige Wechsel für Bankkunden durchaus lohnen.

Prämien oft an viele Bedingungen geknüpft

Die angebotenen Prämien stehen dem Kunden allerdings meist nicht ohne Bedingungen zur Verfügung. Wer von den Boni Gebrauch machen will, muss diverse Kriterien erfüllen. Dies kann beispielsweise ein monatlicher Geldeingang in gewisser Höhe sein, die Umstellung auf ein Gehaltskonto oder auch andere Aspekte, die eingehalten werden müssen.

Wenn diese nicht erfüllt werden, wird die Prämie auch nicht ausgezahlt. Was Kunden weiterhin oft vergessen: Eine Kontoprämie ist grundsätzlich steuerpflichtig und muss somit beim Finanzamt angegeben werden.

Hat ein häufiger Wechsel Auswirkungen auf den Schufa Score?

Oftmals kann man davon hören, dass ein häufiger Kontowechsel Auswirkungen auf den Schufa-Score haben kann. Dies ist nicht ganz aus der Luft gegriffen, denn jede Anfrage bei einer Bank wird prinzipiell an die Schufa übermittelt. Eine einfache Anfrage hat in der Regel noch keinen Einfluss auf den Schufa Score, dennoch kann es passieren, dass ein entsprechender Eintrag erfolgt, wenn man häufig sein Konto wechselt.

Häufig ist dabei sicherlich ein dehnbarer Begriff, im Normalfall macht es allerdings auch keinen Sinn die Bank zu wechseln, wenn nicht ein tatsächlich ausreichend besseres Angebot vorliegt.

Unterschiede bei Filialbanken, Onlinebanken und Direktbanken?

Für welche Bank man sich auch entscheidet, es gibt einige Unterschiede in Bezug auf Automatenverfügbarkeit, Einzahlungen, Kontogebühren etc. Zudem unterscheiden sich private Banken, Genossenschaftsbanken und Sparkassen hinsichtlich der Einlagensicherung – zwar nicht in der Höhe des Sicherungsbetrags je Kunde, aber in den Sicherungssystemen. Ein Wechsel von einer Bank zur anderen sollte daher immer wohlüberlegt und gut durchdacht sein.

Unter Umständen macht es auch Sinn ein zusätzliches, kostenloses Konto zu eröffnen und das alte beizubehalten. Im Zeitalter der Digitalisierung und des Online-Bankings haben Kunden selbstverständlich andere Ansprüche an ihr Girokonto als noch vor einigen Jahrzehnten. Frei nach dem Gesetz des Marktes, wonach auch das Angebot die Nachfrage bestimmt, kämpfen Banken und Finanzdienstleister daher um ihre Kundschaft. Als Verbraucher kann das durchaus von Vorteil sein, wenn man zu einem Anbieter mit niedrigeren oder keinen Gebühren für die Kontoführung wechselt und dabei auch noch attraktive Prämien mitnehmen kann.

Ein zu häufiger Wechsel ist aber nicht nur zeitlich aufwendig und finanziell nicht attraktiv, er kann zusätzlich negative Auswirkungen auf den Schufa Score haben. Generell empfehlen Finanzexperten einmal im Jahr nach einem besseren Angebot Ausschau zu halten und gegebenenfalls zu wechseln.

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  • Quelle: red | Foto Plastikgeld: BNN_NEWS, Foto Hände: geralt / Gerd Altmann, beide Pixabay und Lizenz CC0 Public Domain
  • Zuletzt geändert am 31.08.2019 - 09:12 Uhr
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