Naturlehrpfad durchs Klärwerk Görlitz

Naturlehrpfad durchs Klärwerk GörlitzGörlitz, 20. August 2019. Von Belinda Brüchner. Wildblumen, Nisthilfen und Steinhaufen: Mit einem Naturlehrpfad auf dem Gelände des Görlitzer Klärwerks will die Stadtwerke Görlitz AG (SWG) zeigen, wie gut Natur und Technik miteinander harmonieren. Heute wurde der Naturlehrpfad präsentiert – und ist von nun an bereit, erkundet zu werden.
Abbildung: Hartmut Petermann, Bereichsleiter Erzeugungsanlagen bei SWG, und Sylke Freudenthal, Beauftragte für nachhaltige Entwicklung bei Veolia Deutschland

Wo Natur und Technik harmonieren

Wo Natur und Technik harmonieren

V.l.n.r: Hartmut Petermann, Sylke Freudenthal und der Görlitzer Oberbürgermeister Octavian Ursu bei der Eröffnung des Naturlehrpfades auf der Kläranlage in Görlitz

Hartmut Petermann, Bereichsleiter Erzeugungsanlagen im Unternehmen, begleitet das Projekt Naturlehrpfad seit dessen Beginn an. Das ist mittlerweile über drei Jahre her. Damals wurden erste Überlegungen angestellt. Gemeinsam mit dem Naturschutzbund Deutschland (NABU) und Veolia Deutschland wurde eine Idee entwickelt, das Gelände des Klärwerks in Görlitz derart zu ertüchtigen, dass es nicht nur in technischer Hinsicht, sondern auch aus Naturschutzsicht vor allem für Schüler ein Anlaufpunkt wird.

Seither ist eine Menge passiert, wie Hartmut Petermann zu berichten weiß: "Wir sind Experten für die umweltgerechte Behandlung des Abwassers und nicht vordergründig in Naturschutzfragen. Aber spannend fanden wir das Projekt von Anfang an und sehen darin eine optimale Ergänzung zu unserem technischen Lehrpfad, der die einzelnen Stufen der Abwasserreinigung hier auf dem Klärwerk anschaulich erläutert." Die Stadtwerke holen sich Unterstützung, unter anderem bei Dr. Markus Ritz, ein ausgewiesener Experte, der mit der Senckenberg-Museumsarbeit in Verbindung steht und dem sächsischen Ornithologenverband angehört. Außerdem beobachtet er bereits Flora und Fauna auf dem Gelände des Wasserwerks in Weinhübel.

Gemeinsam mit vielen Partnern wächst das Projekt Naturlehrpfad. Es entstehen verschiedene Nisthilfen für Vögel und Insektenhotels. Sträucher und Hecken werden gepflanzt, Stein- und Asthaufen angelegt, sogenannte Sitzkrücken für größere Greifvögel platziert, damit die einen wunderbaren Rundumblick genießen können. Doch das ist längst nicht alles. Hinzu kommen eine Streuobstwiese mit fast 30 Obstbäumen und eine Wildblumenwiese, auf der vor allem heimische Arten ausgesät wurden. Jens Herzog, Abteilungsleiter Klärwerke bei der Stadtwerke Görlitz AG, der das Projekt intensiv begleitet, spricht von mehr als 30 verschiedenen Blumen und Kräutern auf einer Fläche von rund 3.200 Quadratmetern.

Bei näherem Betrachten sei das Klärwerksgelände geradezu prädestiniert, hier ein Naturschutzprojekt anzusiedeln, betont Jens Herzog. Immerhin verläuft hinter dem Hochwasserschutzdeich die Neiße, deren Uferbereiche unter anderem als Vogelschutzgebiet ausgewiesen sind.
Insgesamt beinhaltet der neue Naturlehrpfad acht Tafeln mit jeder Menge Informationen über die Pflanzen und Tiere auf dem Klärwerksgelände. Zu der heutigen offiziellen Einweihung übernahm Dr. Markus Ritz und die Experten in Sachen Garten- und Landschaftspflege der Baumschule Rißmann die einführenden Erläuterungen. Später obliegt das den Mitarbeitern der Stadtwerke Görlitz AG. Auf offene Ohren, sagt Hartmut Petermann, sei man mit diesem Projekt bei den Klärwärtern gestoßen, die es gern und engagiert weiter begleiten werden. In der Hoffnung, dass sich viele Schüler dafür interessieren und gewillt sind, Natur zu erleben.

Schon vor seiner Eröffnung entwickelt sich der Naturlehrpfad weiter. Wie Jens Herzog, der Chef des Klärwerks, weiß, mussten ein paar Objekte verändert werden – im Sinne der Tiere. "Kein Problem", sagt er, "Wir freuen uns über die fachliche Begleitung – und sind dankbar dafür. Außerdem wollen wir mit diesem Naturlehrpfad etwas schaffen, dass von den Tieren auch angenommen wird. Das ist uns wichtig." Mit dem "Klärwerkspfad" hat die SWG nun schon den zweiten Lehrpfad für die Öffentlichkeit eröffnet. Vor circa zwei Jahren startete, ebenso von dem Erzeugungschef Hartmut Petermann initiiert, der sogenannte "Trinkwasserlehrpfad" auf dem Gelände des Wasserwerks in Weinhübel.

Mit den beiden Lehrpfaden möchte das Unternehmen mehr bei den Bürgerinnen und Bürgern – Groß wie Klein - für die so wichtigen Themen Trink- und Abwasser sensibilisieren. Aber gerade dieses Projekt – der Naturlehrpfad auf dem Görlitzer Klärwerksgelände – setzt einen Meilenstein, wenn es um den harmonischen Umgang von Natur und Technik geht und zeigt, dass die SWG zukunftsweisend voranschreitet. Und das nicht nur im Umgang mit Naturschutzprojekten. Auch die Umstellung auf die komplette grüne Stromversorgung waren ein wegweisender Schritt, sowie die Trinkwassergewinnung mittels dem neu gebauten Horizontalfilterbrunnen, welcher auf eine umweltschonende Weise die Trinkwasserversorgung für die nächsten Generationen sichert. "Oder die Errichtung von Energie-Effizienz-Quartieren – die eine umweltschonende Energieversorgung ermöglichen und damit eine nicht unerhebliche Menge CO2 einsparen", wie Hartmut Petermann weiß.

Ein weiteres wichtiges Thema fand am heutigen 20. August 2019 ebenso Berücksichtigung: eine Vereinbarung zur Zusammenarbeit mit der Stadt Görlitz. Das bundesweit verbreitete Projekt trägt den Namen "Glyphosatfreie Städte und Gemeinden". Die Stadtwerke Görlitz AG unterstützt die Kommune dabei, dieses Ziel zu erreichen.

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Kommentare Lesermeinungen (1)
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Naturlehrpfad am Klärwerk

Von Ulrich Burkhardt am 23.08.2019 - 10:07Uhr
All das ist ja ganz großartig, das Eröffnen eines brandneuen Irgendetwas mit großem Bohei, womit auch immer finanziert, ist ja generell das Wichtigste jeglicher Innovation. Ich vermisse nur ein klein wenig Information zu den möglichen Zugangszeiten und -möglichkeiten – wie kann ich mir denn diesen neuen Lehrpfad nun eigentlich ansehen?

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  • Quelle: red | Fotos: Stadtwerke Görlitz AG
  • Zuletzt geändert am 20.08.2019 - 18:16 Uhr
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