Görlitz als Stadt der Uhren nach Hause holen

Görlitz als Stadt der Uhren nach Hause holenGörlitz, 14. August 2019. Görlitz, eine Stadt der Uhren? Natürlich, denkt man an die Uhren am historischen Rathausturm am Untermarkt inmitten der Görlitzer Altstadt oder an die Blumenuhr vor dem Theater, die so viele Liebhaber hat, dass sie durch das Engagement des Aktionskreises für Görlitz die Umgestaltung des Demianiplatzes am Kaisertrutz überlebte und lediglich umgesetzt wurde. Nicht zu vergessen die Uhr am Turm der Dreifaltigkeitskirche, dem sogenannten Mönch, die traditionell sieben Minuten vorgeht.
Abbildung oben: Die untere der Görlitzer Rathausturmuhren erhielt erst im Jahr 1584 ein Ziffernblatt mit 12 Stunden, bis dahin war es in 24 Stunden aufgeteilt. Die obere Uhr ist eine Mondphasenuhr

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Vom Görlitzer Meridianstein, der ein Abweichler ist

Vom Görlitzer Meridianstein, der ein Abweichler ist

Die Görlitzer Blumenuhr befand sich ursprünglich auf einem Bunker. Inzwischen ist sie sogar funkgesteuert

Eine Uhr, die sieben Minuten vorgeht und nicht auf die richtige Zeit eingestellt wird? Ja – sie erinnert damit an die Aufstandspläne der "verräterischen Rotte", die wegen ihrem zu frühen Schlag aufgeflogen waren. Die Verrätergasse mit der Inschrift D.V.R.T. (Der Verräterischen Rotte Tor) kündet noch heute davon. Dass die Verräter hingerichtet wurden, versteht sich für Görlitz quasi von selbst.

Und noch etwas steht in Görlitz in Bezug zur Zeit: Es ist der Meridianstein an der Stadthalle Görlitz, der mehr oder weniger genau den Verlauf des 15. Meridians durch die Neißestadt markiert. Hier, entlang dieses Meridians, entspricht der Sonnenstand exakt der Mitteleuropäischen Zeit, genauer geht es nicht. Nur steht der Görlitzer Meridianstein rund 137 Meter neben dem tatsächlichen Meridianverlauf, was seiner touristischen Anziehungskraft jedoch keinen Abbruch tut.

Das ungewöhnliche Comeback der Wohnzimmeruhr

Doch welchen Stellenwert hat die Zeit in unserer schnelllebigen Welt? Obgleich alle immer mehr verplant zu sein scheinen und für alles "Keine Zeit!" zu haben meinen, sind Armbanduhren in ihrer praktischen Anwendung heutzutage eher außer Mode gekommen und allenfalls zum Accessoire geworden – das Handy hat sie abgelöst, manchmal allerdings in Kombination mit einer Smartwatch, der supermodernen Form der guten alten Armbanduhr. Längst ausgestorben schienen auch die Wohnzimmeruhren, die auf dem Wohnzimmerbuffet, als Wand- oder Standuhr mit ihrem Tick-tack ein Stück Gemütlichkeit vermittelten. Doch die Wohnzimmeruhren kommen jetzt zurück, dafür haben pfiffige Anbieter gesorgt.

Konkret geht es um Uhr Wandtattoos, mit denen sich ein klarer Bezug zu besonders wertgeschätzten Uhren herstellen lässt – man kann sich auf diese Weise die tickenden Sehenwürdigkeiten der Stadt nach Hause holen, wenn man nur ein wenig Gestaltungsfantasie entwickelt. Görlitz-Gäste hingegen können mit so einem Wandtattoo ihre Erinnerungen an die Neißestadt am Leben halten. Ganz egal, wo auf der Welt man seinen Urlaub verbracht hat, mit den modernen Zeitanzeigern kann man sich ein Stückchen Urlaubs-Feeling in den eigenen vier Wänden verschaffen. Anbringen kann man so ein Wandtattoo selber oder man beauftragt einen Spezialisten, beispielsweise einen Malerfachbetrieb. Natürlich steht es frei, die zum Verkauf angeboten Gesamtpakete mit einem Großposter beziehungsweise einer Fototapete vom Lieblingsort zu kombinieren; Fantasie kennt schließlich keine Grenzen.

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  • Quelle: red | Fotos: © Görlitzer Anzeiger
  • Erstellt am 14.08.2019 - 13:54Uhr | Zuletzt geändert am 14.08.2019 - 17:54Uhr
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