Der Görlitzer Friedhof – Rückblick und Vorausschau
Görlitz, 21. März 2015. Nahezu 30 kälteresistente Nachtschwärmer waren am Abend des 18. März 2015 gekommen, um sich unter sternenklarem Himmel einer nächtlichen Friedhofsführung namens "Friedhofsgeflüster" hinzugeben. Organisiert von der Historikerin Dr. Anja Kretschmer aus Rostock wurden, während die Glieder langsam einfroren, Geschichten erzählt über Todesboten und "Nachzehrer", über Krähen, Totenkronen und die Furcht vor dem Scheintod. Auch das weithin unbekannte Märchen der Gebrüder Grimm vom Totenhemdchen wurde vorgelesen. Zum Schluss wurden, damit die Friedhofsgrenze gefahrlos zurück in den Bereich der Lebenden überschritten werden konnte, kleine Dosen verteilt, darin das Mittel gegen die "Aufsitzer", jene Geister also, die den Friedhof gerne verlassen wollen und denen dafür jede lebendige Schulter recht ist.
Unterstützung für Projekt Friedhofskunst erbeten
Die Gruselgeschichten, Aberglaube und mittelalterliche Unwissenheit stoßen auch in der Gegenwart auf großes Interesse. So hat die interessante Führung das eigene Führungsrepertoire des Städtischen Friedhofs Görlitz gut ergänzt.
Die Führungstermine für 2015 gibt es wieder als Faltplan, erhältlich in der Friedhofsverwaltung, im Rathaus, in der Jägerkaserne, in Museen, im Landratsamt, in der Görlitz-Information, bei i-Vent in der brüderstraße und im Internet auf der Görlitz-Seite.
Neben deb beliebten Führungen zum "Tag des Baumes" am 25. und 28. April 2015 und natürlich einem "Engelbummel" am 18. Mai 2015 wird es in Zusammenarbeit mit Museen der Stadt neue Projekte geben, so am 31. Mai 2015 gemeinsam mit den Görlitzer Sammlungen eine Führung zu den Gräbern einiger Maler der "Galerie der Moderne" und am 13. Juni 2015 zusammen mit dem Senckenberg-Museum einen GEO-Tag der Artenvielfalt.
Naturliebhaber, Geschichtsfreunde, Friedhofsliebhaber, Engelfans - auf dem Görlitzer Städtische Friedhof können sie alle im Laufe des Jahres und schon zu Lebzeiten auf ihre Kosten kommen.
Apropos Kosten: Meist werden (noch) keine erhoben, aber immer wird um Spenden gebeten für die Sammlung von Friedhofskunst. Dafür gibt es Hinweise im Innenteil des Faltblattes und natürlich die Bankverbindung.
Eins der Friedhofskunst-Bilder kann als Leihgabe vom 11. Mai bis zum 31. Oktober 2015 in der Ausstellung "Kunst zur Kriegszeit 1914 - 1918: Künstler aus Schlesien zwischen Hurrapatriotismus und Friedenssehnsucht" im Schlesischen Museum zu Görlitz betrachtet werden.
Mehr:
Hoch hinaus und dem Himmel ein Stück näher
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- Quelle: red
- Erstellt am 21.03.2015 - 10:29Uhr | Zuletzt geändert am 18.01.2021 - 08:56Uhr
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