Alles nur geklaut?
Hannover. Der Textklau aus dem Internet grassiert: Rund dreißig Prozent der Studierenden geben bei Umfragen zu, dass sie ihre schriftlichen Arbeiten mit Kopieren-Einsetzen (Copy-Paste) erstellen. In seinem Buch "Das Google-Copy-Paste-Syndrom" analysiert Stefan Weber den grundlegenden Wandel dieser Kulturtechnik von der eigenen Idee und der eigenen Formulierung hin zu einer "Umgehung des Hirns" und der Bearbeitung bereits vorhandener Textsegmente aus dem Internet. Das Buch umfasst 166 Seiten und kostet 16 Euro.
Telepolis-Buch über das Google-Copy-Paste-Syndrom
Bereits in der Schule und später dann im Studium wird Google das Tor zur Wirklichkeit: Schüler und Studenten ergoogeln ihr zu bearbeitendes Thema, kopieren geeignete Textbausteine und fügen diese ohne Quellenangabe in ihre schriftliche Arbeit oder ihr Referat ein. Abschließend passen sie das Layout an - und fertig ist die Hausarbeit. Diese "Recycling-Textkultur" (Stefan Weber) gefährdet zunehmend die Ausbildung und die gesamte wissenschaftliche Textkultur. Cyber-Neusprech oder "Weblisch", Chat- und SMS-kontaminiertes Bewusstsein, affirmative Bagatelle-Forschung, Technophilie und Bullshit-PR für neue Medien schaffen zudem ein Milieu, in dem eine Kritik des Internets und seiner Verwendung systematisch ausgeblendet wird.
"Das Google-Copy-Paste-Syndrom" ist das erste deutschsprachige Sachbuch, das sich dem Kopieren-und-Einsetzen-Phänomen und den Folgen des Google-Wikipedia-Wissensmonopols widmet. Der Autor beobachtet kritisch die Ergoogelung der Wirklichkeit und die fortschreitende Austreibung des Geistes aus der Textproduktion. Er fragt, wie die Medienwissenschaft auf dieses Problem - wenn überhaupt - reagiert. Das Buch richtet sich an Lehrende in Schulen und Universitäten, die sich mit diesem neuen Problem konfrontiert sehen sowie an ein breites Publikum, das die neuen Medien verwendet.
Der Autor:
Priv.-Doz. Dr. Stefan Weber, geboren 1970 in Salzburg (A), ist Medienwissenschaftler und Publizist. Unter anderem Autor der Bücher "Medien - Systeme - Netze" (2001), "Was steuert Journalismus?" (2000) und "Non-dualistische Medientheorie" (2005). Herausgeber des Lehrbuchs "Theorien der Medien" (2003). Seine Dissertation wurde bislang drei Mal plagiiert, zwei Plagiatoren wurde daraufhin der akademische Grad aberkannt.
Bibliografische Angaben:
Stefan Weber
Das Google-Copy-Paste-Syndrom (Telepolis)
Wie Netzplagiate Ausbildung und Wissen gefährden
Heise, November 2006, 166 Seiten, Broschur
ISBN 3-936931-37-2, ISBN 978-3-936931-37-2
16,00 Euro (D) / 16,50 Euro (A) / 28,00 sFr
Lesermeinungen (0)
Weitere Artikel-
Die Kunst der Vorsorge: Warum der Ausbildungsstart mehr als ein Karriereschritt ist
Görlitz, 24. März 2026. Der erste Tag der Ausbildung fühlt sich oft an wie ein Sprung...
-
Neue Arbeitswelten in Görlitz – Warum das Büro zum zweiten Wohnzimmer wird
Görlitz, 12. März 2026. Wandel der Bürokultur in der Oberlausitz: Die Arbeitswel...
-
Bis zu 12.500 Euro Förderung für barrierefreie Umbauten möglich
Görlitz, 9. März 2026. Die Sächsische Staatsregierung hat eine Neufassung der Fö...
-
Zäune aus Polen: Worauf es bei Material, Korrosionsschutz und Montage ankommt
Görlitz, 24. Februar 2026. Ein Zaun ist für viele Eigentümer mehr als eine Grundst&uu...
-
Finanzen im Gleichgewicht: Wege zu einer stabilen Finanzplanung
Görlitz, 24. Februar 2026. Finanzielle Sicherheit gilt als abstrakter Begriff – bis unerw...
- Quelle: /HM061129
- Erstellt am 12.01.2007 - 09:21Uhr | Zuletzt geändert am 12.01.2007 - 09:21Uhr
Seite drucken
