2011 heißt es am Bärwalder See wieder transNATURALE

2011 heißt es am Bärwalder See wieder transNATURALEBoxberg/O.L. / Hamor. Im nördlichen Landkreis Görlitz, wo sich nicht nur die Füchse, sondern auch die Wölfe "Gute Nacht!" sagen, will seit Jahren Kunst eine Verbindung zwischen geschundener Natur, Braunkohlenkraftwerk und Re-Kultivierung im weitesten Sinne schaffen. Einmal im Jahr steigt dazu für zwei Tage ein Licht-Klang-Fest, das ab 2011 wieder transNATURALE heißt.

Am Bärwalder See

Archivbild: ©2007 BeierMedia.de

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Die Kultur kommt aus der Landeshauptstadt

Die transNATURALE könnte Symbol für die Transformation einer geschundenen Landschaft sein. | Foto: Pawel Sosnowski
Kleines Bild: Am Bärwalder See, Foto: BeierMedia.de (2007)

Mit dem Bärwalder See ist Boxberg/O.L. Hauptstandort der transNATURALE, für deren Durchführung die Gemeinde auch im Jahr 2011 mit dem Landkreis Görlitz kooperiert. Die Wortmarke "transNATURALE" hatte sich die Gemeinde im Jahr 2010 als Marke eintragen lassen.

Die Kultur an sich wird aus Dresden importiert: Wie schon 2010 ist Dieter Jaenicke, Künstlerischer Leiter des Europäischen Zentrums der Künste Dresden-Hellerau, auch im Jahr 2011 Künstlerischer Leiter des Ereignisses. Für die Organisation zeichnet die Görlitzer Kulturservicegesellschaft mbH verantwortlich. Neuer Partner des transNATURALE-Projekts ist im Jahr 2011 der Fürst-Pückler-Park Bad Muskau.

Geld ist da

Finanziert wird das Kunstspektakel mit einem Budget in Höhe von 75.000 EUR. Das stellen die Gemeinde Boxberg/O.L., die vom Vattenfall-Kraftwerk profitiert, und die Sparkasse Oberlausitz-Nieder­schlesien bereit. Zusätzlich wurde ein Förderantrag bei der Kulturstiftung des Freistaates Sachsen gestellt.

Am Theater im Ohr

Abspielen wird sich die transNATURALE am Bärwalder See. Das Ohr - ein Freilufttheater - und seine direkte Umgebung sind der zentrale Platz, von dem per Laser eine Verbindung zum See und zum Kraftwerk hergestellt werden soll. Im Jahr 2011 soll die Klang-Dimension zur Licht- und Laser-Installation verbessert werden.

Auch eine RadioWerkstatt „SEEFUNK 97,1 - Das Radio zur transNATURALE“ soll wieder stattfinden.

Brücken nach Süden und Osten

Im Ohr-Theater selbst soll mit Musik für unterschiedliche Hörgewohnheiten die erfolgreiche Erfahrung vom letzten Jahr aufgegriffen und weiter entwickelt werden, so Ina Rueth von der Görlitzer Kulturservicegesellschaft . Ein Konzert des Orchesters Reichenberg (Liberec) ist angefragt, womit eine Brücke in die Tschechische Republik hergestellt werden soll. Mit der Präsentation des 1. Preises des Görlitzer Tanz-Festivals werden Tanz und Neue Medien und die künftige Brücke nach Polen in das Programm einbezogen.

Hoher Vorbereitungsaufwand für grenzüberschreitende transNATURALE 2012

Vorbereitende Gespräche und Arbeitstreffen für die grenzüberschreitende Durchführung im kommenden Jahr, wenn die transNATURALE 2012 stattfinden soll, finden gemeinsam mit dem Kreis Reichenberg (Kraj Liberec), der Tschechischen Denkmalschutz­behörde, die verantwortlich für die Schloss- und Parkanlagen in und um Reichenberg ist, dem Landkreis Görlitz, der Gemeinde Boxberg/O.L., dem Europäischen Zentrum der Künste Dresden-Hellerau, dem Muskauer Park und der Görlitzer Kulturservicegesellschaft mbH statt.

Das nächste Treffen mit allen Kooperationspartnern ist für den 27. Mai 2011 in Form einer Rundreise „Görlitz - Muskauer Park / Bad Muskau - Bärwalder See / Boxberg/O.L.“ vorgesehen - schließlich muss im Juni 2011 der Ziel-3-Antrag für Europäische Fördermittel für die Jahre 2012 und danach abgegeben werden.

transNATURALE 2011:
Freitag/Sonnabend 9. und 10. September 2011
Bärwalder See, Theater im Ohr


Kommentar:

Es ist nur ein Gefühl, und Gefühle lassen sich nun mal schlecht beweisen: Mit dem Licht-Klang-Fest, das nun wieder transNATURALE heißt, sollen die Eingeborenen mal so richtig beeindruckt werden. Und die freuen sich natürlich darüber, weil endlich mal was los ist. Außerdem können die beteiligten Institutionen - die meist Verwaltungen oder verwandlungs-verbandelt sind - ihre Daseinsberechtigung legitimieren.

Pluspunkt des Festivals ist die entstehende Aufmerksamkeit für die Region und speziell den Bärwalder See. Wo sonst wenig überregionale Ausstrahlung ist, müssen solche Signale eben künstlich erzeugt werden.

Minuspunkt: Illuminationen und Kling-Klang sind nach zwei Tagen vorbei, die eigentliche Transformation einer Region, die schlagartig ihr Beschäftigungspotenzial verloren hat und unter den hochdramatischen sozialen Folgen leidet, wird im grellen Laserlicht nicht einmal ansatzweise beleuchtet. Wirkliche Gewinner der Veranstaltung sind nur die Fördermittelverwerter.

Oder sehen Sie das anders?

Ihr Fritz R. Stänker

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  • Quelle: red | Foto: BeierMedia.de (2007) | Kommentar: Fritz Rudolph Stänker
  • Erstellt am 15.05.2011 - 14:24Uhr | Zuletzt geändert am 29.01.2020 - 15:41Uhr
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