Die edle Seele von Tauchritz

Die edle Seele von TauchritzGörlitz-Zgorzelec. Gleich am Rande des entstehenden Berzdorfer Sees liegt etwas versteckt das Wasserschloss Tauchritz. Wer das Kleinod entdecken will, muss die B99 in Görlitz-Hagenwerder am Kreisverkehr verlassen und nach etwa zwei Kilometern rechterhand auf ein Hinweisschild achten. Quer über die ehemalige Gutsanlage erreicht man das von einem Wassergraben umgebene Schloss.

Wasserschloss im Dornröschenschlaf

Wasserschloss im Dornröschenschlaf

Das Wasserschloss zu Tauchritz.
Fotos: /Anna Meusel

Der Name Tauchritz leitet sich vom altslawischen „Tucherice“ ab, was soviel bedeutet wie „in sumpfiger Gegend liegend“. Offenbar handelte es sich dabei um eine ausgezeichnete Grundlage für die Braunkohleentstehung, denn noch vor wenigen Jahren stand das Schloss im wahrsten Sinne des Wortes am Abgrund eines gigantischen, heute stillgelegten und in Flutung befindlichem Braunkohletagebaus.

Die Schlossanlage, deren erste urkundliche Erwähnung auf das Jahr 1306 zurück geht, war seit dem 18. Jahrhundert im Besitz des nahe gelegenen Stiftes Joachimstein, dem heutigen polnischen Radomierzyce. Nach Ende des Zweiten Weltkriegs wurde es als Flüchtlingslager und Schule genutzt. Seit dem Jahr 1960 diente es Wohnzwecken. Das denkmalgeschützte Gebäude verschliss zusehends und stand ab 1987 leer. Immerhin bemühte man sich, die Anlage zu sanieren, wofür allerdings immer wieder die Mittel fehlten.

Heute ist eine ehemalige Scheune als Veranstaltungshalle saniert, jedoch verwehrt die Bauaufsicht Veranstaltungen, bevor die Sanierung nicht vollständig abgeschlossen ist.

Schade, denn Schloss Tauchritz und sein als weiträumiger Gutshof angelegtes Umfeld hat durchaus einige bemerkenswerte Aspekte zu bieten. Im Schloss selbst sind es die barocken Decken, die es für Sachsen so bedeutsam machen: Sie werden mit Details des Dresdner Zwingers verglichen.

Die Lage am deutsch-polnisch-tschechischen Dreiländereck machte schon Filmregisseure aufmerksam. In der preisgekrönten Kinokomödie „Schröders wunderbare Welt“ fühlt sich Frank Schröder (gespielt von Peter Schneider) dazu berufen, die Zukunft seines Heimatortes Tauchritz zu retten. Dazu will er ein künstliches Tropenparadies schaffen. Doch weder sein Chef Gregory (Jürgen Prochnow) noch der eigene Vater Theo (Karl-Fred Müller), Bürgermeister des Ortes, können sich dafür begeistern . . . Man darf gespannt sein, wie sich die Geschichte des Ortes in der Realität entwickelt.

In wenigen Jahren wird Schloss Tauchritz an einem großen See liegen. Zu hoffen ist auf eine Nutzung, die sowohl den Besuchern als auch den Einheimischen zugute kommt.

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  • Quelle: /Robin Günther | Fotos: /Anna Meusel
  • Zuletzt geändert am 23.11.2007 - 09:55 Uhr
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