Zeit des Friedens und des Kerzenscheins

Zeit des Friedens und des KerzenscheinsGörlitz, 21. November 2022. Mit der Ende dieser Woche beginnenden Adventszeit ist, zumindest gefühlt, die Zeit des Schmuddelwetters vorüber – das würde ja auch gar nicht zu den weihnachtlichen Gefühlen passen, die sich nun Bahn brechen wollen. Wobei: Ist die Weihnachtszeit des Jahres 2022 eine, in der man unbesorgt wie in all den Jahren zuvor und allen Krisen zum Trotz das Jahr ausklingen lassen kann, sich verstärkt der Familie und Freunden widmet und seinen Frieden macht mit der Welt?

Abb.: "Wie eine Kerze im Wind" ist zu einem Gleichnis für Unsicherheit geworden

Foto: Michael Kleinsasser, Pixabay License

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Ein Licht im Dunkel zu haben ist immer gut

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Beliebt, aber brandgefährlich: zusammengestellte Teelichter

Foto: Ri Butov, Pixabay License

Den Weihnachtsfrieden, gibt es den wirklich?

Der Wunsch nach Frieden ist für viele die große Sorge dieser Weihnachtszeit. Oft ist sogar die Rede vom Weihnachtsfrieden – doch was soll das sein? Das ist zuallererst der Weihnachtsfrieden von 1914, als britische und deutsche Soldaten an Heiligabend und den Weihnachtsfeiertagen darauf verzichteten, sich gegenseitig zu verstümmeln und umzubringen, sich teils verbrüderten oder gemeinsame Gottesdienste abhielten – ganz gegen den Willen ihrer Befehlshaber. Möglich war das, weil man in den Schützengräben nur 50 oder 100 Meter auseinander lag, sich also hören und sehen konnte. Vielleicht beantwortet das schon das die Frage nach einem Weihnachtsfrieden in der Ukraine.

Im deutschen Alltag hat der Weihnachtsfrieden längst eine andere Bedeutung; Rund um die Weihnachtsfeiertage verzichten die Finanzämter möglichst auf alles, was den Steuerzahlern im besonderen Maße die Festtagslaune verderben könnte. So werden etwa Bußgeldbescheide zurückgehalten oder Außenprüfungen und Vollstreckungsmaßnahmen vertagt. Einen Anspruch auf diesen Weihnachtsfrieden gibt es freilich nicht. Vor allem, wenn Verjährung droht, ist es mit dem Frieden vorbei.

Die Symbolik des Lichts

Nicht nur in der christlichen Theologie stehen Licht und Erleuchtung in einem dialektischen Zusammenhang: Das Licht als Symbol des Lebens, des Wissens und des Glücks, die Erleuchtung hingegen als der Weg und Ziel der Erkenntnis.

In Sachsen ist besonders im Erzgebirge die weihnachtliche Sehnsucht nach dem Licht verankert, wohl gespeist aus der bergbaulichen Tradition. Neben als den zugehörigen Bräuchen und Symbolen – man denke nur an die weihnachtlich beleuchteten Häuser im Erzgebirge, wo niemand auf die Idee käme, die Besinnlichkeit durch flackerndes Licht zu stören – wird heute jedoch versucht, die tiefverwurzelte Symbolik des Lichts politisch zu nutzen. Gemeint ist der zum Logo aufbereitete Spruch "Vergreift euch nicht an unserem Licht!", der die Gesellschaft demagogisch in "wir und ihr" einteilt.

Schon ist das Merchandising dafür auch im rechtslastigen Bereich angerollt und mancher Bürgermeister sieht es als seine Aufgabe an, sich hinter diffuse Forderungen wie nach der "Rücknahme der Energiepreissteigerungen", nach einem Ende der "ideologiegesteuerten Energiepolitik" oder etwa "Diplomatie statt Kriegstreiberei" zu stellen. Da möchte man sich stellenweise schon mehr Licht wünschen.

Sparen und Heizen mit Kerzen?

Energie zu sparen steht in der kalten Jahreszeit des Winters 2022/23 im Focus wie wohl noch nie. Deshalb auf die Weihnachtsbeleuchtung zu verzichten spart jedoch kaum Geld – zumindest, wenn sie in einem vernünftigen Rahmen bleibt. Ein elektrische 20-Watt-Beleuchtung, täglich fünf Stunden in Betrieb, verbraucht binnen zehn Tagen eine Kilowattstunde und kostet damit je nach Tarif um die 50 Cent.

Tipp:
Anders ist es, wenn man einen Schwibbogen mit Glühlampen in Kerzenform betreibt. Wer ein entsprechendes Netzteil hat, kann die Spannung ohne weiteres um die fünf bis zehn Prozent absenken. Geeignet dafür ist etwa ein alter Spannungsregler, wie er früher an Fernsehgeräten üblich war. Der Helligkeitsverlust ist gering, aber Strom wird gespart und die Lebensdauer der Lämpchen erhöht sich ganz maßgeblich.


Offen gesagt ist jedoch echtes Kerzenlicht durch nichts zu ersetzen – und gut für die heimische Wirtschaft: So kommen etwa unterschiedliche Kerzen für den Großhandel aus der Kerzenfabrik in Ebersbach/Sa., heute Teil der Stadt Ebersbach-Neugersdorf in der Oberlausitz. Schöne Kerzen sind ein kleiner Luxus, den sich jeder leisten kann – nur ein kostensparender Ersatz für elektrisches Licht oder gar für die Heizung sind sie nicht.

Tipp:
Die im Internet kursierenden "Öfen" für Teelichte sind als Heizungsersatz nicht geeignet. Außerdem ist Vorsicht geboten: Werden etwa mehrere Teelichter auf einem Tablett unmittelbar nebeneinander entzündet, können sich die Flammen vereinigen und zu einer nur schwer zu löschenden großen Fackel werden.

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  • Quelle: TEB | Foto ausgeblasene Kerze: Maik_68 / Michael Kleinsasser, Pixabay License; Foto Teelichter: Ri_Ya / Ri Butov, Pixabay License
  • Erstellt am 21.11.2022 - 10:48Uhr | Zuletzt geändert am 21.11.2022 - 11:50Uhr
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