Das schlesische Christkind ist da!

Das schlesische Christkind ist da!Görlitz, 27. November 2018. Der Schlesische Christkindelmarkt zu Görlitz 2018 hat sein Christkindel: Die schöne Lichtgestalt, womöglich ein Mix aus dem kleinem Jesus und einem Engel, kommt wieder weiblich und blondgelockt daher und hört auf den bürgerlichen Namen Pauline Himpel.
Abbildung: So schön kann die Adventszeit sein! Pauline Himpel wird als schlesisches Christkindel die Gallionsfigur des Görlitzer Weihnachtsmarktes sein

Weshalb das Christkindel blond ist

Pauline, die junge Frau aus Görlitz, wird am Berufsschulzentrum Görlitz zur Heilerziehungspflegerin ausgebildet. Weil sie gern mit Kindern arbeitet, hatte sie sich als Görlitzer Christkindel beworben.

Weshalb als Christkind blonde und blauäugige Frauen bevorzugt werden? Blond steht für Reinheit – die Reinheit der Seele wie die der Wohnung, dunkle Haare hingegen verströmen leicht einen Hauch von Verruchtheit und Laster. Wobei das natürlich Vorurteile sind. Wenn man die mal beiseite legen würde, wäre die Zeit für ein dunkelhäutiges Christkindel längst reif.

In der mitteleuropäischen Weihnachtskultur ist das Christkind nicht unbedingt weiblich. So finden wir im Erzgebirge und im Vogtland das Bornkinnel, das geborene Kindlein. Das existiert auf Bildern und als Puppe durchaus als Jesusknabe, wird aber von weißgewandeten Mädchen dargestellt. Im Gegensatz zur christlichen Verwirrung um die von Katholiken bevorzugte Bescherung durch das lutherische Christkind, das seine Wurzeln im Elsass hat, und den evangelisch besetzten Coca-Cola-Weihnachtsmann als Geschenkebringer waren im Erzgebirge, dem deutschen Weihnachtsland schlechthin, die Rollen schon immer klar geteilt: Das Bornkinnel erscheint hier an der Hand von Knecht Rupperich (dem Rupp'rich), wobei das Bornkinnel die Geschenke bringt, am Heiligen Abend aber nie zu sehen ist – den Auftritt überlässt es dem Rupp'rich, der die Gelegenheit nutzt, weichgespülten Eltern ein Stück Erziehungsarbeit abzunehmen und den Kindern einmal ordentlich die Leviten zu lesen.

In Görlitz soll das Christkind nicht nur den Weihnachtsmarkt, sondern auch die Nächstenliebe repräsentieren. Deshalb ist es auch außerhalb des Markttreibens unterwegs und besucht Einrichtungen für Mitbürger, die auf Hilfe angewiesen sind und engagiert sich beim Verteilen von Mahlzeiten. "Wir haben uns mit Pauline Himpel für eine Kandidatin entschieden, die diese Rolle ganz und gar ausfüllen und mit ihrer positiven Ausstrahlung einen besonderen Glanz verleihen wird", so Gerd Weise von der Görlitzer Kulturservicegesellschaft mbH.

Mehr zum Schlesischen Christkindlmarkt zu Görlitz 2018 erfährt man im Görlitzer Anzeiger:
13.11.2018: Schlesischer Christkindelmarkt zu Görlitz will weiter zulegen

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  • Quelle: red | Foto: Axel Lange
  • Zuletzt geändert am 27.11.2018 - 06:08 Uhr
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