Zum 90. Todestag des Görlitzer Photographen Robert Scholz

Zum 90. Todestag des Görlitzer Photographen Robert ScholzGörlitz, 17. Oktober 2016. Von Hans Brettschneider. Ein Zitat des Neuen Görlitzer Anzeigers zum Tod dieses hervorragenden Görlitzer Photographen Robert Scholz im Jahre 1926 beschreibt im Grunde sein gesamtes Schaffen: "Er gehörte zu den Menschen, deren Arbeit bei unzähligen anderen die Freude an der Heimat erweckt und erhalten hat. Das bleibt ihm unvergessen."

Atelierhaus mit Familie Scholz, Robert Scholz im Vordergrund rechts mit Kindern und Ehefrau

Bildquelle: Museum der Fotografie Görlitz e.V.

Anzeige

Wichtiger früher Bildchronist der Stadt Görlitz

Robert Scholz hatte im Jahr 1867 eine "Anstalt für Photographie, Lichtdruck und Zinkotypie" in der Görlitzer Bismarckstraße 9 eröffnet. Ihm ist heute eine Vielzahl historischer Stadtansichten zu verdanken, denn Scholz fotografierte in Görlitz alles, was Wert hatte, gezeigt zu werden oder auf Photoplatten erhalten zu bleiben. Das Unterschied ihn durchaus von seinen Kollegen, die ihre Ateliers eher eröffnet hatten und ebenfalls in der Stadt fotografierten.

Cabinetkarten-Portraits (meist 10 x 15cm groß) und die etwas kleineren Visitenkarten-Portraits entstanden im Atelier Scholz ebenso wie Architekturaufnahmen und Fotos alter und neuer Kunstwerke in Görlitz und anderenorts. Besonders hervorgehoben wurde in seinen Werbeanzeigen die Ablichtung von Gebäuden, auswärtigen Besitzungen, Villen, Schlössern, Interieurs sowie Gegenständen des Kunstgewerbes und von Industrieerzeugnissen.

Bei der Auflösung des Geschäfts der Firma Robert Scholz konnten tausende Fotoplatten gerettet werden. Sie werden heute im Ratsarchiv der Stadt Görlitz aufbewahrt. Die Scholz-Söhne Alfred, Felix und Bruno hatten ebenfalls Photographenberuf erlernt und ab 1920 das väterliche Geschäft weitergeführt. Nach 1945 übernahm der Fotografenmeister Kühn das Geschäft. In den siebziger Jahren wurde es geschlossen.

Robert Scholz wurde am 6. Juli 1843 in Bunzlau geboren, am 21. Oktober 1926 starb er in Görlitz und wurde am 25. Oktober auf dem Gräberfeld X/252 des Alten Görlitzer Friedhofes beigesetzt. Die Grabstelle wurde nach dem Ablauf der Liegezeit neu vergeben. Das Atelierhaus auf der Bismarckstraße 9 wurde am 2. März 2012 abgerissen.

Soweit möglich werden Schriftgut, Fotos und Informationen zu Robert Scholz im Archiv des Museums der Fotografie Görlitz aufbewahrt. Gewürdigt wurde das Werk von Robert Scholz u.a. 1993 mit einer Sonderausstellung im Görlitzer Barockhaus Neißstraße 30 und einer umfassenden Ausstellung im Museum der Fotografie im Jahr 2005, die auch Angehörige von Robert Scholz besuchten. Das Ratsarchiv gibt jährlich den beliebten Robert Scholz Kalender heraus. Erst unlängst, am 5. Oktober 2016, hatte Ratsarchivar Dr. Siegfried Hoche Robert Scholz einen Bilderabend im Barockhaus gewidmet.

Broschüre:
Atelier Robert Scholz: Aus dem Schaffen einer Görlitzer Fotografenfamilie.
Görlitz 1994. 36 Seite, 33 Abbildungen, schwarz-weiß, Preis 2,60 Euro.
Bezug im Kulturhistorischen Museum Görlitz.

Mehr:


Kommentare Lesermeinungen (0)
Lesermeinungen geben nicht unbedingt die Auffassung der Redaktion, sondern die persönliche Auffassung der Verfasser wieder. Die Redaktion behält sich das Recht zu sinnwahrender Kürzung vor.

Schreiben Sie Ihre Meinung!

Name:
Email:
Betreff:
Kommentar:
 
Informieren Sie mich über andere Lesermeinungen per E-Mail
 
 
 
Weitere Artikel aus dem Ressort Weitere Artikel
  • Quelle: Hans Brettschneider | Bildquelle: Museum der Fotografie Görlitz e.V.
  • Erstellt am 17.10.2016 - 08:52Uhr | Zuletzt geändert am 06.01.2020 - 09:19Uhr
  • drucken Seite drucken
Anzeige