Informationen zu "Görlitzer ART"

Görlitz, 19. November 2015. Breslau (Wrocław) ist die Europäische Kulturhauptstadt 2016. Davon hat auch das ostsächsische Görlitz etwas, nämlich ein Satellitenprojekt in Form einer Kunstausstellung: Ab dem 1. April 2016 bis zum 9. April 2017 wird diese unter dem Titel "Görlitzer ART" ein Jahr lang in der Neißestadt gezeigt.

Kunstausstellung im öffentlichen Raum der Stadt Görlitz

Die Ausstellung ist es dem Gölitzer Bürgermeister für Kultur, Bauen und Stadtentwicklung, Ordnung und Sicherheit Dr. Michael Wieler wert, auf einer Veranstaltung pesönlich über Hintergründe und Ziele des Vorhabens zu informieren. Die wird von der stadteigenen Görlitzer Kulturservicegesellschaft mbH, deren Geschäftsführer Dr. Wieler ist, im Auftrag der Stadt Görlitz organisiert.

Die Ausstellung "Görlitzer ART" ist ein gemeinsames Projekt der Städte Görlitz und Breslau. Allerdings nehmen nur Künstler - junge wie auch etablierte - aus der dem Raum Breslau, die erfolgreich an einem Wettbewerb zur Ausstellung teilgenommen hatten, und Studenten der Kunstakademie Breslau, die ihre Ideen zur Ausstellung bis Ende des Jahres 2015 in Entwürfe umsetzen, teil. Jene Entwürfe, die schon jetzt feststehen, sollen zur Informationsveranstaltung gezeigt werden. Auch will man auf Möglichkeiten einer aktiven Bürgerbeteiligung bei der Gestaltung der Schau eingehen.

Kuratiert wird "Görlitzer ART" durch die Eugeniusz-Geppert-Akademie der Schönen Künste Breslau, Arbeit bekommt auch die Görlitzer Kulturservicegesellschaft mbH, koordinierend tätig werden soll. Weil all das Geld kostet, gibt es Förderer: Die Städte Breslau und Görlitz, die Stiftung der Sparkasse Oberlausitz-Niederschlesien, die Stadtwerke Görlitz AG, die stadteigene KommWohnen GmbH, den Freistaat Sachsen und die Bundesbeauftragte für Kultur und Medien, die ebenfalls Geld beisteuert.

Hingehen!
Dienstag, 24. November 2015, 18 Uhr,
KommWohnen GmbH, Konsulstraße 65, 02826 Görlitz.


Kommentar

Mal ganz davon abgesehen, dass moderne Kunst im öffentlichen Raum der Stadt Görlitz nur gut tun kann - die Projektwebseite verheißt beispielsweise in Form einer Wasserwaage wieder ein schönes rotes Kunstwerk an der Altstadtbrücke, falls das ernst gemeint ist - provoziert die angekündigte Ausstellung gleich mehrere Fragen und Anmerkungen.

Warum nennt sich die Ausstellung Görlitzer Art (zu deutsch Kunst, denn die Eigenarten der Görlitzer können wohl nicht gemeint sein), wenn sich doch Künstler und Künstlerinnen allein aus dem polnischen Niederschlesien beteiligen dürfen? Eine schönes Geste wäre es gewesen, Künstlern aus dem Raum Görlitz die Gelegenheit zu geben, sich an dieser Ausstellung zu beteilgen, als Gruß an die Europäische Kulturhauptstadt. Aber das war wohl nicht das Konzept dieser Ausstellung.

Aber: Wo bleibt der Europastadtgedanke, wenn sich die Ausstellung nur auf den deutschen Stadtteil beschränkt? Gerade eine Ausstellung, die an mehreren Stellen im öffentlichen Raum stattfindet, wäre doch prädestiniert, stärkere Bindungen über den Neiße-Verbindungsfluss hinweg zu schaffen.

Und wir erleben ein schönes Beispiel, wie geschlossene Wirtschaftskreisläufe funktionieren - allerdings unter Ausschluss der tatsächlich privaten Wirtschaft. Wen haben sich die beiden Städte in Deutschland aus der Wirtschaft vor Ort als Geldgeber, Dienstleister und Partner ins Boot geholt? Gesellschaften, die zu hundert Prozent stadteigen sind und die Stadtwerke mit 25,1 Prozent städtischer Beteiligung - nur die Stiftung der öffentlich-rechtlichen Sparkasse ist da außen vor, weil sie kein Unternehmen ist (die ehemalige Stadtsparkasse Görlitz ist in der Niederschlesischen Sparkasse aufgegangen, diese wiederum in der Sparkasse Oberlausitz-Niederschlesien). Privatwirtschaftliches Engagement - so gesehen: Fehlanzeige, denn die Rechtsform allein schafft keine Privatwirtschaft.

Gespannt sein darf man, wie die Bürger bei der Gestaltung der Ausstellung aktiv beteiligt werden sollen.

Nichtsdestotrotz: Freuen wir uns also auf die Werke der polnischen Künstler in Görlitz. Die polnischen Künstler waren im Sozialismus die Avantgarde des Ostblocks,

erinnert sich Ihr Thomas Beier

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  • Quelle: red | Kommentar: Thomas Beier
  • Zuletzt geändert am 19.11.2015 - 06:39 Uhr
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