"Die Retter" starten Webseite für das Theater Zittau

"Die Retter" starten Webseite für das Theater ZittauZittau, 14. Dezember 2011. "Ein Politiker, der nicht ins Theater geht, ist kein Politiker. Schon vor Jahrhunderten bedeutete der Theaterbesuch eine Auseinandersetzung mit volksnahen Anliegen." – so zu lesen auf der neuen Webseite der Bürgerinitiative für den Erhalt des Zittauer Theaters. Die Zittauer beschränken sich nicht auf ein diffuses Gemurre, sondern machen ernst: Auf der Webseite werden Aktionen angekündigt, die der Stadt Zittau und darüber hinaus dem Landkreis Görlitz die Wertigkeit von Kultur klar machen sollen. "Kunst und Kultur sind ein wichtiger Bestandteil unserer Gesellschaft, um die Bürger vor totaler (Fernseh-) Verblödung zu bewahren", macht die Bürgerinitiative auf der Webseite klar.

Grafik: die-retter.com

Anzeige

Kultur ist Lebenselixier einer Stadt

Thema: Theater Görlitz-Zittau

Theater Görlitz-Zittau

Die Gerhart Hauptmann-Theater Görlitz-Zittau GmbH (GHT) verfügt über feste Häuser in Görlitz und Zittau und bespielt die Waldbühne Jonsdorf. Als Vierspartenhaus vereint das GHT Musiktheater (Oper, Operette, Musical), Tanz, Schauspiel und die Konzerte der Neuen Lausitzer Philharmonie. Es ist ein wichtiger Teil Kulturraums Oberlausitz-Niederschlesien. Beliebt sind auch die Aufführungen an besonderen Spielstätten. Das Theater engagiert sich in der Theaterpädagogik für Kinder und Jugendliche sowie im interkulturellen Austausch mit Polen und Tschechien.

Noch ist die taufrische Webseite (Stand 14. Dezember 2011, 21.30 Uhr) nicht voll funktionsfähig, aber die Botschaft ist klar: Die Bevölkerung im Süden des Landkreises (der sich selbst das von vielen Bürgern als äußerst unglücklich empfundene "Tritt-Logo" gegeben hat) will nicht auf das Lebenselixier Kultur verzichten.

Mehr:
http://www.die-retter.com

Kontakt für Unterstützer und Ideen-Geber:
E-Mail: aktion(ät)die-retter.com, Spamschutz: setze (ät) = @

Die Webseite nennt folgende Aktionen:
Am Donnerstag, dem 15. Dezember 2011, wollen die Vertreter der Bürgerinitiative Präsenz für den Erhalt des Theaters Zittau zeigen.
Gegen 18 Uhr werden sie die Fragestunde im Zittauer Rathaus wahrnehmen, um für den Erhalt des Theaters in Zittau einzutreten.
Die Aktivisten wollen Unterstützung geben, indem sie sich mit Windlichtern vor dem Rathaus versammeln und klarmachen, dass "wir nicht wollen, dass die Lichter unseres Theaters ausgehen!"
Ferner werden Plakate und Flyer gedruckt. Auf der Webseite soll umgehend informiert werden, wie bei der Verteilung des Informationsmaterials geholfen werden kann.

Kommentar:

Der Sächsischen Zeitung ist es zu verdanken, dass die eventuellen Schließungspläne für das Zittauer Theater öffentlich gemacht wurden.

Vielleicht sollten die Verantwortlichen für diese Überlegungen die Kultur mal nicht allein aus Sicht des Geldsäckels, sondern aus Sicht der Bewohner von Zittau und des Landkreises Görlitz sehen. Diese Perspektive eröffnet den Blick auf eine Wirtschaftsentwicklung, die Entlang der sächsischen Grenze als Folge von Ideenlosigkeit und Inkompetenz eine Hartz-IV-Hochburg geschaffen hat (nach zwanzig Jahren Marktwirtschaft muss man sich dann schon mal an die eigene Nase fassen).

Nun soll ausgerechnet jene Stadt, der durch ihre städtische Wirtschaftsförderung nennenswerte Wirtschaftsansiedlungen (siehe Gewerbegebiete Weinau I und II) gelungen sind, durch den Entzug des Theaters gestraft werden.

Eine Theater-Spielstätte ist für eine Stadt ein kultureller Leuchtturm, der in alle Richtungen ausstrahlt. Theaterpädagogik, Schulen, Bildungsbürger, gesellschaftliches Engagement und politische Meinungsbildung werden unmittelbar beeinflusst.

Die Zittauer sollten sich diesen Tritt nicht geben lassen,

meint Ihr Fritz R. Stänker


Update:
Über die Bedeutung und Kriterien guter Webseiten hat der Zittauer Anzeiger am 25. November 2020 geschrieben.

Kommentare Lesermeinungen (2)
Lesermeinungen geben nicht unbedingt die Auffassung der Redaktion, sondern die persönliche Auffassung der Verfasser wieder. Die Redaktion behält sich das Recht zu sinnwahrender Kürzung vor.

Sorbisch vs. Oberlausitz?

Von görzelec am 15.12.2011 - 10:19Uhr
@ Jörg Krause

Wie meinen?

Und das Deutsch-Sorbische Volkstheater Bautzen gehört also demnach nicht zur Oberlausitz?
Und die Sorbische Kulturförderung ist also nicht Kürzungen unterworfen, so dass im Moment sogar das Sorbische Institut in Frage steht?

Und König Tillich ist also auf dem Nicht-Sorbischen Auge blind, ja? Merkwürdig, dass er gefühlt jeden zweiten Monat in Görlitz zu Besuch ist. Merkwürdig auch, dass er die Sanierung der Görlitzer Stadthalle maßgeblich mit unterstützt hat.

Aber Hauptsache, wir dividieren in der Oberlausitz Niederschlesier, Sorben und Edelroller immer schön auseinander, nicht? Teile und herrsche. Ja, ja.

Viel Spaß beim Kämpfen in Zittau. Ihr macht das schon.

Für Theater Zittau kämpfen

Von Jörg Krause am 15.12.2011 - 02:27Uhr
Für die sorbische Kultur ist Geld ohne Ende da, dank unserem so ach so gütigem Ministerpräsidenten! Doch die oberlausitzer Theaterlandschaft geht den Bach runter, und das kann und darf nicht sein!

Oberlausitzer wehrt euch! Kämpft für das Theater zu Zittau, lasst das Theater und damit auch die Stadt Zittau nicht sterben!

Wir, die Oberlausitzer, haben schon zu viel verloren! Es reicht jetzt, wacht auf!

Schreiben Sie Ihre Meinung!

Name:
Email:
Betreff:
Kommentar:
 
Informieren Sie mich über andere Lesermeinungen per E-Mail
 
 
 
Weitere Artikel aus dem Ressort Weitere Artikel
  • Quelle: red | Fritz Rudolph Stänker | Grafik: die-retter.com
  • Erstellt am 14.12.2011 - 21:30Uhr | Zuletzt geändert am 25.11.2020 - 16:45Uhr
  • drucken Seite drucken
Anzeige