Flüchtlinge aufnehmen: Bürgerversammlung in Reichenbach/O.L.
Reichenbach/O.L., 15. September 2015. Auch das ostsächsische Ackerbürgerstädtchen Reichenbach/O.L. muss und will den Landkreis Görlitz bei der Unterbringung von Flüchtlingen unterstützen. Über das "wie" haben sich Bürgermeisterin Carina Dittrich, der Stadtrat und die Verwaltung bereits grundlegend verständigt. Jetzt sind die Einwohner gefragt.
Aktives Willkommensbündnis soll entstehen
Thema: Asyl in Görlitz und Umgebung
images/src/handshake-584105-1280--steinchen-Gaby-Stein-pb-Lizenz-CC0-PublicDomain-cut.jpgFlüchtlinge aufzunehmen gebietet nicht nur das Grundgesetz, sondern muss gerade für Deutsche, von denen viele im Zuge des Zweiten Weltkriegs Flucht und Vertreibung selbst erlebten, eine Selbstverständlichkeit sein. Dennoch: Unproblematisch ist das Zusammenleben mit jenen, die Asyl begehren, nicht immer. Doch wer will unterscheiden zwischen "guter Flüchtling" und "schlechter Flüchtling"? Im Zweifel für den Angeklagten, dieser Rechtsgrundsatz muss auch gegenüber dem einzelnen Flüchtling gelten.
Auf einer Bürgerversammlung soll nun das Gesamtkonzept zur Flüchtlingsunterbringung in der zwischen Görlitz und Löbau gelegenen Stadt vorgestellt werden. Dabei soll für ein aktives Willkommensbündnis geworben werden.
Hingehen!
Donnerstag, 17. September 2015, 19 Uhr,
Aula der Oberschule Reichenbach/Oberlausitz,
Schulstraße 1, 02894 Reichenbach/O.L.
Kommentar:
Die Flüchtlinge sind da und weitere werden kommen, dieses Jahr und in den Folgejahren. Jene, die bleiben dürfen, werden versuchen, ihre Verwandten nachzuholen. Das ist eine Herausforderung für die Gesellschaft, zumal eine Integration im herkömmlichen Sinne Generationen dauern dürfte.
Andererseits: Wohl kein anderes europäisches Land hat so viele Erfahrungen bei der Integration von Menschen aus anderen Kulturen und Religionen als Deutschland - angefangen bei den Hugenotten über die Kriegsflüchtlinge und -vertriebenen aus dem Osten des Deutschen Reichs bis hin zu Gastarbeitern seit mehr als hundert Jahren.
Mühen wir uns also, die positiven Aspekte dieser Zuwanderungswelle zu sehen und die damit einhergehenden Probleme zu bearbeiten. Die Unterbringung der Menschen ist - gerade zur einsetzenden nass-kalten Jahreszeit - ein Gebot der Menschlichkeit, kann aber nur der erste Schritt sein. Vor Verwaltung und Regierung stehen enorme Aufgaben, ebenso vor der Wirtschaft.
Sobald erlaubt, werden die Qualifizierten unter den Ankömmlingen auf den Arbeitsmarkt drängen, während den Unqualifizierten die Langzeitarbeitslosigkeit droht, was wiederum die Integration erschwert. Allerdings stellen jene, die sich als gefragte Arbeitnehmer in Deutschland eine Existenz aufbauen, ihre Herkunftsländer, in denen die Bildungssysteme teils völlig zusammengebrochen sind, vor neue Probleme: Mit welchen Eliten, mit welcher Mittelschicht sollen diese Staaten, sofern sie noch existieren, zur Normalität finden?
Wer sich heute über Flüchtlinge in Deutschland beklagt, muss auch die die deutsche Nah- und Mittelost-Politik der vergangenen Jahre hinterfragen. Die Menschen, die hierherkommen, die Eltern, die ihre Kinder schicken, weil sie in Deutschland das gelobte Land sehen, ganz egal, ob sie aus dem Kriegsgebiet oder irgendeinem Flüchtlingslager kommen, tragen keine Schuld,
meint Ihr Thomas Beier
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Lesermeinungen (1)Flüchtlinge
Von Norbert Hanßen am 22.09.2015 - 14:12Uhr
Die Gründe für die Völkerwanderungen aus dem Nahen Osten werden von den Politikern völlig unter den Tisch gekehrt!
Der "Arabische Frühling" war nichts anderes als der Anfang der Überbevölkerungsexplosion, die den ganzen Nahen Osten und Afrika bertrifft und das erzeugt logischerweise Verteilungskämpfe und natürlich Bürgerkriege.
Die richtigen Lösungen wären natürlich nicht politisch korrekt!
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- Quelle: red | Foto: © Görlitzer Anzeiger
- Erstellt am 15.09.2015 - 11:33Uhr | Zuletzt geändert am 23.04.2021 - 06:30Uhr
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