Das Wunder von Zittau

Das Wunder von ZittauZittau, 21. März 2007. Mit einem Rundgang zu Gebäuden, zu deren Rettung und heutiger Nutzung der Tradition und Zukunft Zittau e.V., kurz TUZZ genannt, beigetragen hat oder noch beitragen will, beging der der Verein seinen zehnten Geburtstag. Meilensteine der Entwicklung sind das heute als Geschäftszentrum genutzte Salzhaus Zittau, das restaurierte Handwerker- und heutige Vereinshaus in der Milchstraße 16, das in der Rekonstruktion befindliche historische Zittauer Stadtbad und vielleicht schon bald das Offiziershaus am Zittauer Theater. Wie auch mit der ZIVITA Bürgerstiftung und vielen weiteren Initiativen steht Zittau mit dem TUZZ e.V. für echtes bürgerschaftliches Engagement.

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Zehn Jahre "Tradition und Zukunft Zittau e.V." - ein Verein rettet Baudenkmale

Zehn Jahre "Tradition und Zukunft Zittau e.V." - ein Verein rettet Baudenkmale

Das nächste Projekt: Theaterring 14

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Nachstehend die Festansprache (gekürzt) von Martina Mehnert,
Vorsitzende des TUZZ e.V.


Liebe Vereinsmitglieder, sehr geehrte Gäste,

ich begrüße Sie im Namen des Vorstandes des Vereins Tradition und Zukunft Zittau e.V. auf das herzlichste. Ganz besonders freue ich mich, in unserer Mitte die Initiatorin der Vereinsgründung, Frau Ingeborg von Ehrlich, begrüßen zu können. Nicht weniger herzlich, heiße ich all diejenigen willkommen, die unseren Verein in den 10 Jahren seines Bestehens begleitet und unterstützt haben. Und natürlich freue ich mich, dass Sie, liebe Zittauer so zahlreich erschienen sind, um mit uns gemeinsam diesen Tag zu begehen.

Ehe wir nun wirklich die Stätten unseres Wirkens besuchen, gestatten Sie mir bitte erst einmal eine verbale Exkursion in die 10jährige Geschichte unseres Vereines.

Im September 1996 hatte Ingeborg von Ehrlich - hier in der Region geboren und auch zum Teil wieder hier ansässig und im Herzen immer Oberlausitzerin geblieben - inzwischen vielen Zittauern ein Begriff - die Idee, einen Förderverein für das Salzhaus zu gründen. Ziel sollte sein, das über 500 Jahre alte kulturhistorisch so wertvolle Gebäude vor dem Verfall zu retten und mitzuhelfen, eine solche denkmalverträglichen Lösung für die Nutzung zu finden, die die Infrastruktur bereichert und die regionale, kulturelle und wirtschaftliche Bedeutung Zittaus stärkt.

Am 19. März 1997 war es dann so weit: Mehr als dreißig interessierte und engagierte Bürger, vorrangig aus Zittau und Umgebung (darunter aber auch zwei Dresdner und ein Berliner), und Vertreter der Stadt Zittau und anderer Institutionen, insbesondere der Hochschule, versammelten sich im Ratssaal des Rathauses und diskutierten über die Zukunft des Salzhauses. Vierzehn von ihnen gründeten an diesem Tag den Verein „Tradition und Zukunft Salzhaus“.

Bestandssicherung - das war das erste und wichtigste Anliegen bei der Gründung des Vereins. Unzweifelhaft war der erste Schritt zur Bewahrung des Hauses die Neueindeckung des riesigen Daches. Um diese Notwendigkeit zu unterstreichen, initiierte unser Verein eine Ausstellung „ Das Salzhaus zu Zittau“, die die historische Bedeutung des Hauses als Verkörperung wirtschaftlichen Aufschwungs im Wandel der Zeit darstellte. Wir freuen uns sehr, dass diese Ausstellung inzwischen nach jahrelanger Einlagerung wieder hierher an ihren Ursprungsort zurückkehren konnte und danken dem Hauseigentümer, der Kultur- und Weiterbildungsgesellschaft des Landkreises Löbau-Zittau und insbesondere deren Geschäftsführer Herrn Peter Hesse, ganz herzlich dafür und auch für die anderen Möglichkeiten der Präsentation und Unterstützung unserer Arbeit, die wir jetzt hier haben.

Am Abend des 2. Juli 1997 wurde diese Ausstellung in Anwesenheit des Geschäftsführers der Deutschen Stiftung Denkmalschutz Dr. Knüppel sowie des damaligen Oberbürgermeisters Herrn Kloß feierlich eröffnet. Bereits um 14.45 Uhr hatte Frau von Ehrlich an diesem Tag dem damaligen Schirmherren der Deutschen Stiftung Denkmalschutz, Herrn Bundespräsidenten Roman Herzog am Herkulesbrunnen auf der Neustadt eine Spende in Höhe von 500 000 DM übereicht. Mit dieser privaten Spende und deren Verdoppelung durch die Deutsche Stiftung Denkmalschutz wurde der Grundstein für die Finanzierung der Dachdeckung gelegt.

Aber wir hatten uns dazu noch etwas ausgedacht: Wir verkauften bei der Ausstellung Dachziegel, die jeder signieren konnte. Die ersten Dachziegel erwarben an diesem 2. Juli unser damaliger Bundespräsident Roman Herzog, unser damaliger Ministerpräsident Kurt Biedenkopf und der damalige Zittauer Oberbürgermeister Jürgen Kloß. Eine kleine Episode am Rande: Unser Ministerpräsident hatte jedoch kein Geld bei sich, so dass er sich vom Oberbürgermeister 5,- DM borgen musste. Ich habe aber keine Ahnung, ob Herr Kloß dieses Geld jemals zurückbekommen hat.

Über einen Zeitraum von fast 2 Monaten organisierten wir täglich eine 4stündige Öffnung der Ausstellung und des Dachziegelverkaufes. Und es macht uns stolz, dass wir in diesem Zeitraum über 5000 Besucher begrüßen konnten.

Anlässlich des Stadtfestes im Juli 1997 hatten wir
- die Ausstellung mit dem Dachziegelverkauf im ersten Stock ganztägig geöffnet,
- hatten aus dem Innenhof ein Gartenlokal gemacht mit Familientanz am Sonnabendabend und Kaffeekonzert am Sonntagnachmittag,
- organisierten einen Malwettbewerb
- und hatten Führungen durch das Haus im Programm.

Die Leute standen Schlange, um das Haus zu sehen. An den drei Tagen wurden durch den Verein ca. 60 Salzhausführungen durchgeführt, an denen über 1500 Bürger teilnahmen. Allein hätten wir das alles damals niemals bewältigen können. Aber wir erhielten tatkräftige Unterstützung von den Mitgliedern und Mitarbeiterinnen der „Fraueninitiative Oberlausitz“ (dem heutigen FIO e.V.) und vom Verein „Frauen helfen Frauen“, die uns bei der Bewältigung vielfältiger Einzelaufgaben tatkräftig unterstützten.

11.000 DM haben wir durch diese Dachziegelaktion eingenommen, weitere Privatspenden kamen dazu, so dass neben den ca. 1500 Dachziegeln, insgesamt rund 60.000 DM zur Verfügung standen. Mit den symbolisch verkauften Dachziegeln und den Spendengeldern, die durch die Deutsche Stiftung Denkmalschutz wiederum verdoppelt wurden, war es möglich, die Dachdeckung der alten Schmiede zu unterstützen.

Nicht immer wurden die Aktivitäten des Vereins von allen positiv aufgenommen, ich meine damit vor allem unsere Unterstützung des Bürgerbegehrens der Zittauer gegen die Errichtung eines Parkhauses im Salzhaus. Aber wenn wir uns heute dieses Haus ansehen, dann sind wir stolz, und ich denke, das mit Recht, einen wesentlichen Beitrag dazu geleistet zu haben, dass dieses altehrwürdige Haus in seiner Ursprünglichkeit erhalten wurde und wieder mit Leben erfüllt werden konnte.

Mitte des Jahres 2000 sahen wir daher unsere in der Satzung formulierte Aufgabe als erfüllt an. Nun stand die Frage „aufhören“ oder „weitermachen“? Aufhören kam für uns natürlich nicht in Frage! Wir suchten nach einer neuen Aufgabe. Nach Gesprächen im Vorstand und mit dem Oberbürgermeister fanden wir sie.

Doch unser damaliger Vorsitzender Rudi Derlig, der unsere Vereinsarbeit bis dahin und auch diesen Findungsprozess ganz wesentlich geprägt hatte, erlebte die Realisierung nicht mehr. Er verstarb am 9. November 2000 ganz plötzlich. Das war ein großer Verlust für unseren Verein. Aber wir setzten die Arbeit ganz in seinem Sinne fort und änderten in unserer Mitgliederversammlung am 29. November 2000 unsere Satzung und auch unseren Namen und heißen seitdem „Tradition und Zukunft Zittau“.
Da dies nicht vordergründig das Anliegen des Vereins zum Ausdruck bringt, gaben wir uns noch den Untertitel: „Baudenkmale - altes Erbe, neues Leben“.

Aber natürlich wollten wir unserem Wirken für das Salzhaus noch einen würdigen Abschluss geben. Aufbauend auf mehrjährigen Recherchen unseres Vereines zu Salz- und Speicherhäusern in Deutschland und Europa, kam uns die Idee, Betreiber solcher Häuser zu einem Erfahrungsaustausch zusammenzubringen. Deshalb führten wir am 18. und 19. Oktober 2001 gemeinsam mit der Stadt Zittau, der Hochschule Zittau-Görlitz, dem Deutschen Werkbund Sachsen und mit finanzieller Unterstützung
der Deutschen Stiftung Denkmalschutz, der Kulturstiftung Sachsen, dem Landesverband Sachsen, des Bundes Deutscher Baumeister, Architekten und Ingenieure und dem Landkreis Löbau-Zittau ein deutschlandweites Symposium zum Thema „Historische Salz- und Speicherhäuser - altes Erbe, neues Leben“ durch.

Das war schon für unseren kleinen Verein eine ziemliche Herausforderung. Immerhin konnten wir zu dieser Veranstaltung, die u. a. hier in diesem Raum stattfand, ca. 60 Teilnehmer begrüßen, unter ihnen solche Persönlichkeiten, wie den Vorsitzenden der Deutschen Stiftung Denkmalschutz, Herrn Prof. Dr. Kiesow und Herrn Prof. Dr. Karl-Heinz Schmitz von der Bauhaus Universität Weimar.

Wie bereits gesagt, im November 2000 hatten wir uns umbenannt und eine neue Aufgabe gesucht: Das Zittauer Stadtbad. In der Mitgliederversammlung hatte Prof. Dr. Tomlow von der Hochschule Zittau einen sehr lebendigen Vortrag über dieses klassizistische Baudenkmal gehalten und uns darin bestärkt, unsere ganze Kraft für diese neue Aufgabe einzusetzen. Seit März des Jahres hatten wir zwei ABM-Mitarbeiterinnen, die uns viel organisatorische Arbeit abnahmen - denn wir sind ja alle nur ehrenamtlich tätig - und seit Mitte des Jahres auch unser erstes eigenes Büro im Stadtbad.

Zum Tag der Sachsen vom 7. bis 9. September 2001 gestalteten wir gemeinsam mit dem SFZ e.V. und der IfU eine Ausstellung zum Stadtbad im Stadtbad, organisierten Führungen mit ca. 200 Besuchern im Gebäude und einen Verkaufsstand auf der Grünfläche vor dem Stadtbad, um Spenden für die Sanierung des Hauses zu akquirieren. Hier wurde auch erstmals unser berühmtes Zittauer Badewasser verkauft. Falls das jemand noch nicht kennen sollte, wir haben noch ganz geringe Restbestände, Sie können es gern heute Nachmittag in der Milchstraße probieren, Sie müssen dabei auch nicht baden, denn es kann auch getrunken werden. In vielfältigen Aktionen verkauften wir weiterhin unser Badewasser und andere Dinge, der Erlös wurde für die Sanierung des Stadtbades gespendet. Und wir diskutierten mit Vereinen, die bisher das Stadtbad nutzten, um sie in die Geschehnisse am und um das Stadtbad einzubeziehen und so eine breite Öffentlichkeit für die Sanierung zu gewinnen.

Zum Tag des offenen Denkmals am 8. September 2002 führten unsere Vereinsmitglieder in 8 Stunden ca. 500 Besucher durch das Stadtbad. Eigentlich war halbstündlich eine Führung mit maximal 15 Teilnehmern geplant. Die Besucher standen jedoch Schlange, so groß war das Interesse. So mussten kurzfristig weitere Vereinsmitglieder einspringen und Ablösung und Pause gab es für keinen von ihnen.

Auch im darauffolgenden Jahren unterstützten wir die Stadtverwaltung aktiv bei der Durchführung des Tages des offenen Denkmals im Stadtbad und organisierten weiter Spenden. Wir waren alle sehr froh, als am 17. Juni 2006 endlich die Grundsteinlegung erfolgen konnte und begleiten das Baugeschehen natürlich auch weiterhin, indem ein Mitarbeiter innerhalb einer MAE-Maßnahme eine Bauchronik erstellt.

Bereits Anfang des Jahres 2002 machte uns Herr Dr. Rosner vom Landesamt für Denkmalpflege Sachsen auf ein Haus in der Milchstraße aufmerksam, das älteste noch erhaltene barocke Handwerkerwohnhaus in Zittau. Und er äußerte die Bitte, wir sollten uns doch einmal überlegen, ob und was wir als Verein tun könnten, sonst würde es abgerissen. Ich war bei diesem Gespräch dabei und bin dann in den nächsten Tagen einmal durch die Milchstraße geschlendert, um es mir mal anzuschauen. Und ich bekam einen großen Schreck. Nun bin ich zum Glück ja kein Bauexperte und unser Berater Karl Schulze hat es sich auch angesehen und uns allen gesagt, nach dem ersten Eindruck ist das noch zu retten. Aber natürlich musste zuerst einmal eine ordentliche Studie dazu gemacht werden. Dies wurde auch in enger Zusammenarbeit mit der Stadtentwicklungsgesellschaft getan und die Stadt erklärte sich bereit, das Haus zu beräumen und Baufreiheit zu schaffen.

Im Dezember 2002 beschlossen wir in unserer Mitgliederversammlung, das Haus Milchstraße 16 zu erwerben, zu sanieren und unter denkmalpflegerischen Aspekten einer öffentlichen Nutzung zuzuführen. Am 20. Mai 2003 war es dann soweit. Wir erwarben das Haus für einen symbolischen Euro von der Wohnbaugesellschaft. Gerade in dieser Phase der weiteren Aktivierung unserer Arbeit verstarb am 3. Juni 2003 unser Vorsitzender, Herr Frank Zerb nach kurzer schwerer Krankheit. Das war für uns alle sehr schlimm, denn er war uns in den vielen Jahren der gemeinsamen Arbeit auch ein aufrichtiger Freund geworden. Wir waren uns alle einig, dass wir ihn nur ehren können, wenn wir unsere Arbeit in seinem Sinne fortführen. In unserer Mitgliederversammlung im August 2003 beschlossen wir ein Nutzungskonzept für das Haus in der Milchstraße. Das war die Voraussetzung für die Beantragung von Fördermitteln.

Als wir im September zum Tag des offenen Denkmals erstmalig diese Nutzungsvariante der Öffentlichkeit vorstellten, waren wir recht erstaunt über die Resonanz der Zittauer. Obwohl unser Haus zu dem Zeitpunkt doch noch ein relativ unbekanntes Objekt war, zog es immerhin 200 Besucher an. Die waren alle sehr interessiert, aber manche sagten auch „Na, da habt ihr euch aber etwas aufgeladen“ oder „Denkt ihr wirklich, dass ihr das schafft?“ , aber sie wünschten uns auch alle viel Erfolg. Und was da wirklich alles auf uns zukam, das konnten wir in dem Moment noch gar nicht so richtig einschätzen: Da stand plötzlich die gesamte Finanzierung auf ziemlich wackligen Füßen, da wurden wir mit einem Eigenanteil von 15% konfrontiert, das waren 46.000 €, da machten sich durch die Straßenbaumaßnahmen in der Milchstraße kurzfristig Sicherungsmaßnahmen erforderlich, damit das Gebäude nicht einstürzte, da mussten Genehmigungen eingeholt werden und Verträge abgeschlossen werden und zwischenzeitlich erhielt ich immer wieder Anrufe von Dr. Schabe von der Deutschen Stiftung Denkmalschutz, die mich ziemlich aus dem Konzept brachten, denn er wollte immer von mir konkrete Zahlen zur Gesamtfinanzierung, konkrete Aussagen zu Genehmigungen und Verträgen, zu bestimmten Bauabschnitten und ähnliches wissen und das immer Freitagnachmittag. Immer unter dem Motto: Sie sind die Vorsitzende, Sie müssen das wissen. Womit er ja auch Recht hatte. Ich muss gestehen, das hat mich ganz schön Nerven gekostet.

Nur gut, dass es da die Geschäftsführerin der Zittauer Stadtentwicklungsgesellschaft Frau Kaiser gab, die mich dann immer Montags wieder aufgbaut hat, wenn ich sie mit den Fragen konfrontierte und die durch ihr Engagement letztendlich die Genehmigung der Fördermittel erwirkt hat und der ich an dieser Stelle auch ganz persönlich ein ganz großes Dankeschön sagen möchte. Und wenn ich einmal beim Danksagen bin, will ich hier gleich noch ein großes Danke anschließen. Ein Danke des gesamten Vorstandes an unseren jahrelangen Berater und Architekten für die Milchstraße Karl Schulze. Wir nehmen seine Aktivitäten als Vorstand eigentlich immer als ganz selbstverständlich hin, noch dazu, wo er immer bescheiden im Hintergrund bleibt, um seine Arbeit nie viel Aufheben machst. Wir wissen aber alle, dass unsere Arbeit ohne ihn und seine Fachkompetenz gar nicht möglich wäre. Deshalb hier und heute: Danke.

Mit Unterstützung beider gelang es uns, die Vorbereitungen für die Sanierung erfolgreich zu beenden und am 2. April 2004 den Bau offiziell zu beginnen. Und wir haben es in relativ kurzer Zeit geschafft. Bereits am 15.10.2004 konnten wir gemeinsam mit den beteiligten Baubetrieben und weiteren Gästen den Abschluss des Rohbaues mit einer kleinen Feier würdigen und am 16. Juni 2005 wurde unser Vereinshaus offiziell eröffnet.

Deshalb heute und hier nochmals ein riesengroßes Dankeschön an alle, die uns dabei unterstützt haben, ganz besonders an
- die Stadtverwaltung Zittau mit dem Oberbürgermeister Herrn Voigt und dem damaligen Bürgermeister Herrn Arnold an der Spitze
- und die Zittauer Stadtentwicklungsgesellschaft – hier neben Frau Kaiser besonders an Herrn Pursche aber auch Herrn Beck, die bestimmt auch einige Nerven mit uns gelassen haben –
- und an die Deutsche Stiftung Denkmalschutz,
- an unseren Architekten Karl Schulze,
- an die beteiligten Baufirmen
- und an unsere Vereinsmitglieder, ganz besonders an meinen Stellvertreter Udo Wendler, der zum Beispiel tagelang alte Ziegel putzte und somit einen Teil der Eigenleistungen für unseren Verein erbrachte.

Und ein großes Dankeschön natürlich auch an all die Mitstreiter, die uns in der heißen Phase der Eröffnung so tatkräftig unterstützt haben, zum Beispiel an
- Claudia Knobloch, die in dieser Zeit jeden Tag ehrenamtlich in der Milchstraße geschuftet hat
- und die Mitstreiterinnen der damaligen MAE-Maßnahme des FIO e.V. unter Leitung von Carmen Radwan, die uns ebenfalls tatkräftig beim Saubermachen und Einräumen unterstützten.

Und die darüber hinaus auch noch Projekte im Zusammenarbeit mit unserem Verein verwirklichten, so hat z. B. eine Mitarbeiterin dieser Maßnahme die Ausstellung über die Geschichte dieses Hauses erarbeitet und eine andere eine Bauchronik erarbeitet.

Der Bau ist war eine, das hatten wir - wie bereits gesagt - geschafft, auch wenn zwischenzeitlich Finanzierungsprobleme auftraten, z. B. war die Restaurierung der Holzbalkendecke nicht geplant, weil sie erst während des Baus gefunden wurde, und auch andere nichtgeplante Dinge traten auf, so dass der ganze Bau doch teurer wurde, als anfangs gedacht. Aber wie gesagt: Gemeinsam mit unseren Partnern und Sponsoren haben wir das geschafft.

Das Haus mit Leben zu erfüllen und daraus - wie im Nutzungskonzept festgelegt - ein Vereinshaus und eine Kommunikationsstätte zu machen, ist die andere Seite. Und ich bin heute sehr froh, dass es aufgegangen ist. Noch vor der offiziellen Eröffnung konnten wir bereits die ersten Nutzer begrüßen. So hat der FIO e.V. bereits seit dem 1. Juni 2005 seinen Sitz in der Milchstraße 16 und die Bürgerstiftung „zivita“ eröffnete ebenfalls bereits im Juni 2005 ihre Geschäftsstelle in unserem Haus. Das Tagungsbüro, das wir tage- und stundenweise Vereinen, Institutionen und Einrichtungen zur Nutzung anbieten, wird vielfältig genutzt, ebenfalls unser wunderschöner Beratungsraum mit der restaurierten Holzbalkendecke.

Und was uns besonders freut, das Interesse der Zittauer Bevölkerung an unserem Haus nimmt nicht ab: Bereits 2004 konnten wir zum „Tag des offenen Denkmals“ ca. 350 Besucher auf unserer Baustelle begrüßen. Als wir dann in unserem Haus anlässlich des Tages der Vereine im Juni 2005 gemeinsam mit dem FIO e.V. ein „Haus- und Hoffest“ organisierten und somit unser Haus erstmalig für die Öffentlichkeit öffneten - mit Führungen im Haus, mit Milchgetränken im Hof, mit Spielen für Kinder - war das ein ganz schöner Trubel, denn über 300 Leute nahmen das Angebot an.

Deshalb dachten wir eigentlich, dass dann kurze Zeit später zum „Tag des offenen Denkmals“ nicht so viel passieren würde. Doch weit gefehlt, denn wir konnten insgesamt über 500 Besucher begrüßen. Das war ein ziemliches Gewühl in dem kleinen Haus und wir waren abends mächtig geschafft, aber auch sehr glücklich über eine solch große Resonanz. Wesentlich dazu beigetragen hat auch die kleine Ausstellung „Die Veränderung der Zittauer Innenstadt aus Sicht einer Zittauer Bürgerin“. Diese Bürgerin ist unser Vereinsmitglied Christine Laufer, die dies seit vielen Jahren verfolgt. Aber Genaueres kann sie Ihnen dann später in persönlichen Gesprächen viel besser erzählen.

Auch zum Tag des offenen Denkmals im vergangenen Jahr konnten wir wieder viele Besucher begrüßen, die sich für unser Haus und die von Anita Krebs - einer Mitarbeiterin des FIO e.V. - erarbeitete Präsentation über Lustgärten in Zittau interessierten. Einen wesentlichen Beitrag zu diesem großen Interesse für unsere Arbeit hat natürlich auch die umfangreiche Berichterstattung in der „Sächsischen Zeitung“ geleistet. Dafür ein herzliches Dankeschön an Herr Beutler und seine Kollegen.

Natürlich haben wir uns nicht auf diesen Lorbeeren ausgeruht und auch in den vergangenen anderthalb Jahren eine Menge mit der und für die Stadt getan. Ich erinnere dabei nur an unser Mitwirken bei der Cityoffensive „Ab in die Mitte“ und der damit verbundenen Aktionen zur Neugestaltung des Klosterplatzes oder an die Gespräche in Vorbereitung des Aufbau eines Ortskuratoriums der Deutschen Stiftung Denkmalschutz in Zittau - das nun in den nächsten Monaten unter Leitung von Herrn Arnold gegründet werden soll und bei dem wir selbstverständlich mitwirken werden.

Und wir haben immer überlegt: Was können wir noch tun? So entstand die Idee, kulturhistorisch-wertvoller Sammlungen der Region zu erfassen, mit dem Ziel, diese dann in Nutzungsvarianten für denkmalgeschützte Gebäude mit einbauen zu können.
Und wir haben auch ständig darüber diskutiert, welche Häuser müssten denn saniert werden, wo können wir uns einbringen. Da gab es die vielfältigsten Gedanken und Ideen, aber manche sind einfach im Moment noch nicht spruchreif, das liegt zum Beispiel an den Eigentumsverhältnissen oder auch an anderen Fragen. Sie können mir glauben, da ging es auch manchmal heiß her.

Aber natürlich stehen wir heute an so einem wichtigen Tag nicht mit leeren Händen hier: Wenn man sich den Theaterring ansieht, dann sind dort eine Menge wunderschön sanierte Gebäude zu finden. Das Haus Theaterring 14 gehört noch nicht dazu. Und wir dachten, da müsste man doch etwas tun können. Bei Herrn Sawade, dem Geschäftsführer und Verwaltungsdirektor des Gerhardt-Hauptmann-Theaters, denn zu dem gehört das Gebäude, rannten wir offene Türen ein. Gemeinsam wollen wir in den nächsten Wochen Nutzungsvarianten erarbeiten, bei der Erstellung von Kostenplänen unterstützen, beim Finden von Finanzierungsmöglichkeiten helfen und dabei unsere Erfahrungen von der Sanierung und Nutzung der Milchstraße mit einbringen.

Das waren 10 Jahre Vereinsgeschichte im Zeitraffer. Ich habe anfangs schon gesagt, ich könnte bis heute Abend hier erzählen. Aber wir alle wollen uns ja noch auf eine echte Exkursion begeben, wollen etwas sehen. Und Gelegenheit zu Gesprächen gibt es sicher heute noch.

Natürlich sind wir stolz auf das Erreichte. Geschafft haben wir es aber nur mit der Hilfe zahlreicher Partner und Helfer. Deshalb noch einmal den herzlichsten Dank all denen, die uns in den 10 Jahren begleitet und unterstützt haben, auch wenn ich sie nicht alle namentlich nennen konnte.

Wir versprechen heute und hier, uns auch in den nächsten 10 Jahren für die Erhaltung und Nutzung von denkmalgeschützten Gebäuden der Stadt Zittau einzusetzen - immer mit dem Gedanken, alte Baudenkmale mit neuem Leben zu versehen und damit das Ansehen und die Zukunft Zittaus zu fördern.

Und in 10 Jahren schauen wir mal weiter....

DANKE

Martina Mehnert

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  • Quelle: TEB / Fotos: © BeierMedia.de
  • Erstellt am 21.03.2007 - 00:25Uhr | Zuletzt geändert am 19.09.2022 - 09:48Uhr
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