DDR: Mythos und Wirklichkeit
Cottbus / Chosebuz, 7. März 2015. Die Erinnerung hat die Tendenz, im wachsenden Zeitabstand zu positivieren, das Negative als "nicht so schlimm" einzuordnen. So auch, wenn die Sprache auf die Diktatur der SED (die heutige Linkspartei) kommt. Für viele standen damals die Alltagssorgen rund um Materialbeschaffung, Autoreparatur und Kleingarten im Vordergrund, die Diktatur wurde hingenommen. Andere kollidierten mit dem System: Eine Bemerkung, selbst der Kauf bestimmter Bücher im "Volksbuchhandel", konnten zu Anklagepunkten der sozialistischen Rechtsprechung werden. Die Unfreiheit, die sich auch im übermächtig den Alltag und das Leben der Menschen bestimmenden Staat zeigte, wirkt noch nach, wenn heute viele die Gestaltungsfreiheit für das eigene Leben als Unsicherheit empfinden.
Abbildung: Die Künstler Jörg Beier (li.) und Gino Kuhn, beide ehemalige politische Häftlinge, haben eine morgendliche Szene in einer überbelegten Zelle nachgebaut.
Fotos: © Görlitzer Anzeiger
Ausstellung und Vortrag in der Gedenkstätte Zuchthaus Cottbus
25 Jahre nach der Friedlichen Revolution vom Herbst 1989 (es ist immer interessant zu sehen, wer alles heutzutage das von Egon Krenz geprägte Wort von der "Wende", mit der die Vorherrschaft der SED gesichert werden sollte, benutzt) widmen sich eine Ausstellung und ein Vortrag in der Gedenkstätte Zuchthaus Cottbus dem Thema "DDR: Mythos und Wirklichkeit".
Prädikat: Hingehen!
Gedenkstätte Zuchthaus Cottbus,
Bautzener Straße 140, 03050 Cottbus
- Mittwoch, 11. März 2015, 18.30 Uhr
Eröffnung der Ausstellung der Konrad-Adenauer-Stiftung
"DDR: Mythos und Wirklichkeit"
Die Ausstellung (11. März bis 10. April 2015) will - wie auch? - kein erschöpfendes Bild des "DDR"-Alltags vermitteln. Aber anhand von bis heute bestehenden Mythen gibt sie Anstöße zur Auseinandersetzung mit der Verklärung des Unrechtsstaaates "DDR".
Besichtigt werden kann sie zu den Öffnungszeiten der Gedenkstätte. Am Tag der Ausstellungseröffnung ist der Besuch der Abendveranstaltung ab 18:30 Uhr und des anschließenden Vortrages mit Diskussion kostenfrei. - Mittwoch, 11. März 2015, 19 Uhr
Die Bürgerrechtlerin, Autorin und Regisseurin Freya Klier
hält einen Vortrag zum Ausstellungsthema.
Geboren 1950 in Dresden versuchte Klier 1968, die DDR zu verlassen. Sie wurde verhaftet und zu 16 Monaten Haft verurteilt. 1988 wurde Klier gemeinsam mit anderen Bürgerrechtlern gegen ihren Willen ausgebürgert. Seit der Friedlichen Revolution arbeitet Freya Klier als Autorin und Regisseurin und engagiert sich als Demokratielehrerin.
Die Teilnahme ist kostenfrei. - Tipp:
Mittwoch, 11. März 2015, von 15 bis 18 Uhr
Die Außenstelle Frankfurt/Oder des Bundesbeauftragten für die Unterlagen des Staatssicherheitsdienstes (BStU) bietet in den Räumen der Gedenkstätte eine Bürgerberatung zur Antragsstellung auf Einsicht in Stasi-Unterlagen an.
Die Dauerausstellung der Gedenkstätte bleibt an diesem Tag bis 18 Uhr geöffnet. Interessierte Bürger sind herzlich eingeladen! -
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- Quelle: red | Fotos: © Görlitzer Anzeiger
- Erstellt am 06.03.2015 - 14:53Uhr | Zuletzt geändert am 07.03.2015 - 10:17Uhr
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