Austausch zu Altstadtentwicklung: Frühjahrstagung der AG Historische Städte
Görlitz, 27. März 2026. Am 19. und 20. März 2026 trafen sich Vertreterinnen und Vertreter der Stadtverwaltungen aus Bamberg, Görlitz, Lübeck, Meißen, Stralsund und Regensburg in der Domstadt Regensburg, um sich über aktuelle planerische Aufgaben in den sechs Mitgliedsstädten der Arbeitsgemeinschaft Historische Städte auszutauschen. Im Mittelpunkt standen Fragen der Städtebauförderung sowie konkrete Projekte in Regensburg, die während eines fachlichen Rundgangs vorgestellt wurden.
Foto: AG Historische Städte
Diskussion zur Förderlandschaft und kommunalen Handlungsspielräumen
Im Zentrum der Tagung standen die Rahmenbedingungen der Städtebauförderung. Bereits im vergangenen Jahr hatte die Arbeitsgemeinschaft die Position des Deutschen Städtetags zur Situation der Kommunen beraten. Die Forderungen nach realistischen Eigenanteilen, finanzieller Entlastung, Bürokratieabbau, flexiblen Fristen sowie der Stärkung kommunaler Planungs- und Umsetzungskapazitäten werden von der Arbeitsgemeinschaft vollständig unterstützt.
Planungs- und Baureferent Florian Plajer erklärte: „Regensburg steht wie viele historische Städte vor der Aufgabe, den Spagat zwischen Bewahrung und Erneuerung zu meistern. Wenn wir die kulturelle Identität unserer Städte erhalten wollen, müssen wir Stadtentwicklung als Gemeinschaftsaufgabe verstehen. Die Arbeitsgemeinschaft Historische Städte ist ein wichtiges und starkes Netzwerk, um voneinander lernen und gemeinsam tragfähige Lösungen für die Zukunft unserer Altstädte entwickeln zu können.“
Achim Welzel, Leiter des Stadtplanungsamtes der Stadt Bamberg, betonte in Vertretung der Bamberger Geschäftsführung der Arbeitsgemeinschaft, dass praxisorientierte Hinweise aus der kommunalen Erfahrung in die Verwaltungsvereinbarungen zwischen Bund und Ländern eingebracht werden sollen. Dr. Volker Höcht, Leiter des Amtes für Stadtentwicklung der Stadt Regensburg, verwies auf die Bedeutung einer abgestimmten Förderpolitik für den langfristigen Erhalt historischer Stadtstrukturen und eine nachhaltige Entwicklung.
Projekte in Regensburg: Kreativareal, Sanierungsgebiete und Kulturorte
Im Anschluss an fachliche Präsentationen besichtigten die Teilnehmenden mehrere Projekte in Regensburg. Der Rundgang begann im Auwegareal, für das derzeit ein integriertes städtebauliches Entwicklungskonzept (ISEK) erarbeitet wird. Vorgestellt wurden das Stadtlagerhaus sowie die Auweghallen, auf deren Flächen künftig ein Kreativareal entstehen soll.
In der Altstadt informierte die Stadt über das St. Katharinenspital. Im Rahmen des Projektes „OIKOS“ wurde nach dem Meisterhaus auch das Schreiberhaus saniert. Das Gebäude wird als „Haus der Vereine“ genutzt. In einem nächsten Schritt sollen die Außenanlagen barrierefrei gestaltet werden.
Weitere Station war das Sanierungsgebiet Obermünsterviertel, in dem bereits erste Sofortmaßnahmen umgesetzt wurden. Das Areal soll voraussichtlich im Jahr 2028 zu einem begrünten und verkehrsberuhigten Bereich umgestaltet werden. Den Abschluss bildete das Emmeram Forum Regensburg, das seit seiner Fertigstellung im November 2024 als Kultur- und Begegnungsort genutzt wird.
Aktuell bereitet die Arbeitsgemeinschaft die Auslobung für den Bauherrenpreis 2026 vor. Zudem soll der Internetauftritt bis Ende April dieses Jahres vollständig neu gestaltet werden.
Netzwerk für behutsame Stadterneuerung historischer Altstädte
Die Arbeitsgemeinschaft Historische Städte ist ein Zusammenschluss der Städte Bamberg, Görlitz, Lübeck, Meißen, Regensburg und Stralsund. Sie wurde 1973 vor dem Hintergrund des Städtebauförderungsgesetzes gegründet und besteht seit 1991 in ihrer heutigen Form.
Ziel der Zusammenarbeit ist die behutsame Erneuerung historischer Altstädte. Dabei stehen der Erhalt authentischer Bausubstanz sowie gewachsener Stadtgrundrisse und Nutzungsmuster im Mittelpunkt. Durch kontinuierliche Sanierungs- und Entwicklungsmaßnahmen konnten städtebauliche Defizite der Nachkriegszeit schrittweise reduziert werden.
Vier Mitgliedsstädte – Bamberg, Lübeck, Regensburg und Stralsund – zählen zum UNESCO-Welterbe. Die Arbeitsgemeinschaft versteht sich als fachliches Netzwerk und Kompetenzcluster für Fragen der Stadterneuerung, der Städtebauförderung sowie der Finanzierungsmodalitäten. Seit 1998 lobt die Arbeitsgemeinschaft alle vier Jahre den Bauherrenpreis aus. Ausgezeichnet werden Sanierungs- und Neubauprojekte im Kontext historischer Innenstädte. In diesem Jahr wird der Preis zum achten Mal vergeben.
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- Quelle: red / PM Stadtverwaltung Görlitz
- Erstellt am 27.03.2026 - 11:38Uhr | Zuletzt geändert am 27.03.2026 - 11:38Uhr
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