Klimaneutrale Fernwärmeversorgung Görlitz-Zgorzelec

Klimaneutrale Fernwärmeversorgung Görlitz-ZgorzelecGörlitz, 11. September 2022. Die Generaldirektion Energie der Europäischen Kommission hat auf ihrer Webseite das Vorhaben "Grenzüberschreitende klimaneutrale Fernwärmeversorgung Görlitz/Zgorzelec" als eines von drei grenzüberschreitenden Projekten im Bereich der erneuerbaren Energien ausgewiesen und damit zugleich die Förderfähigkeit aus der Connecting Europe Facility Energy (CEF) offiziell dokumentiert. Die Bürgermeister beider Teile der Europastadt begrüßen das sehr.

Abb.: Für die Europastadt an der Lausitzer Neiße ist es wichtig, dass bis nach Brüssel noch sehr viel mehr auf Gemeinsamkeiten gesetzt wird, anstatt die innerstädtische Grenze zu betonen. Mehr dazu im Kommentar.

Archivbild: © BeierMedia.de

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Gemeinsame deutsch-polnische Fernwärmeversorgung steht auf der Liste der EU-Kommission

Für solche binationalen Projekte im Bereich der erneuerbaren Energien stehen in der Förderperiode 2021-2027 insgesamt 875 Millionen Euro an CEF-Mitteln im EU-Haushalt zur Verfügung, die im genannten Förderzeitraum bei Bedarf um weitere 44 Millionen Euro aufgestockt werden können. Es wird derzeit davon ausgegangen, dass eine Summe von bis zu 40 Millionen Euro, das bedeutet bis zur Hälfte des gesamten Fördervolumens des Projektes, über die CEF in mehreren Tranchen förderfähig ist. Die erste Ausschreibung (Call) im Rahmen der CEF ist für Dezember 2022 avisiert.

"Als eines von drei Projekten europaweit ausgewählt zu werden, ist keine Selbstverständlichkeit. Das ist ein sehr positives Zeichen und ein wichtiger Meilenstein auf dem Weg hin zu einer erfolgreichen Realisierung des Projektes. Mit der Bekanntgabe steht das Vorhaben nunmehr im Schaufenster der Kommission, was für unser Projekt Rückenwind bedeutet. Zugleich ist damit der Weg bereitet, dass sich die Projektpartner erfolgreich an den künftigen CEF-Ausschreibungen in der Förderperiode 2021-2027 beteiligen können", reagierte der Oberbürgermeister Octavian Ursu erfreut.

Sein Zgorzelecer Kollege Bürgermeister Rafał Gronicz, sieht nun die genutzten Chancen Realität werden: "Das ist eine tolle Nachricht. Unsere Städte setzen seit vielen Jahren auf Kooperation und sehen darin eine Chance für ihre Entwicklung. Ein gemeinsames Projekt, durch das die Bewohner unserer beiden Städte die in Zgorzelec produzierte klimaneutrale Wärme genießen und über die gemeinsame Infrastruktur die Haushalte in Görlitz versorgen können, entspricht gleichzeitig der EU-Klimapolitik und ist dabei zum Vorteil für beide Städte, da wir uns die Kosten für Betrieb und Wartung des gemeinsamen Netzes teilen. Ich glaube, dass dieses vielschichtige Potenzial unseres Projekts von der Europäischen Kommission wahrgenommen wurde."

Selber lesen!
https://electricenergyonline.com/article/energy/category/wind/141/977174/commission-adopts-first-list-of-renewable-energy-cross-border-projects.html



Kommentar:

Da wächst zusammen, was zusammengehört: Die gemeinsame deutsch-polnische Europastadt.

Einzer Wermutstropfen in der Freude über die Entscheidung der Generaldirektion Energie der Europäischen Kommission ist die unsensible Wortwahl: Wenn Deutsche in Bezug auf Polen von "grenzüberschreitend" (cross border) sprechen, dann ist das negativ belegt, weil noch immer mitschwingt, dass der Zweite Weltkrieg mit einem im wahrsten Sinne des Wortes "grenzüberschreitenden Projekt" – der deutschen Grenzüberschreitung nach Polen – begann. Warum also kann man das Vorhaben statt "Grenzüberschreitende klimaneutrale Fernwärmeversorgung Görlitz/Zgorzelec" nicht viel positiver "Gemeinsame klimaneutrale Fernwärmeversorgung Görlitz/Zgorzelec" nennen?

Immerhin werden weit schwerwiegendere, jedoch unsinnige Eingriffe in die deutsche Sprache willfährigst aufgegriffen, nur wenn es darauf ankommt, hapert es an der nötigen Sensibilität,

meint Ihr Thomas Beier

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  • Quelle: red | Kommentar: Thomas Beier | Fotos: Stadtverwaltung Görlitz
  • Erstellt am 11.09.2022 - 08:19Uhr | Zuletzt geändert am 11.09.2022 - 08:46Uhr
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