Berufliche Perspektiven in Corona-Zeiten

Berufliche Perspektiven in Corona-ZeitenGörlitz, 4. Januar 2021. Aktuell wird diskutiert, ob die coronabedingten Unterrichtsausfälle zu dauerhaften Nachteilen für Schüler führen. Vergessen wird dabei, dass solche Effekte auch in der Erwachsenenbildung drohen: Wer hier in der Aus- und Weiterbildung in Warteposition geht, für den ist die Karriereleiter schnell zu Ende. Gerade in unsicheren Zeiten kann sich eine berufliche Weiterbildung, etwa ein Fernstudium in Vollzeit oder berufsbegleitend, als besonders vorteilhaft erweisen.

Abb.: Rein online zu studieren erfordert Disziplin, bringt jedoch viele Vorteile

Symbolfoto: Niklas Patzig, Pixabay License

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Berufsbegleitend und rein online studieren

Thema: Ratgeber

Ratgeber

Guter Rat muss nicht teuer sein, kann aber teure Erfahrungen ersparen. Ratschläge und Tipps aus Wirtschaft, Finanzen, Heimwerken, Haushalt, Gesundheit und Ernährung, Erziehung und zum Verhalten.

Wer sich für ein berufsbegleitendes Online Fernstudium im Bachelor Hochschulkurs entscheidet, schlägt gleich mehrere Fliegen mit einer Klappe, so etwa:


    • Berufsbegleitend zu studieren ermöglicht es, eine intensive Verknüpfung zwischen Theorie und Praxis zu schaffen. Für den Berufsalltag ist das eine äußerst effektive Vorgehensweise, denn das erworbene Wissen kann direkt im Betrieb umgesetzt werden. Dies steht ganz im Gegenteil zu den Studiengängen, bei denen erst jahrelang theoretische Wissen gelehrt wird, bevor es zur Umsetzung in die Praxis – die man vielleicht erst über ein Trainee-Programm kennenlernen muss – kommt.

    • Der bestehende Arbeitsplatz und damit auch die Einkommensquelle bleiben erhalten. Viele Arbeitgeber sehen es ausgesprochen gern, wenn ihre Beschäftigen selbst die Initiative für Qualifizierung und berufliche Weiterentwicklung ergreifen.

    • Mit zeit- und kostenintensivem Reiseaufwand verbundene Präsenzzeiten am Hochschulort entfallen, damit auch – während der Corona-Pandemie besonders wichtig – die damit verbundene Ansteckungsgefahr.

Natürlich kann man ein Online Fernstudium auch in Vollzeit absolvieren, statt zwölf Semestern sind es dann nur sechs. Aus unterschiedlichsten Gründen – von der bereits gegründeten Familie bis zu anderen Verpflichtungen – ist es jedoch nicht jedem möglich, in Vollzeit zu studieren. Wie dem auch sei: Vielleicht ist es ja die für viele vergleichsweise ruhige Zeit des coronabedingten Lockdowns, die Überlegungen zum künftigen Berufsleben geradezu provoziert. Wer mit dem Bachelor in die Welt der akademischen Grade aufsteigen möchte, sollte sich gründlich schlau machen und sich das breitgefächerte Angebot an Studiengängen und die Rahmenbedingungen genau anschauen.

Studienablauf

Anders als bei einer herkömmlichen Hochschule oder Universität ist beim Online Fernstudium der Semesterbeginn jederzeit möglich, außerdem sind die Studenten völlig ortsungebunden – einen Internetzugang vorausgesetzt. Für manchen ist das ein Traum: Das ganze Jahr lang im Wohnmobil durchs Land ziehen und trotzdem ein vollwertiges Studium absolvieren, ohne sich in überfüllte Hörsäle zu zwängen oder sich dem sogenannten akademischen Lehrbetrieb aussetzen zu müssen. In anderen Bereichen sind das Online Fernstudium und das klassische Präsenzstudium hingegen weitgehend identisch, so etwa bei der erwähnten Regelstudiumzeit bis zum Bachelor-Grad von sechs Semestern beim Vollzeitstudium oder beim Sprachtraining in Englisch und bei der praktischen Projektarbeit. Auch in der Online Variante gibt es Lerngruppen, die sich auf der virtuellen Plattform zu bestimmten Zeiten treffen – ganz auf sich allein gestellt ist man als Online Student also nicht.

Hat man den Bachelor-Abschluss in der Tasche, öffnen sich weitere Türen, so etwa zum Masterstudium. Natürlich setzt ein erfolgreicher Studienablauf Zielstrebigkeit und Disziplin voraus. Aber gerade beim berufsbegleitenden Studium, wenn man vielleicht sogar den Arbeitgeber zur Seite stehen hat, können die Früchte des Lernens unter Umständen schnell geerntet werden, was immer wieder für neue Motivation sorgt. Direktstudenten haben es da oft schwerer, wie eine Bachelor-Studentin im Görlitzer Anzeiger berichtete: Sie kritisiert unter anderem die persönliche Anwesenheitspflicht in Veranstaltungen, die so angelegt sind, dass sie eher zum Hinschmeißen des ganzen Studiums einladen...

Voraussetzungen für das Studium

Um für einen Hochschul-Studiengang zugelassen zu werden, benötigt man die Hochschul- oder Fachhochschulreife. Eine alternative Zulassungsbedingung ist die erfolgreiche Beendigung einer mindestens zweijährigen anerkannten Berufsausbildung in Kombination mit einer darauffolgenden dreijährigen Vollzeitbeschäftigung im erlernten Beruf – mit diesen Voraussetzungen kann man sich für einen Aufnahmetest anmelden.

Die Erfahrung zeigt, dass viele Arbeitgeber sehr an der beruflichen Fortbildung ihrer Arbeitnehmer interessiert sind, allerdings wirken vage Ankündigungen, die sich dann zerschlagen, ehe kontraproduktiv. Deshalb ist es sinnvoll, sich zuerst genau über den anvisierten Studiengang zu informieren, die eigenen Studienvoraussetzungen zu checken und erst dann, wenn die Möglichkeiten und Absichten klar abgesteckt sind, sich mit dem Arbeitgeber zu unterhalten. Je klarer man hier mit seinen Vorstellungen argumentieren kann und je stärker man hier an die betrieblichen Erfordernisse denkt, umso besser kann man den Arbeitgeber als wertvollen Unterstützer gewinnen.

Steuervorteile im berufsbegleitenden Studium nutzen

Das berufsbegleitende Studium lässt sich von der Steuer absetzen, allerdings liegt der Teufel – wie so oft im Steuerrecht – im Detail. Grob vereinfacht gilt: Wer ein berufsbegleitendes Erststudium absolviert, kann die Kosten bis zu einer Höhe von 6.000 Euro als Sonderausgaben von der Steuer absetzen. Wenn jedoch beispielsweise der Arbeitgeber etwa die betriebliche Notwendigkeit des berufsbegleitenden Studiums bestätigt, gelten die Kosten als Werbungkosten und können nicht nur in unbeschränkter Höhe in Ansatz gebracht werden, sondern gegebenenfalls sogar als Verlustvortrag ins nächste Jahr nitgenommen werden.

Im reinen Online Fernstudium ist es möglich – nicht abschließend – etwa die Kosten für Computertechnik und Fachliteratur, zumindest teilweise die Kosten des Internetanschlusses und grundsätzliche alle anfallenden Gebühren steuermindernd zu berücksichtigen. Wichtige Voraussetzung: Alle Belege müssen vorliegen. Dazu zählen den steuerlichen Vorschriften entsprechende Rechnungen und Quittungen sowie Kontoauszüge, aber auch Studienpläne und die je Semester erteilten Studienbescheinigungen. Es empfiehlt sich, den Rat eines Steuerberaters einzuholen.

Ein weiterer Tipp ist es, alle während der Studienzeit anfallenden Kosten – neben dem eigentlichen Studium auch für die Lebenshaltung, für Abgaben und weitere Verpflichtungen – einmal aufzulisten und seinen finanziellen Möglichkeiten gegenüberzustellen. So erkennt man, ob es finanziell eng werden kann und ob ein Studienkredit sinnvoll ist.

Wozu das Ganze?

Überall in Deutschland und auch in der Oberlausitz-Region werden, wie ein Blick auf jobs-oberlausitz.de zeigt, gut ausgebildete und leistungswillige Fachkräfte gesucht. Eine höhere Qualifikation steht nicht nur für ein besseres Einkommen, sondern steigert auch die persönliche Flexibilität – ein großer Pluspunkt im wirtschaftlichen Strukturwandel. Ein weiterer und nicht zu unterschätzender Aspekt des Lernens ist die eigene Weiterentwicklung: Wer mehr weiß, kann Zusammenhänge besser verstehen. Das Erreichen herausfordernder Ziele motiviert, ganz abgesehen von der Freude am Lernen.

Ein durchaus wichtiger Aspekt ist zudem die eigene Weiterentwicklung, das Erreichen von gesetzten Zielen und die Freude am Lernen. Schließlich gilt auch hier: Es gibt nichts Gutes, außer man tut es!

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  • Quelle: red | Foto: Niklas Patzig, Pixabay License
  • Erstellt am 04.01.2021 - 14:37Uhr | Zuletzt geändert am 04.01.2021 - 17:14Uhr
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