Neue Wasserspiele für Görlitz?

Görlitz, 2. Dezember 2015. Vor wenigen Tagen, am 25. November, gab es beim iku-Team in Görlitz Grund zu Freude: Das Bauamt der Stadt Görlitz hatte soeben die Bauvoranfrage für das Gelände des früheren Schlachthofes bestätigt. iku - das ist das Institut für Kommunal- und Umweltplanung, das gemeinsam mit jungen Görlitzern die schrittweise Revitalisierung Geländes des ehemaligen Görlitzer Schlachthofs vorantreibt.
Abbildung: Was auf diesem Foto noch wie ein verwunschenes Schloss wirkt, wird Zug und Zug entrümpelt; auch ganze Geländeabschnitte sind bereits bereinigt. Der alte Schlachthof in Görlitz erwacht aus seinem Dornröschenschlaf und hat erste Investoren angelockt. Für die ist es interessant, in der frühen Phase aufzuspringen und so die Entwicklung einzelner Objekte mit beeinflussen zu können. Der Schlachthof hat das Potenzial, ein weiterer Magnet im Görlitzer Immobilienportfolio zu werden. Besonders interessant: Zeitgleich mit den Investoren wollen junge Leute Kultur und berufliche Selbständigkeit auf das Gelände bringen.

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Schlachthofentwicklung setzt auf integrierte ökologisch-ökonomisch-soziale Konzepte

“Die bestätigte Bauvoranfrage heißt, dass jetzt grundsätzlich grünes Licht dafür besteht, unsere Konzepte und Planungen weiter voranzutreiben”, sagte der Görlitzer iku-Büroleiter Thomas Müller und lobt bei dieser Gelegenheit die investorenfreundliche Zusammenarbeit mit der Görlitzer Stadtverwaltung und der Europastadt GörlitzZgorzelec GmbH als Wirtschaftsförderung: "Wir haben viele konstruktive Gespräche geführt und die Stadt als wohlwollenden, aber auch fordernden Partner kennengelernt."

Spannend in den Planungen des iku für das frühere Schlachthofgelände sind beispielsweise jene Aspekte, die man als “Wasser- und Wärme-Konzept” bezeichnen könnte. Was steckt dahinter?

Entsiegelung und neue Wasserflächen

"Obgleich wir den gesamten Gebäudebestand auf dem Gelände erhalten wollen, werden wir doch große Flächen entsiegeln. Einerseits entstehen dadurch gärtnerische und landwirtschaftliche Nutzflächen mitten in der Stadt, andererseits neue Wasserläufe und Wasserflächen", erläutert Stadtplaner und Projektentwickler Hans-Friedrich Bültmann.

Das, geht es nach dem Willen der Projektentwickler, kann eine ganze Reihe sichtbarer und unsichtbarer Konsequenzen haben. Sichtbar sein wird, so sieht der Masterplan vor, neben der möglichen Freilegung eines Stück des Pontebaches, eine neue Wasserfläche, die sich auf dem Schlachthofgelände an der Christoph-Lüders-Straße entlangziehen soll. Der Clou sind fünf von Solarstrom gespeiste Wasserfontänen, die von einem neuen Geh- und Radweg, der das Gelände in Ost-West-Richtung überqueren soll, besonders gut zu sehen sein werden.

Solarheizung sorgt für günstige Wärme und Schallschutz

Einblick von der Straße wird es jedoch nur im Kurvenbereich der Cottbuser zur Christoph-Lüders-Straße geben, weil im sich anschließenden Abschnitt der Christoph-Lüders-Straße eine Solarthermie-Wand vorgesehen ist. Die hier eingefangenen Sonnenwärme heizt, so die Pläne, ein Wassereservoir im riesigen Keller des Schlachthofs auf. “Ziele ist es, die Energiekosten für die künftigen Gewerbetreibenden und Bewohner auf dem Schlachthofareal drastisch zu senken”, erläutert Bültmann das Konzept.

Die Wand soll zur Straße hin begrünt werden und so auch zum Schallschutz betragen.

Kompetente Unterstützung

Damit die Umsetzung Hand und Fuß hat, kommen Mitte Dezember 2015 Studenten vom Institut für Landmaschinentechnik und Regenerative Energien (LTRE) an der Fakultät für Anlagen, Energie- und Maschinensysteme der Technischen Hochschule Köln nach Görlitz, um die Grundlagen für die notwendigen Berechnungen zu schaffen. Sie studieren bei Prof. Dr. Thorsten Schneiders, einem ausgewiesenen Experten für Energiespeicherung sowie den Aufbau, die Auslegung, den Betrieb und die Integration von Energiespeichern. “Über diese Unterstützung freuen wir uns sehr!”, unterstreicht Müller, der den Besuch gemeinsam mit den Arbeitsgruppen, die sich rund um das Projekt gebildet haben, vorbereitet.

Ein weiterer spannender Aspekt ist die mögliche Integration der unteren Rauschwalder Straße und des Leipziger Platzes in das Projekt. Darüber wird aber gesondert zu berichten sein.

Weitere Informationen und Kontakt:
Webseite des iku zum Schlachthof-Projekt in Görlitz

Erfahren Sie Hintergründe im Görlitzer Anzeiger!
19.11.2015: In Görlitz sucht das Schlachthof-Projekt Verstärkung
10.11.2015: Görlitz: Wird die Ponte freigelegt?
09.09.2015: Görlitzer Quartiersentwicklung bietet komplexen Lösungsansatz

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  • Quelle: red | Grafikquelle: iku Institut für Kommunal- und Umweltplanung, Foto: © Gölitzer Anzeiger
  • Erstellt am 02.12.2015 - 16:26Uhr | Zuletzt geändert am 02.12.2015 - 17:17Uhr
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