Film präsentiert neuen Freizeitknüller in der Lausitz

Senftenberg / Zły Komorow | Schlabendorf. Ab dem 1. April 2009 wird der Reigen der Freizeitknüller in der Lausitz um eine einzigartige Attraktion reicher sein: Acceleration Rocker Jumping heißt die neues Spielart des Fallschirmspringens für Adrenalin-Junkies, denen das sogenannte Base Jumping von Hochhäusern, Brücken oder in Schluchten nicht ausreicht. Ein Bergbau-Sanierungsunternehmen will am ersten Apriltag beginnen, die bei der Fallplattenverdichtung des Bodens zum Einsatz kommenden Maschinen auch für Erlebniszwecke kommerziell zu vermarkten.

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Schlabendorf als Location für preisgekrönten Film

"Der Impuls der Fallplatten, der sich aus dem Produkt der Plattenmasse und dem Quadrat der Geschwindigkeit beim Aufprall auf den Rocker (Wippe) ergibt, reicht völlig aus, um einen 80-Kilogramm-Mann bis in etwa 160 Meter zu beschleunigen", erklärt Helmut Nefthon, der die Anlage als Sicherheitsingenieur überwacht. Beim anschließenden freie Fall, so seine Empfehlung, sollte spätestens nach 40 Metern die Reißleine des Fallschirms gezogen werden, um die Wucht des Aufpralls auf den Erdboden auf ein erträgliches Maß abzumildern.

Die größte körperliche Beanspruchung der wagemutigen Fallschirmspringer tritt jedoch ein, wenn sie vom Rocker nach oben befördert werden. Die schlagartige Belastung sei durch ungeübte Springer am ehesten im Sitzen zu ertragen, denn immerhin würden Werte um das viereinhalbfache der Erdbeschleunigung erreicht. Das Körpergewicht der Springer sei vorsorglich auf 95 Kilogramm beschränkt worden, um einen Bruch des Rockers zu vermeiden.

Zur Einweihung der Anlage am ersten April können die Sprünge kostenfrei absolviert werden. Allerdings wird um Voranmeldung (siehe unten) gebeten. Dem Gerücht, für bestimmte Berufsgruppen, Führungsebenen und Verwandtschaftsgrade würden Placebo-Fallschirme bereitgestellt, ist ein Unternehmenssprecher energisch entgegengetreten: "Das wäre doch völlig sinnlos! Oder wollen Sie etwa von Ihrem hart landenden Chef oder Ihrer Schwiegermutter erschlagen werden?"

Technologietransfer made in Lausitz

Acceleration Rocker Jumping ist ein herausragendes Beispiel für den Technologietransfer, den der Wandel der ehemaligen Braunkohlentagebaue zu Erholungs- und Erlebnislandschaften mit sich bringt.

Eine pfiffige Werbeagentur hat die Sanierungsarbeiten der Lausitzer und Mitteldeutschen Bergbau-Verwaltungsgesellschaft mbH (LMBV) für die Rahmenhandlung eines preisgekrönzen Kurzfilms genutzt: Im Rahmen des 14. Internationalen Kurzfilmfestivals Interfilm wurde im November 2008 zum ersten Mal der Viral Video Award Forward verliehen. Aus den insgesamt 500 Einreichungen wurde eine Vorausauswahl zusammengestellt. Gut zwei Wochen lang konnte damals das Publikum über seinen Favoriten unter den 24 Finalisten abstimmen. Die meisten Stimmen erhielt der Film "Extreme Catapulting", den die Münchner Agentur Webguerillas für eine Automarke realisiert hatte. Regie führte Jan Litzinger.

Obwohl die Einreichungen nicht die Voraussetzung eines realen Kunden erfüllen mussten, gewann mit "Extreme Catapulting" eine Auftragsarbeit aus dem Bereich Werbevirals den ersten Forward. "Die Arbeit für Mini hat richtig Spaß gemacht, weil der Kunde den Mut hatte, uns endlich mal etwas richtig Verrücktes machen zu lassen", sagt Colin Conrad, Kreativdirektor bei den Webguerillas.

Seit 21. Juli 2008 kursiert der Spot im Internet. Schon nach wenigen Tagen erzielte er mehr als 500.000 Views und durchbrach die Schallmauer von einer Million Aufrufen nach knapp zwei Monaten. Internet-Videoclips, videobasierte Microsites und Video-Blogs haben klassischen Werbespots speziell bei jungen Konsumenten endgültig den Rang abgelaufen. Denn anders als früher, erreicht man heute mit viralen Videos bzw. über Plattformen wie YouTube mit vergleichsweise geringem Budget ein Massenpublikum. Darüber hinaus lassen sich die Spots einfach in Blogs einbauen und können auch über den Mobile-Kanal weiterverbreitet werden.

Gedreht wurden Teile des Spots übrigens in den Schlabendorfer Feldern. Vor Nachahmung wird allerdings gewarnt. Im Bereich der Fallplattenverdichtung besteht Lebensgefahr und ein Annährungsverbot. Die entsprechend gekennzeichneten Bereiche und Flächen der LMBV sind stets mit Verbotsschildern gekennzeichnet.

Acceleration Rocker Jumping:
Mittwoch, 1. April 2009, Beginn 10 Uhr,
Schlabendorfer Felder, Schlabendorf, LMBV-Gelände
Bitte unbedingt Absperrungen und Hinweisschilder beachten!

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Kommentare Lesermeinungen (1)
Lesermeinungen geben nicht unbedingt die Auffassung der Redaktion, sondern die persönliche Auffassung der Verfasser wieder. Die Redaktion behält sich das Recht zu sinnwahrender Kürzung vor.

Video Xtreme Catapulting

Von Ivo Karrasch am 25.02.2009 - 09:23Uhr
Ist ja verrückt!
Wie hoch isser denn gekommen?

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  • Quelle: /FRS
  • Erstellt am 25.02.2009 - 01:54Uhr | Zuletzt geändert am 25.02.2009 - 03:31Uhr
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