Bogenschießen – damals essentiell, heute eine beliebte Sportart

Bogenschießen – damals essentiell, heute eine beliebte SportartGörlitz, 10. Juli 2020. Mit Pfeil und Bogen jagte man bereits vor tausenden von Jahren. Damals dienten diese Utensilien zur Beschaffung von Nahrung, aber leider auch als Kriegswaffe. Heute ist Bogenschießen eine anerkannte Sportart, die sich stetig weiterentwickelt. Der Görlitzer Anzeiger gibt einen kurzen Einblick in die Geschichte dieses auch in Görlitz ausgeübten Sports und in das moderne Bogenschießen von heute.

Beim Bogenschießen werden Konzentration, Kraft und Ausdauer trainiert

Foto: kathe busk, Pixabay License

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Zur Geschichte des Bogenschießens

Zu den wichtigsten mechanischen Erfindungen der Menschheitsgeschichte zählen Pfeil und Bogen. Wann sie genau erfunden wurden, lässt sich nur erahnen. Funden zufolge müssten die ersten Steinspitzen bereits vor über 64.000 Jahren zum Einsatz gekommen sein. Zwischen 18.000 und 22.000 v. Chr. fand man bei Ausgrabungen in Europa sogenannte Feuersteinspitzen. Aus dieser Zeit fand man ebenfalls Wandmalereien, die Menschen mit Pfeil und Bogen zeigen.

Unzählige Schlachten der Babylonier, Ägypter, Mongolen und anderen Reitervölkern wurden unter anderem mit Pfeil und Bogen ausgetragen. In der Epoche des Mittelalters kämpfte man ebenfalls in zahlreichen Kriegen mit ihrer Hilfe. Die Eroberung Englands durch die Normannen gelang beispielsweise mit Langbogen-Truppen.

Nachdem Pfeil und Bogen zu militärischen Zwecken durch Schusswaffen abgelöst wurden, gewann der Bogen im sportlichen Bereich immer mehr an Bedeutung. Seit 1972 ist das Bogenschießen als Disziplin bei den Olympischen Spielen verankert; bereits seit 1931 werden Weltmeisterschaften ausgetragen. Zahlreiche Vereine bieten das Erlernen des Bogenschießens an.

Was ist Compound Bogenschießen?

Der Compound Bogen ist eine sehr moderne Ausführung des Bogens. Er wurde 1966 in den USA erfunden. Die wohl auffälligsten Merkmale dürften die kleinen, nockenähnlichen, exzentrischen Kurvenscheiben sein, die kurz Cams genannt werden. Der Compound Bogen hat zahlreiche Extras, welche besonders für die präzise Handhabung und Schusstechnik verantwortlich sind. Etliche Modelle im Test gibt es hier auf https://outdoorly.de/compoundbogen/ zu finden.

Tipp: Bogenschießen in meiner Nähe
Wer sich in Görlitz und Umgebung sportlich betätigen möchte, für den bietet der der SV Koweg Görlitz e.V. traditionelles Bogenschießen und Compound Bogenschießen an.

3-D-Bogenschießen

Abwechslung zum traditionellen Bogenschießen auf Scheiben bietet,das 3-D-Bogenschießen. Hierbei kann auf oft weitläufigen Parcours in der Natur auf dreidimensionale Ziele gezielt und geschossen werden. Hierbei handelt es sich in den meisten Fällen um arrangierte Tierfiguren, die extra dafür in Szene gesetzt wurden. Zur Illusion einer Jagd trägt bei, dass man sich nicht auf dem Schießplatz befindet, sondern auf extra dafür markierten Wiesen und in Wäldern.

Die Ziele sind vorgegeben und der Anspruch ist, diese mit einer bestimmten Anzahl von Schüssen zu "erlegen". Ebenso erhält man Punkte dafür, dass man Hochstände und/oder Astgabeln trifft. Die Schwierigkeit gegenüber dem traditionellen Bogenschießen ist beim 3-D-Bogenschießen deutlich erhöht.

Weitere Unterschiede zum Scheibenschießen:


    • Scheibenschießen erfordert eine bestimmte Distanz, 3-D Bogenschießen nicht.
    • 3-D-Bogenschießen bietet die Möglichkeit unterschiedlicher Ziele, während man beim traditionellen Bogenschießen immer auf eine Scheibe zielt.
    • 3-D-Bogenschießen findet in einer abwechslungsreicheren Umgebung statt, Scheibenschießen hingegen fast immer auf dem Schießplatz.
    • 3-D-Bogenschießen bietet insgesamt mehr Aktivität im Sport.

Jost (28 Jahre) berichtet: "Ich bin in einer Gemeinde aufgewachsen, in der sehr viel Bogenschießen betrieben wird. Mein Vater schießt immer noch aktiv, ich ebenso und mein Großvater hat das früher auch getan. So wird das bei uns weitergegeben, hat irgendwie Tradition. Ich mag das Scheibenschießen zwar sehr, vor allem vor Wettkampftagen, gehe auch oft auf den Schießplatz. Irgendwann habe ich dann noch dazu das 3-D-Bogenschießen für mich entdeckt. Das ist auch richtig gut, vor allem, wenn ich das gemeinsam mit Kumpels mache. Das ist dann schon ein Unterschied zum traditionellen Wettkampf-Schießen. Es macht richtig Spaß, zusammen durch den Wald zu gehen und auf 3-D-Ziele wie Rehe oder Äste zu schießen. Noch dazu schießt man nicht auf lebende Tiere, das war mir sehr wichtig. Mittlerweile trainiere ich bei uns im Verein auch die Kids, die Bogenschießen lernen wollen. Das ist wichtig, da das bei uns, wie gesagt, Tradition hat und ich so etwas weitergeben kann."

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  • Quelle: red | Foto: qve68ftc / kathe busk, Pixabay License
  • Erstellt am 10.07.2020 - 07:20Uhr | Zuletzt geändert am 10.07.2020 - 08:30Uhr
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