Schließung Barkasse der Stadt Görlitz

Görlitz-Zgorzelec. "Nur Bares ist Wahres" mag in der Wirtschaft beliebt sein, in der Verwaltung wohl eher nicht. Jedenfalls schließt die Stadt Görlitz die Barkasse der Stadtkasse Görlitz im Rathaus, Untermarkt 6-8, zum 1. Juli 2010.

In aller Deutlichkeit: Barzahlungen an die Stadt Görlitz sind dann nicht mehr möglich.

Wie die Stadtverwaltung mitteilt, können Zahlungen zukünftig per Überweisung an die Stadt Görlitz, Kontonummer 5410, Bankleitzahl 850 501 00 bei der Sparkasse Oberlausitz-Niederschlesien vorgenommen werden. Bei wiederkehrenden Zahlungen wie der Grundsteuer könne der Stadtkasse Görlitz eine Einzugsermächtigung erteilt werden.

Weitere Informationen und ein Formblatt für die Einzugsermächtigung:
http://www.goerlitz.de/stadtkasse

Das Formblatt für die Einzugsermächtigung kann auch unter der Telefonnummer 03581 671309 angefordert werden.



Kommentar:

"Wer das Bargeld nicht ehrt, ist die Überweisung nicht wert", so irgendwie war das doch?

Die Schließung der Barkasse mag aus Rationalisierungssicht berechtigt sein, aus Servicesicht wohl eher nicht. Ein bissel Dienstleistungsmentalität gegenüber den verwalteten Bürgern täte doch - eigentlich - gut, oder?

Oder war es sehr belastend, ständig Geld entgegen zu nehmen? Oder kamen Barzahlungen so selten vor, dass sie kein Belastung waren? Beide Extreme rechtfertigen die Kassenschließung nicht.

Oder sollen gar - ei der Daus - schnelle Barauszahlungen vermieden werden? Wie auch immer, die Verwaltung sollte für die Bürger da sein, nicht umgekehrt.

Hoffentlich hat sich die Görlitzer Stadtverwaltung nicht infiziert bei einer Verwaltung in einer anderen Stadt im Landkreis, wo zu hören war: "Draußen auf dem Flur riecht´s nach Bürger...."

Hab´ eh nichts im Portemonnaie,

Ihr Fritz R. Stänker

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Kommentare Lesermeinungen (3)
Lesermeinungen geben nicht unbedingt die Auffassung der Redaktion, sondern die persönliche Auffassung der Verfasser wieder. Die Redaktion behält sich das Recht zu sinnwahrender Kürzung vor.

Bargeldkasse unnötig?

Von Ernst am 28.05.2010 - 10:27Uhr
Bargeld ist noch immer die Standardvariante des Bezahlens.

Zu bedenken ist auch, dass Menschen in finanziellen Schwierigkeiten Probleme haben, ein Girokonto auf Guthabenbasis zu eröffnen, obgleich ein gesetzlicher Anspruch besteht.

Bargeld hat auch den Vorteil, dass, wenn es "über den Tisch" ist, der Vorgang erledigt ist.

Ob der Aufwand sinkt, wenn Rechnungen nicht angewiesen werden oder Lastschriften platzen, sei dahingestellt. Aber da kann man ja ein automatisiertes Mahnverfahren einführen . . .

Weniger Service, weniger Einnahmen

Von Frank am 27.05.2010 - 22:42Uhr
Der Herr Schwiebert hat in großen Teilen Recht, aber heute vor dem Netto in der Lüdersstraße im regengeschützten Durchgang "tagte" während des morgendlichen Platzregens eine bunte Schar sozial Bedürftiger und diskutierte beim Frühschoppen neben den Schutz suchenden Kunden des Marktes eine andere Ansicht.

Da jeder wenigstens einen Hund dabei hatte, aber wohl keiner über ein Guthabenkonto verfügt, überlegten sie nun, wie sie ihre Vierbeiner zukünftig versteuern sollen. "Am Besten zu Bekannten aufs Dorf ummelden, wo man noch im Gemeindeamt bar zahlen kann, die Hundesteuer ist da auch billiger, Hauptsache Rex und Rudi haben eine Steuermarke", war dann die abschließende Erkenntnis.

Da gab es wohl doch Bedarf und die Verwaltung hätte ja die Kasse (die teuren Geräte sind ja bereits da) wenigstens einen Tag in der Woche besetzen können statt den Service total einzustellen.

Naja, paar Hündchen weniger werden wohl versteuert werden, aber dafür sind wohl ein Arbeitsplatz und Serviceleistung eingespart worden.

Was soll diese Klientel dann machen, wenn der Supermarkt, der Bäcker und der Fleischer dem Beispiel der Verwaltung folgen und auch ihre Bargeldkassen schließen?

MfG Frank

Ich finde das gut

Von Hermann Schwiebert am 25.05.2010 - 22:45Uhr
Zunächst habe ich überlegt, was eine Barkasse in Görlitz macht. Die gibt es doch nur in Hamburg auf der Elbe. Aber ich habe es erraten, es ist die Bargeldkasse gemeint.

Also, lieber Herr Stänker, da kommt bei mir wieder der Sparkassenbetriebswirt durch. Bargeldannahmen sind heutzutage durch nichts mehr zu rechtfertigen. Natürlich ist es vom Servicegedanken her populärer, eine Bargeldkasse vorzuhalten. Aber die Verwaltung soll mit unseren Steuern ja wirtschaften. Welcher Bürger ist aber bereit, für den Service einer Bargeldkasse Gebühren zu zahlen. Bestimmt niemand. Die großen Summen werden ohnehin bargeldlos gezahlt. Wer ein Knöllchen über zehn Euro bekommen hat, will doch für seine Verfehlung nicht noch nach einem Kassierer schreien! Nein, ich vertrete die Auffassung, wer Leistungen in Anspruch nehmen möchte, soll dafür auch den Gegenwert entrichten. Da das an einer Bargeldkasse niemand möchte, muss sie halt geschlossen werden. Außerdem: es kostet ja nicht nur der Kassierer Gehalt. Der Tagesbestand der Kasse muss versichert werden, der Arbeitsplatz muss mit teuren Geräten ausgestattet sein... Meine Steuern wünsche ich auf jeden Fall sinnvoller eingesetzt zu wissen.

Wahrscheinlich haben Sie - ebenso wie ich - nichts im Portemonnaie, weil Sie bargeldlos durch die Welt wandeln - wie ich.

Herzliche Grüße
Ihr Hermann Schwiebert

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  • Quelle: red
  • Zuletzt geändert am 25.05.2010 - 13:02 Uhr
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