Insektenhotels und ihre Bedeutung für die Biodiversität

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Görlitz, 2. Juli 2026. In Kleingartenanlagen, Innenhöfen und an vielen Hauswänden in Görlitz sind Insektenhotels wieder häufiger zu sehen. Die kleinen Kästen aus Holz mit Röhrchen oder Bohrlöchern gelten als einfache Maßnahme, um Wildbienen und andere Nützlinge zu unterstützen. In aufgeräumten Gärten und dicht bebauten Quartieren fehlen oft natürliche Nistplätze wie Totholz, offene Lehmstellen oder hohle Pflanzenstängel. Entlang der Neiße und in Siedlungsbereichen der Oberlausitz kann jede zusätzliche Nistmöglichkeit helfen, sofern in der Umgebung genug Blüten vorhanden sind.

Bild von john auf Pixabay

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Was ein Insektenhotel leistet

Ein Insektenhotel ist eine künstliche Nist- und Überwinterungshilfe. Vor allem solitäre Wildbienen nutzen passende Hohlräume, um ihre Brut abzulegen. Auch Florfliegen und Marienkäfer können Unterschlupf finden, was im Garten bei der natürlichen Regulierung von Blattläusen helfen kann. Entscheidend ist jedoch die Qualität. Unsachgemäß gebohrte Löcher, splitterndes Holz oder ungeeignete Füllungen werden schlecht angenommen und können Tiere verletzen.


Warum das Thema in der Oberlausitz relevant ist


Bestäuber sind für Obstbäume, Beerensträucher und viele Wildpflanzen unverzichtbar. Gleichzeitig nehmen Blühflächen ab, und versiegelte Bereiche wachsen. Ein Insektenhotel ersetzt keine blütenreiche Umgebung, kann aber eine Lücke schließen, wenn es mit einem passenden Nahrungsangebot kombiniert wird.


Praktisch heißt das für Görlitz: Wer im eigenen Garten, im Innenhof oder am Balkon heimische Stauden, Kräuter und Frühblüher pflanzt, schafft über Monate hinweg Nahrung. In Kleingartenvereinen, im Stadtpark oder rund um den Berzdorfer See lassen sich solche Bausteine gut ergänzen, etwa durch naturnahe Ecken, weniger Schotterflächen und den Verzicht auf chemische Spritzmittel.


So finden Sie ein geeignetes Modell


Ob für Balkon, Garten oder Schulhof: Beim Kauf lohnt ein Blick auf Details. Diese Kriterien gelten als praxistauglich:




  • Bohrlochdurchmesser in mehreren Größen, etwa 2 bis 9 mm




  • Bohrtiefe von mindestens 8 bis 10 cm




  • glatte, splitterfreie Bohrungen in Hartholz




  • Röhrchen aus Schilf oder Bambus, sauber geschnitten und hinten geschlossen




  • Regenschutz durch ein überstehendes Dach




Für den Vergleich verschiedener Bauarten und Größen kann ein insektenhotel als Orientierung dienen, wenn die genannten Qualitätsmerkmale erfüllt sind.


Standort und Pflege in Kürze


Damit die Nisthilfe angenommen wird, ist der Platz entscheidend:




  • sonnig und windgeschützt, ideal nach Süden oder Südosten ausgerichtet




  • fest montiert an Wand, Zaun oder Pfosten, nicht frei schwingend




  • in 1 bis 2 Metern Höhe




  • in der Nähe von Blühpflanzen, Obstgehölzen oder Kräuterbeeten




Im Winter sollte das Insektenhotel hängen bleiben. Viele Arten überwintern als Larve oder Puppe in den Röhren. Ein Ausräumen oder Reinigen mit Draht kann die Brut zerstören.


Projekte vor Ort


In Görlitz greifen Schulen und Kleingartenvereine das Thema regelmäßig in Projektwochen auf. Dabei werden Nisthilfen gebaut, kleine Blühstreifen angelegt oder Beete betreut. Wer sich beteiligen möchte, kann im eigenen Hof beginnen oder im Verein nachfragen, ob Flächen für heimische Blühmischungen vorhanden sind. Auch Umweltverbände wie der NABU geben allgemeine Tipps zur insektenfreundlichen Gestaltung.


Auch für Mieterinnen und Mieter gibt es Möglichkeiten. Ein kleines Insektenhaus am Balkon, kombiniert mit Kräutertöpfen wie Thymian, Salbei oder Oregano, kann bereits Nahrung bieten. Wer zusätzlich eine flache Wasserschale mit Steinen als Landehilfe aufstellt, unterstützt Insekten in trockenen Sommerwochen. Wichtig bleibt eine realistische Erwartung: Ein Insektenhotel ist kein Allheilmittel, sondern ein Baustein, der zusammen mit Blühflächen und naturnahen Rückzugsorten die Bestäuber in Görlitz und der Oberlausitz stärken kann.

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  • Erstellt am 02.07.2026 - 11:48Uhr | Zuletzt geändert am 02.07.2026 - 11:48Uhr
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