Zwischen Frost und Frühstart: Jetzt den Garten planen
Görlitz, 28. Januar 2026. Der Winter prägt weiterhin das Wetter: Frost, niedrige Bodentemperaturen und kurze Tage lassen an Gartenarbeit zunächst nicht denken. Dennoch beginnt für viele Gartenbesitzer eine wichtige Phase: Die eigentliche Pflanzung steht noch aus, doch Planung, Sortenauswahl und erste vorbereitende Schritte rücken jetzt in den Fokus.
Bild von Alexander Fox | PlaNet Fox auf Pixabay
Planung im Winter: Grundlage für das Gartenjahr
Solange der Boden gefroren oder stark durchfeuchtet ist, bleibt praktische Arbeit im Beet eingeschränkt. Umso wichtiger wird die gedankliche Vorbereitung. Welche Flächen stehen zur Verfügung, welche Kulturen sollen angebaut werden, welche Erfahrungen aus dem Vorjahr fließen ein. Diese Fragen lassen sich unabhängig vom Wetter klären.
Ein zentraler Punkt ist die zeitliche Planung. Jede Kultur hat feste Aussaat- und Pflanzfenster. Wer diese kennt, kann Saatgut rechtzeitig beschaffen und Anzuchtplätze vorbereiten. Auch die Fruchtfolge spielt eine Rolle. Starkzehrer wie Kartoffeln oder Kohl sollten nicht jedes Jahr am selben Standort stehen.
Zusätzlich lohnt ein Blick auf den Zustand des Gartens. Hochbeete können kontrolliert, Abdeckungen überprüft und Materialien wie Kompost oder Mulch bereitgelegt werden. Diese Arbeiten greifen der eigentlichen Saison vor, ohne die Pflanzen zu gefährden.
Gemüse: Drei Beispiele mit konkreten Aussaatzeiten
Im Nutzgarten beginnt vieles noch vor dem eigentlichen Frühling. Einige Kulturen lassen sich früh vorbereiten oder sogar direkt anbauen, sobald die Bedingungen passen.
Frühe Kartoffelsorten können ab Ende Februar oder Anfang März vorkeimen. Dazu werden die Knollen hell und kühl ausgelegt, idealerweise bei etwa zehn bis zwölf Grad. Gepflanzt werden sie erst, wenn der Boden frostfrei ist, häufig ab Ende März. Das Vorkeimen sorgt für einen schnelleren Austrieb.
Möhren zählen zu den klassischen Frühkulturen. Sie können, je nach Witterung, ab März direkt ins Freiland gesät werden. Der Boden sollte locker, steinfrei und nicht zu nass sein. Frühe Sorten eignen sich besonders für diese erste Aussaat. Wichtig ist gleichmäßige Feuchtigkeit, da die Keimung sonst verzögert wird.
Kopfsalat oder Pflücksalat lassen sich ab Februar in Schalen oder im Frühbeet vorziehen. Die Jungpflanzen kommen ab März oder April ins Beet, sobald keine starken Fröste mehr zu erwarten sind. Salat wächst schnell und eignet sich gut, um Beete früh zu nutzen.
Blumen: Farbe planen, bevor sie wächst
Auch im Ziergarten beginnt vieles auf dem Papier oder in der Anzuchtkiste. Wer Blumen gezielt auswählt, kann Blühzeiten staffeln und Lücken vermeiden.
Ringelblumen sind robust und vielseitig. Die Aussaat im Haus ist ab März möglich, direkt ins Freiland ab April. Sie eignen sich für Beete und Gemüsegärten gleichermaßen und gelten als pflegeleicht.
Cosmeen, auch Schmuckkörbchen genannt, werden meist ab März vorgezogen. Ab Mai können sie ins Freiland gepflanzt werden. Sie wachsen locker, benötigen Sonne und bringen Farbe bis in den Herbst.
Sonnenblumen lassen sich ab April im Haus oder direkt ab Ende April im Garten aussäen. Sie brauchen Platz, Licht und nährstoffreichen Boden. Durch gestaffelte Aussaaten verlängert sich die Blütezeit.
Lust auf etwas Neues: Experimentelle Sorten im Garten
Neben den bekannten Gemüse- und Blumenarten wächst in vielen Gärten das Interesse an weniger verbreiteten Pflanzen, die neue Erfahrungen ermöglichen und den Anbau erweitern. Dazu zählt etwa Physalis, die wärmeliebend ist und vor allem in geschützten Lagen zuverlässig Früchte ausbildet. Artischocken finden ebenfalls zunehmend Platz, benötigen allerdings ausreichend Raum und einen nährstoffreichen Boden, um über mehrere Jahre kräftig zu wachsen.
Zwischen diesen Sonderkulturen ordnen manche Gartenbesitzer auch Hanf ein, der nicht wegen einer berauschenden Wirkung angebaut wird, sondern wegen seiner vielseitigen Nutzungsmöglichkeiten, etwa für Fasern, Samen oder spezielle Sorten mit einem erhöhten Gehalt von CBD, dem eine entspannende und ausgleichende Wirkung zugeschrieben wird. Solche Pflanzen werden ähnlich behandelt wie andere wärmebedürftige Kulturen und verlangen eine sorgfältige Standortwahl.
Ergänzt werden diese Anbauversuche häufig durch Mangold, der als vergleichsweise unkompliziert gilt und über einen langen Zeitraum geerntet werden kann. Gemeinsam ist diesen Pflanzen, dass sie mehr Aufmerksamkeit benötigen als klassische Standardsorten.
Die Anzucht beginnt bei vielen dieser Kulturen ab März im Innenbereich bei Temperaturen um 20 bis 24 Grad. Nach den Eisheiligen, meist ab Mitte Mai, können die Jungpflanzen ins Freiland gesetzt werden, sofern keine Spätfröste mehr zu erwarten sind. Ein sonniger, möglichst windgeschützter Standort sowie ein lockerer, humusreicher Boden bilden die Grundlage für einen erfolgreichen Anbau.
Regelmäßige Kontrollen bleiben wichtig, da Nährstoffmangel, Staunässe oder Schädlingsbefall bei diesen Pflanzen schneller sichtbar werden. Wer sich darauf einlässt, erweitert den Garten bewusst über das Übliche hinaus und sammelt Erfahrungen, die in den kommenden Jahren genutzt werden können.
Vielfalt im Garten braucht klare Abläufe
Ob Gemüse, Blumen oder spezielle Kulturen – ein gut geplanter Garten startet ruhiger und kontrollierter in die Saison.
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- Erstellt am 28.01.2026 - 08:45Uhr | Zuletzt geändert am 28.01.2026 - 11:20Uhr
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