Umzug nach Görlitz empfehlenswert? Ja!

Umzug nach Görlitz empfehlenswert? Ja!Görlitz, 14. Oktober 2019. Die Görlitzer leiden unter einem Widerspruch: Während sie in Deutschland vielerorts als "die da hinten" gesehen werden, sind sie doch eigentlich ganz vorn, ist Görlitz doch Tag für Tag die erste Stadt in Deutschland, in der die Sonne aufgeht. In der Tat ist Görlitz alles andere als eine verschlafene Stadt, im Gegenteil, Görlitz bietet Freiraum für Initiative, was auch genutzt wird.
Abbildung: Die Europastadt an der Lausitzer Neiße entdecken, hier eine Straßenszene in Zgorzelec, im Hintergrund der Görlitzer Rathausturm

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Görlitz steht für ein hohes Maß an Lebensqualität

 Görlitz steht für ein hohes Maß an Lebensqualität

Burg Kynast (im Bild in der Mitte links) bei Hirschberg (Jelenia Góra), gesehen von Schloss Wernersdorf

Dass Görlitz auch tief im Westen Deutschlands positiv bekannt ist, verdankt die Stadt ihrer kulturellen Ausstrahlung und nicht zuletzt ihrer Wirtschaftsfördergesellschaft, der Europastadt GörlitzZgorzelec GmbH. Ganz egal, wohin man in Deutschland kommt, bekannt ist die Neißestadt für ihre architektonische Schönheit und als Rentnerparadies. Tatsächlich bietet Görlitz ein ausgewogenes Maß an Beschaulichkeit und vielfältiger kultureller Abwechslung, wobei es ein weiteres Merkmal gibt, dass vielleicht eine bislang unbeachtete Alleinstellung ist: Görlitz ist attraktiv für Ältere, die innerlich jung geblieben sind. Schaut man sich die Zentren der Soziokultur wie die Rabryka, das Kühlhaus, die Jakobstraße und besonders bei den Leseveranstaltungen den Basta!-Club an, dann wird klar: Hier sind alle Generationen willkommen. Und was täte älteren Leuten besser, als ab und an unter jungen zu sein und sich so ein wenig von der eigenen Jugendzeit zurückzuholen?

Die Stadt bietet für ihre Bewohner insgesamt sehr viel und macht kein Geheimnis daraus, so dass sich immer mehr Menschen nach einer Wohnmöglichkeit in Görlitz umsehen. Sicherlich leistet das Willkommenspaket für Zuzügler einen Beitrag dazu, signalisiert es doch, was viele, die neu in Görlitz sind, immer wieder gesagt bekommen: "Herzlich willkommen!" Besonders die Innenstadt mit dem gerade erst fertig sanierten Postplatz wirkt sehr schick und ist voller Leben. Wenn man durch die Stadt schlendert, dann fallen einem Kaffeehäuser und Gaststätten auf. Sie sind nicht nur bei den zahlreichen Touristen, sondern auch bei der ortsansässigen Bevölkerung sehr beliebt. Besonders in den historischen Stadtteilen, vor allem in der Altstadt, sind sie in wundervoller alter Architektur untergebracht und bieten ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis. Wenn dann auch noch die Straßenbahn vorbeifährt, kommt sogar ein Hauch großstädtischen Flairs auf.

Als Mittelstadt im ländlichen Raum

Als Städter könnte man in Görlitz im Grunde genommen auf ein eigenes Auto verzichten. Der innerstädtische Nahverkehr funktioniert gut, die Eisenbahnanbindung ist besser als ihr Ruf, sogar der Flixbus kommt vorbei. Jenseits der Stadtgrenzen jedoch, im eher dünn besiedelten Landkreis, ist ein Leben ohne eigenes Auto vielerorts kaum denkbar – zu groß sind die Entfernungen. Wenn in Sachsen anderenorts die Städte im fünf Kilometer Raster oder noch näher aneinander liegen, muss man in der Oberlausitz von Stadt zu Stadt oft 20 oder mehr Kilometer kalkulieren. Das hat natürlich auch Auswirkungen auf Handel und Versorgung. Nicht nur der Lebensmitteleinzelhandel hat sich aus vielen Dörfern, die bis zum Anfang der Neunzigerjahre noch kleine Konsum-Läden versorgt wurden, zurückgezogen, auch das Netz bestimmter Fach- und Markenvertragshändler könnte dichter sein. Wer in Görlitz einen Neuwagen kaufen möchte, dem könnte das nicht nur im Top-Luxus-Segment bei einzelnen Marken auffallen.

Gebraucht- oder Neuwagenkauf in Görlitz

So ergibt die Suche nach einem BMW-Vertragshändler mit Sitz in Görlitz seit etlichen Jahren das Ergebnis "Fehlanzeige". Damit klafft eine Lücke im Markt, die sich woanders in Deutschland schnell wachsende Händler sofort zunutze machen würden. Wenn Deutschlands größter Vertragshändler BMW Neuwagen anbietet, kann er sich dabei auf 16 Filialen stützen – beim seinem Start im Jahr 1996 waren es nur vier, die aus einem Konkurs übernommen wurden. Allerdings gibt es auch in Görlitz starke Vertragshändler, freie Händler und Mehrmarken-Autohäuser, an Neu- und Gebrauchtwagen ist also auch an der Lausitzer Neiße kein Mangel.

Zur Ehrlichkeit gehört es zu sagen, dass Görlitz für Anbieter im Luxussegment noch nicht sonderlich attraktiv ist, obgleich immer mehr Einwohner gut verdienen und viele der Nachbarn im polnischen Zgorzelec, das mit Görlitz eine zukunftsorientierte Europastadt bildet, an hochwertigen Waren interessiert sind, die sie in Deutschland kaufen. Das Gute am Schlechten ist, dass viele Preise, so vor allem die Mieten, in Görlitz noch immer recht günstig sind. Gerade Senioren, die keine deutlichen Einkommenssteigerungen mehr vor sich haben, wissen das zu schätzen.

Ausflugsziele ohne Ende

Ist die Mobilitätsfrage geklärt, steht Ausflügen ins Görlitzer Umland nichts mehr im Wege. Freilich sind die auch mit Fahrrad, Bus oder Bahn möglich, aber ab einem gewissen Alter ist der Pkw-Komfort dann doch willkommen. Neben bekannten Ausflugszielen wie Zittau und dem Zittauer Gebirge, den Königshainer Bergen, dem Fürst-Pückler-Park in Bad Muskau oder den wunderschönen Städten und Klöstern der Oberlausitz will auch das polnische Niederschlesien wiederentdeckt sein. Wer die polnische Gastlichkeit ganz in der Nähe von Görlitz erleben möchte, sollte sich Schloss Leopoldshain (Pałac Lagów) anschauen. Weitere Geheimtipps, zu denen man ohne eigenes Auto kaum gelangen kann, sind Schloss Klitschdorf (Zamek Kliczków) und Schloss Wernersdorf (Pałac Pakoszów) am Fuße der Burg Kynast (Chojnik).

Leute kennenlernen in Görlitz

Ganz egal, ob man in Görlitz bleibt oder das abwechslungsreiche Umland erkundet: Hier ist es einfach, nette Menschen kennenzulernen – und das aus aller Herren Länder, womit nicht nur die deutschen Bundesländer gemeint sind, sonder aus die europäischen Länder und Staaten weltweit. Für Görlitz ist es eine besondere Bereicherung, wenn die Zugezogenen ein Geschäft eröffnen, das einen Bezug zu ihrem Heimatland schafft. So wird am Görlitzer Obermarkt Johannes Keusch bald sein einjähriges Jubiläum feiern, der Mann, der mit seinem Weinladen "Weinkulisse" in Görlitz (die örtliche Presse berichtete) eine Quelle für Weine ausschließlich aus Österreich sprudeln lässt. Dass man bei seinen Verkostungen andere Leute, ob nun alteingesessene Görlitzer oder neu zugezogene, kennenlernen kann, liegt in der Natur der Dinge – beziehungsweise des Weins. Das Auto aber bleibt dann bitte stehen, seine Fahrerlaubnis braucht man gewöhnlich nämlich für weit wichtigere Fahrten.

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  • Quelle: red | Fotos: © Görlitzer Anzeiger
  • Erstellt am 14.10.2019 - 20:57Uhr | Zuletzt geändert am 14.10.2019 - 23:50Uhr
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