Wissenswertes, wenn man in Kanada arbeiten will

Wissenswertes, wenn man in Kanada arbeiten willGörlitz, 10. September 2019. Der Görlitzer Anzeiger ist immer gern dabei, wenn es um den Zuzug nach Görlitz oder in die Oberlausitz geht. Das heißt aber nicht, dass die Einheimischen zu Hause festkleben sollen: Frei nach einem Alexander von Humboldt zugeschriebenen Wort entsteht eine fundierte Weltanschauung, wenn man sich die Welt selber anschaut, also für eine Zeit in anderen Ländern lebt. Wir wäre es mit Kanada?
Abbildung: Kanada polarisiert zwischen unberührter Natur und der Modernität der großen Städte

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Wer auswandern will, sollte im Zielland erst einmal Urlaub machen

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Die Kugel steht in Vancouver und beherbergt die Science World, ein Wissenschafts-Museum

Egal, ob man angesichts der jüngsten Sachsenwahl auswandern oder einfach per Work and Travel eine schöne Zeit in einem fernen Land haben möchte – Kanada ist ein beliebtes Ziel, das es seinen Einwanderern aber nicht einfach macht. Einfach mal hinreisen und gucken, was geht, genau das ist in diesem Land eben nicht möglich. Wenn es aber klappt, hat man eine gute Auswahl an Möglichkeiten, die einem die Zeit in Kanada verschönert und einen auch gut leben lässt. Bevor man aber vielleicht wirklich blindlings nach Kanada auswandern möchte, sollte man sich mit den Gegebenheiten und Besonderheiten bekannt machen. Dies klappt noch immer bestens vor Ort bei einem langen und ausgedehnten Urlaub.

Urlaub oder Auswandern – Kanadas Regeln

Wenn nur ein Urlaub geplant ist, um das Land besser kennenzulernen, kann nach Kanada wie in viele andere Länder gereist werden. Das bedeutet, dass kein Visum nötig ist und man für bis zu sechs Monate im Land bleiben darf. Aber wie für USA-Reisen benötigt man eine sogenannte elektronische Reisegenehmigung, auch eTA genannt, wenn in das Land geflogen wird. Wer bereits auf einer längeren Tour in den USA gewesen ist, braucht nicht erneut ein eTA ausfüllen, auch dann nicht, wenn man über eine Kreuzfahrt ins Land kommt. Die eTA ist für Personen Pflicht, die keine Visumpflicht haben, dazu zählen aktuell rund 45 Länder (Europa, USA, Singapur etc.).

Die Visabefreiung gilt übrigens nicht für alle, die in Kanada arbeiten oder die länger als sechs Monate im Land bleiben wollen – anders gesagt: Dann geht es nicht ohne ein Visum. Das kann aber auch online außerhalb von Kanada beantrag werden und sogar noch dann, wenn man bereits in Kanada ist. Wichtig ist aber, die eTA und das Visum auf der offiziellen Seite canada.ca zu beantragen, dann wird es nicht so teuer (andere Anbieter verlangen oft eine Gebühr) und man ist auf der sicheren Seite, dass alles korrekt abläuft.

Arbeiten in Kanada – die ersten Schritte

Wer in Kanada arbeiten will, braucht ein Visum, eine Arbeitserlaubnis und eine Arbeitsstelle. Und dann wird es auch schon ein wenig kompliziert, weil es viele verschiedene Möglichkeiten für den Work and Travel Traum in Kanada gibt. Sehr beliebt ist das "Working Holiday" Visum, das aber in Kanada nach dem Losverfahren verteilt wird; zudem kostet es ca. 250 Euro und man muss finanzielle Mittel in Höhe von 2.500 Euro nachweisen. Eine andere Möglichkeit für junge Leute (18-35 Jahre) ist es, am Youth Mobility Program (YMP) teilzunehmen und sich dafür zu bewerben. Das Programm richtet sich an junge Leute, die nach Kanada reisen, für einen Mix aus Tourismus und Arbeit. Wird man hier angenommen, kann man ein Visum für ein Jahr erhalten, eine Teilnahme ist aktuell zwei Mal möglich.

Ist man in Deutschland Facharbeiter und erfüllt einige Kriterien (zum Beispiel das letzte Jahr Vollzeit im Beruf gearbeitet und andere mehr) erhält man schneller und einfacher ein Visum, weil man in den sogenannten "Express Entry Pool" fällt. Auf der "Priority Occupation List" stehen alle Berufe – aktuell 347 Berufs(-arten) – wie Anwälte, Glaser, Metallarbeiter und so weiter. Auf der offiziellen Webseite von Kanada kann man eine kostenlose Evaluierung durchlaufen, um herauszufinden, ob man für das "Federal Skilled Worker Program" oder ein ähnliches Programm geeignet ist.

Trifft alles nicht zu oder klappt es mit den oben genannten Visa nicht, dann bleibt einem nur übrig, sich in Deutschland auf einen Job in Kanada zu bewerben und auf die Jobmöglichkeit zu hoffen, um dann bessere Chancen für ein Visum zu haben.

Internet und Telefonie in Kanada

Die viel zu hohen Roaming-Gebühren lassen den Reisenden schnell eine SIM-Karte in Kanada kaufen, so dass die Kosten überschaubar bleiben. Wer nur als Work and Traveller in Kanada ist, für den lohnt sich eine Prepaid-Version, da Verträge wie in Deutschland oftmals viel länger laufen. Und wie in Deutschland findet man auch in Kanada viele öffentliche Hotspots, an denen man kostenlos ins Internet kann. Neben Cafés und Restaurants gibt es diese "offenen WLANs" auch in größeren Städten und an beliebten Orten, insgesamt sind mehr als 2.160.000 "Free Open WiFi Hotspots" über das ganze Land verteilt. Tipp: Am besten holt man sich online eine Übersichtskarte und checkt die Orte in der Nähe seiner Schlaf- und Arbeitsstätte. Aber Vorsicht: Öffentliche WLAN-Hotspots liefern Kriminellen auch in Kanada regelmäßig ihre Opfer. Der Schutz mit einem Virtual Private network (VPN) kann auch in Kanada nicht nur Daten retten, sondern ermöglicht ein sicheres Surfen.

Versicherungen in Kanada

Bei der Krankenversicherung gibt es unterschiedliche Möglichkeiten. Eine beliebte Option ist – gerade im Work & Traveller-Bereich – eine Auslandsversicherung in Deutschland abzuschließen. Zwar kann man sich soweit zutreffend auch auf die staatliche Krankenversicherung verlassen, aber eine zusätzliche Auslandskrankenversicherung hilft, wirklich alles abzudecken. Am besten sollte man sich vorab in Deutschland bei seiner Krankenkasse informieren.

Leben in Kanada

Kanada ist kein allzu teures Land, wobei es hier natürlich auch Unterschiede gibt. Auf dem Land ist vieles um einiges günstiger und in den Großstädten sind die Preise bei Mieten & Co. mit denen in Berlin oder München vergleichbar. Sprachlich kommt man mit Englisch und Französisch weiter, da beide auch Amtssprachen in Kanada sind. Wer Auto fahren will, denke an einen internationalen Führerschein; bleibt man länger im Land, dann sollte man am besten gleich einen kanadischen Führerschein beantragen.

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  • Quelle: red | Foto am See: jameswheeler / James Wheeler, Foto Vancouver: gtriay / George Triay, beide Pixabay und Lizenz CC0 Public Domain
  • Erstellt am 10.09.2019 - 12:09Uhr | Zuletzt geändert am 12.09.2019 - 09:11Uhr
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