Das Polohemd - ein Kleidungsstück mit vielen Facetten

Das Polohemd - ein Kleidungsstück mit vielen FacettenGörlitz, 18. Oktober 2018. Mode unterliegt einem ständigen Wandel – zum Glück, werden die Görlitzer Trikotagenhändler sagen. Zugleich ist es inzwischen auch in der Europastadt an der Neiße immer selbstverständlicher geworden, sich tageszeit- und anlassgemäß zu kleiden. Viele Kunden legen dabei Wert auf eher zeitlose und kombinationsfähige Mode. Kaum ein anderes Kleidungsstück ist so vielseitig tragbar wie das Polohemd. Ob ganz klassisch beim Golf oder Tennis, im Büro oder in der Freizeit: Das beliebte T-Shirt mit dem charakteristischen Kragen und der verkürzten Knopfleiste ist das passende Basisteil für viele Anlässe. Das Erfolgskonzept des Polohemdes liegt in der perfekten Balance zwischen Sportlichkeit und Eleganz. Aktuell ist es wieder besonders angesagt.
Abbildung oben: © Flickr "Executives International Summer Dinner 38", Foto: Gorilla Golf Blog, Lizenz: CC BY-SA 2.0 Bestimmte Rechte vorbehalten

Das Polohemd wird 85

Das Polohemd wird 85

Das Poloshirt hat nach dem Polospiel erst weitere Sportarten, dann den Freizeitbereich und schließlich sogar die Arbeitswelt erobert. Je nach Ausführung und Kombination wirkt es von seriös bis lässig

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Das Poloshirt trat Anfang des 20. Jahrhundert erstmals in Erscheinung, und zwar – daher der Name – in Indien als Trikot von Polo-Spielern. Doch erst der französische Tennisspieler René Lacoste machte das Poloshirt mit dem leichten Piqué-Baumwollgewebe wirklich populär, als er es 1933 entwarf und seinen Spitznamen "Krokodil" zum Markenlogo machte. In diesem Jahr feiert die Bekleidungsmarke Lacoste ihren 85. Geburtstag - ebenso alt ist demnach das Poloshirt, wie wir es heute kennen.

Polohemden haben kurze Ärmel, eine verkürzte Knopfleiste am Halsausschnitt und einen Hemdkragen, der dem sportlichen Shirt Eleganz verleiht. Das atmungsaktive Piqué-Gewebe ermöglicht maximale Bewegungsfreiheit und sichert die Formstabilität des Hemdes. Die Doppelwebstruktur ist zudem besonders robust. So ermöglicht das Polohemd einen stilvollen Auftritt selbst bei Aktivitäten, die viel Bewegung erfordern. Mittlerweile werden Poloshirts allerdings nicht mehr vorrangig beim Sport getragen: Längst haben sie sich als universelle Freizeitkleidung etabliert und sogar in der Arbeitswelt Einzug gehalten, da sie praktisch sind und zugleich seriös wirken.

So angesagt wie nie

Lange Zeit haftete dem Polohemd ein biederes Streber-Image an. Vor allem Polohemd-Träger mit hochgestellten Kragen "outeten" sich als Schnösel, die mit dem Kleidungsstück ihre (vermeintliche) Zugehörigkeit zu einer gewissen Gesellschaftsschicht zum Ausdruck bringen wollten. Das führte dazu, dass das Polohemd bei einigen zwischenzeitlich als Symbol für Arroganz und Angeberei verpönt war. Inzwischen ist das Polohemd aber längst nicht mehr nur das Lieblingshemd von Golf- und Tennisspielern, Juristen und BWL-Studenten, sondern feiert als echter Klassiker ein Comeback in der Modewelt.

Auch von Frauen werden Poloshirts zunehmend gerne getragen. Mit Dreiviertelärmeln, Mustern und anderen schmückenden Details kann ein Damen-Poloshirt besonders interessant wirken. Mit langen Ärmeln kann das Kleidungsstück wie eine sportlich-elegante Bluse getragen werden – auch an kühleren Tagen. Lässt man die Knopfleiste leicht aufgeknöpft, bildet sich ein V-Ausschnitt, der die Figur optisch streckt. Ganz zugeknöpft wirkt das Poloshirt umso eleganter und förmlicher. Für einen besonders lässigen Auftritt sorgen Stilbrüche. Dazu wird das Poloshirt zum Beispiel mit einer verwaschenen Jeans kombiniert.

Modehäuser wie Gucci, Prada und Marc Jacobs haben sich der Neuinterpretation des Poloshirts für Frauen angenommen und präsentieren Modelle mit extraweiten Ärmeln, Stickereien, Nieten, Pailletten und Brusttaschen sowie ganz bewusst in Übergröße. Teilweise wird die Knopfleiste durch einen Reißverschluss ersetzt. In dieser Vielfalt und mit vielen verspielten und sportlichen Details ist das Polohemd in der Modewelt derzeit wieder heiß begehrt. Der hochgestellte Kragen allerdings gilt nach wie vor als Modesünde.

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  • Zuletzt geändert am 18.10.2018 - 09:20 Uhr
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